Klinikum Westmünsterland will auch ein Seniorenheim im Berkelstadion bauen

mlzHauptausschuss

Ein Grundstück, zwei Bewerber – und eine ähnliche Idee: Auch das Klinikum Westmünsterland will in Stadtlohn ein Seniorenheim bauen. Am Mittwochabend stellen zwei Investoren ihre Pläne vor.

Stadtlohn

, 26.06.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Klinikum Westmünsterland möchte auf dem Gelände des ehemaligen Berkelstadions ein neues Seniorenwohn- und Pflegeheim bauen. Der Klinikverbund, der unter anderem auch das Krankenhaus Maria Hilf in Stadtlohn betreibt, stellt sich eine Einrichtung für bis zu 80 Bewohner vor: In sechs Hausgemeinschaften zu je 13 bis 14 Personen. Als Vergleichsobjekt führt das Klinikum Westmünsterland das neu errichtete Seniorenheim St. Ludger in Vreden an.

Nachfrage zeigt anderes Bild als Bedarfsplanung

Trotz dessen Erweiterung um weitere 33 Plätze sei auch das schon wieder komplett belegt. Auch wenn es laut Pflegebedarfsplanung in Gescher, Stadtlohn, Südlohn und Velen derzeit keinen Erweiterungsbedarf gebe, spiegele die Nachfrage ein anderes Bild wider: Regelmäßig müsse das Klinikum Anfragen ablehnen, schildern die Geschäftsführer Ludger Hellmann und Holger Winter in der Begründung ihrer Pläne.

Damit hatte sich das Klinikum im Februar an die Stadt gewandt. Am Mittwochabend sollen sie im Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsförderungssausschuss vorgestellt werden. Mit dieser Idee ist das Klinikum Westmünsterland nicht der erste Bewerber. Schon vor ziemlich genau einem Jahr hatte ein Investor ein ähnliches Wohn- und Pflegeheim für das Areal vorgestellt.

Seniorenheim im Berkelstadion ist keine neue Idee

Rückblick: Im Juni 2018 stellt der Projektentwickler IPS aus Lingen seine Idee für das seit 19 Jahren brachliegende Grundstück vor. Dort soll ein Seniorenwohn- und Pflegeheim entstehen. Der Entwickler will Platz für 80 Bewohner schaffen. Bis auf die FDP ist im Planungsausschuss damals die Politik geschlossen für die Planung. Denn Altenpflegeplätze werden stadt- und kreisweit dringend benötigt. Der FDP schmeckt die Planung dennoch nicht. Zu wenig Parkplätze, zu schwieriger Untergrund.

Jetzt lesen

Aus einer ganz anderen Richtung argumentiert kurze Zeit später Franz Marpert vom Johannesförderwerk: Er möchte den Busbahnhof ins ehemalige Berkelstadion verlegen lassen. In seinen Augen eine „Jahrhundertchance“. Dafür rührt er in Stadtlohn mächtig die Werbetrommel, findet aber weder in der Poliktik noch beim Regionalverkehr Münsterland noch bei den städtischen Schulen eine Mehrheit. Im vergangenen Mai schließlich stimmt auch der Hauptausschuss gegen die Idee. Allerdings auch wieder nicht einstimmig. FDP und UWG wollen den Busbahnhof lieber verlegen.

Jetzt lesen

Nun also ein neuer Bewerber für ein Seniorenwohnheim im ehemaligen Berkelstadion. Die Diskussion geht in eine neue Runde. In dieser Ausschusssitzung soll auch der bisherige Bewerber aus Lingen seine Pläne noch einmal vorstellen. Das Büro hat außerdem direkt noch einen Alternativplan mit im Gepäck, der ebenfalls am Mittwochabend vorgestellt werden soll.

Berkelstadion, Förderprogramme und eine neue Fahrradstraße

  • Neben der Zukunft des Berkelstadions stehen diese Punkte auf der Tagesordnung:
  • Gemeinsame Förderrichtlinien von Vreden, Stadtlohn, Gescher und Südlohn über die Förderung von Fachberatungen zur naturnahen Gestaltung von Gewerbegebieten
  • Bewerbung der Stadt Stadtlohn um Förderung aus dem Programm „Smart-Cities-made-in.de“ mit dem Modellprojekt „Smart Berkel“
  • Ausweisung der verlängerten Hegebrockstraße als Fahrradstraße
Die Sitzung des Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsförderungsausschusses beginnt am Mittwoch, 26. Juni, um 17 Uhr im großen Sitzungssaal.
Lesen Sie jetzt
Münsterland Zeitung Plattdeutsches Theater

Bei der Nikolausgesellschaft Stadtlohn geht es wieder hoch her – diemal „nachts üm veer“