Wirtschaftswege in Stadtlohn: Konflikt zwischen Anwohnern und Landwirten vorprogrammiert

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Zu den Wirtschaftswegen in Stadtlohn soll es ein neues Konzept geben. Bei einer Sprechstunde wurde das Thema nun diskutiert. Und es wurde klar: Eine einfache Lösung wird es nicht geben.

Stadtlohn

, 29.11.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Verkehrslage ist Christoph Hessel besonders im Kopf geblieben. „Wir hatten vorgeschlagen, zwei neue Wirtschaftswege in Hengeler zu errichten. Dazu gibt es jedoch eine lebhafte Diskussion“, sagt der Mann von der Landwirtschaftskammer in Coesfeld.

Der Hintergrund: Christoph Hessel stellte vor Kurzem ein neues Konzept der Wirtschaftswege in Stadtlohn vor. Bei einer öffentlichen Sprechstunde konnten Bürger nun Rückfragen zu den Plänen stellen und Anregungen äußern.

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Stichwort neue Wege in Hengeler: „Hier prallen die Interessen von zwei Gruppen aufeinander: auf der einen Seite die Bewohner der Siedlung, auf der anderen Seite die Betreiber von Landwirtschaft“, erzählt der Referent für Agrarstruktur und Landesplanung.

Die Frage, die bei einem Neubau der zwei Wege in den Fokus rückt: Wo genau werden die zwei Pfade angelegt? Wenn man diese zu nahe am Ort anlegt, gibt es Beschwerden der Anwohner wegen des Lärms der landwirtschaftlichen Fahrzeuge. Wenn man eine weiter umfahrende Lösung wählt, dann reicht das vermutlich in Nutzflächen der Agrarbetriebe hinein, beschreibt Hessel.

Wirtschaftswege in Stadtlohn: Konflikt zwischen Anwohnern und Landwirten vorprogrammiert

Die Wirtschaftswege werden sowohl von der landwirtschaftlichen Betrieben als auch von Fahrradfahrern und Spaziergängern genutzt. © Markus Gehring

„Es gibt keine eindeutige Lösung für alle Beteiligten. Wir können nur Handlungsempfehlungen geben“ erklärt der Mann von der Landwirtschaftskammer in Coesfeld. . Die letztlichen Entscheidungen treffe der Stadtrat.

Welche Fahrzeuge die einzelnen Wirtschaftswege nutzen, war ein weiteres Thema der Sprechstunde. Nach Auskunft einiger Bewohner fahren Lastkraftwagen immer häufiger dort lang, wo sie eigentlich gar nicht dürften. „Die Polizei ist nicht in der Lage, das zu kontrollieren. Und ein Aufstellen eines Pollers könnte sehr teuer werden“, meint Christoph Hessel.

Wer sich die aktuelle Lage der Wirtschaftswege anschauen will, wird auf einer Karte der Stadt fündig. Dort sind die jeweiligen Wege farblich erkennbar und voneinander unterschieden in verschiedenen Kategorien nach ihrer Funktionalität, ihrem Zustand und Ausbauarten dargestellt. Und dort ist gut zu erkennen, dass die meisten Pfade multifunktional genutzt werden.

Insgesamt nutzten viele Bürger aus Stadtlohn die Möglichkeit, Fragen bei der Sprechstunde zu stellen. „Auch unabhängig von der Sprechstunde gibt es die Möglichkeit, Anregungen zu äußern. Einfach mailen oder anrufen“, sagt Hessel.

Rat prüft Konzept

Wie geht es nun weiter? Die Erkenntnisse aus der öffentlichen Sprechstunde werden ausgewertet und das Thema Wirtschaftswege rückt bei einer der nächsten Sitzungen des Bauausschusses in den Fokus.

Anschließend will der Rat das Konzept prüfen und konkrete Maßnahmen beschließen. Für die Finanzierung von neuen oder dem Ausbau von vorhandenen Wegen gibt es entsprechenden Topf beim Land, der angezapft werden kann.

Kontakt

  • Wer noch Rückfragen oder Anregungen hat, kann sich gern bei Christoph Hessel melden.
  • Der Referent für Agrarstruktur und Landesplanung ist unter Tel. (02541) 910-269 oder (0171) 5713266 erreichbar.
  • Alternativ kann man ihm auch eine Mail schreiben.
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