Klaus Pries’ Überraschungskandidatur für Bürgermeisterwahl wirft viele Fragen auf

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Mit seiner Ankündigung, Bürgermeister werden zu wollen, hat Klaus Pries in dieser Woche einen Überraschungscoup gelandet. Wird es am Montag im CDU-Stadtverband eine Kampfabstimmung geben?

Stadtlohn

, 28.02.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit einem politischen Paukenschlag endete am Dienstag die Winterversammlung der Stadtlohner Landwirte. Der 44-jährige Landwirt und CDU-Mitglied Klaus Pries kündigte an, als Bürgermeisterkandidat bei der Kommunalwahl am 13. September anzutreten.

Dieser Überraschungscoup war zugleich eine innerparteiliche Kampfansage. Schließlich hatte der Vorstand der Stadtlohner CDU zwei Wochen zuvor schon einstimmig einen anderen Kandidaten vorgeschlagen: Günter Wewers, der Erste Beigeordnete der Stadt Stadtlohn, solle für die CDU kandidieren.

Parteibasis entscheidet am Montag

Die letzte Entscheidung über den Bürgermeisterkandidaten der CDU liegt aber in der Hand der Parteibasis. Und die wählt den Kandidaten am Montag, 2. März. Bislang steht aber nur ein erklärter Bewerber für die Parteinominierung fest: Günter Wewers.

„Ich weiß nicht, ob Klaus Pries am Montagabend gegen Günter Wewers kandidieren wird“, sagte der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Dr. Markus Könning am Freitag auf Anfrage unserer Redaktion. Klaus Pries habe sich diese Entscheidung noch offengehalten. Denkbar sei aber auch, dass Pries bei der Bürgermeisterwahl als unabhängiger Kandidat antrete.

Klaus Pries will sich erst in der nächsten Woche äußern

Klaus Pries selbst hüllt sich in dieser Frage für seine Kandidatur noch in Schweigen. Auch zu seiner Motivation und zu seinen politischen Zielen macht er zurzeit noch keine näheren Angaben. Nur soviel: „Es gab in der Vergangenheit Entscheidungen der Stadt, die nicht im Sinne der Bürger im Außenbereich waren“. Einen für Freitag angesetzten Interviewtermin mit unserer Redaktion verschob er auf die kommende Woche. „Dann werde ich ausführlich Stellung nehmen“, so Klaus Pries am Freitag.

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War der CDU-Stadtverbandsvorsitzende vorab über die Kandidaturankündigung seines Parteifreundes Klaus Pries informiert? „Nein“, sagt Markus Könning. „Ich bin davon überrascht worden. Wir haben erst nach der Winterversammlung der Landwirte davon erfahren.“ Könning sagt auch: „Die Kandidatur ist ja ein demokratisches Recht. Da gibt es nichts zu kritisieren.“

Keine Sanktionen wegen parteischädigenden Verhaltens

Zugleich macht er keinen Hehl daraus, dass er sich freuen würde, wenn Pries sich am Montagabend der Wahl im Stadtverband stellen würde, damit die CDU am Ende mit einem gemeinsam getragenen Kandidaten ins Rennen um das Bürgermeisteramt gehen könne.

Aber selbst wenn Klaus Pries im September als unabhängiger Kandidat gegen einen CDU-Kandidaten antreten würde, hätte er keine Sanktionen wie etwa ein Parteiausschlussverfahren wegen parteischädigenden Verhaltens zu erwarten. Könning: „Davon halte ich nicht viel. Am Ende entscheiden die Bürgerinnen und Bürger in Stadtlohn, wer Bürgermeister wird.“

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Hat Markus Könning inzwischen mit Klaus Pries gesprochen? „Ja, wir haben in dieser Woche ein Gespräch geführt“, sagt Könning. Da habe sich Klaus Pries aber noch nicht auf seinen konkreten Weg zur Kandidatur festgelegt. Ein weiteres Gespräch sei vereinbart worden.

Auch viele Landwirte von der Kandidatur überrascht

Überrascht hat Klaus Pries mit seiner Kandidatur-Ankündigung nicht nur die Parteifreunde in der CDU, sondern auch viele seiner Landwirtskollegen in der Winterversammlung. „Ich wusste nichts von den Plänen“, sagte Dirk Große-Damhues, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Stadtlohn, am Freitag auf Anfrage.

„Klaus Pries hat mich zu Beginn der Versammlung nur gefragt, ober er am Ende noch eine Mitteilung machen könne“, so Große-Damhues. Als Pries seine Kandidatur erklärt habe, sei vielen Versammlungsteilnehmern die Überraschung anzusehen gewesen. Einige seien aber wohl auch schon vorab informiert gewesen.

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Gibt es denn aus Sicht des Landwirtschaftlichen Ortsvereins einen Riss zwischen der Kommunalpolitik und der Landwirtschaft? Diese Frage verneint Dirk Große-Damhues. Es gebe sicher immer wieder mal unterschiedliche Interessenlagen oder Streitpunkte bei Themen wie Wirtschaftswege oder Flächenverbrauch, so Große-Damhues. „Aus meiner Sicht aber gibt es auch einen guten Dialog mit der Stadt.“

Bürgermeisterkandidatur

  • Kandidatinnen und Kandidaten für das Bürgermeisteramt müssen in NRW mindestens 23 Jahre alt sein, ihren Hauptwohnsitz in Deutschland haben und die deutsche Staatsbürgerschaft oder die eines anderen EU-Landes besitzen.
  • Parteien oder Wählergruppen können Kandidaten in geheimer Wahl nominieren.
  • Unabhängige Bewerber müssen Unterschriften sammeln. Die Zahl richtet sich nach der Größe der Stadt. In Stadtlohn wären es 170.
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