Klare Kante: Denkmal-Eigentum ist nicht nur Privatsache

Kommentar

Manche Dinge erledigen sich durch Nichtstun – oft aber nicht zum Guten. Wer ein Denkmal wie den Stadtlohner Bahnhof sein Eigen nennt, muss etwas tun, um es zu erhalten. Ein Kommentar.

Stadtlohn

, 13.06.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das über 100 Jahre alte Bahnhofsgebäude in Stadtlohn verfällt zusehends.

Das über 100 Jahre alte Bahnhofsgebäude in Stadtlohn verfällt zusehends. © Stefan Grothues

Die St.-Otger-Kirche, der Wasserturm, das Haus Hakenfort, das Haus Steverding und die gelbe Backsteinvilla an der Eschstraße – die denkmalgeschützten Gebäude in der Stadtlohner Innenstadt sind schnell aufgezählt. Kein Wunder, das historische Stadtlohn ist vor 75 Jahren im Bombenhagel weitestgehend dem Erdboden gleichgemacht worden.

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Umso mehr gilt es, die noch erhaltenen steinernen Zeugen des alten Stadtlohn zu schützen. Dazu gehört auch der über 100 Jahre alte Bahnhof. Bomben und Bagger hat er bislang überstanden. Nun droht er zu verfallen. Die spekulative Lösung eines Problems durch Nichtstun ist aber die schlechteste aller Lösungen. Und sie ist auch nicht legitim.

„Eigentum verpflichtet“

„Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen“, so heißt es im Grundgesetz. Und im Denkmalschutzgesetz heißt es: „Die Eigentümer (...) haben ihre Denkmäler instand zu halten (...) und vor Gefährdung zu schützen, soweit ihnen das zumutbar ist.“

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Die Stadt Stadtlohn als Untere Denkmalschutzbehörde muss mit Nachdruck darauf drängen, dass der private Eigentümer seiner Verantwortung nachkommt. Und wenn er das nicht für zumutbar hält, sollte er über einen Verkauf nachdenken.

Der Verlust des Spiekers auf dem Hof Lembeck darf keine Schule machen: Im Dezember 2018 stürzte das Dach eines fast 200 Jahre alten denkmalgeschützten Spiekers ein. Weil eine Sanierung zu aufwendig war, wurde er anschließend aus der Denkmalschutzliste gestrichen und komplett abgerissen.

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