Kostümkauf in Stadtlohn hilft gegen Armut in der Dominikanischen Republik

Kleine Schule Sonnenstrahl

Seit über zehn Jahren gibt es die Karnevalskostümbörse in Stadtlohn. Mit ihr hat Hauptorganisatorin Marlies Dapper ein ganz besonderes Ziel vor Augen: Kindern zu helfen.

02.02.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kostümkauf in Stadtlohn hilft gegen Armut in der Dominikanischen Republik

Schülerinnen und Schüler der „Kleinen Schule Sonnenstrahl“ freuen sich über Unterstützung. © privat

Die Karnevalstage sind in diesem Jahr spät, aber schon in Sicht. Und damit Zeit für die Vorbereitungen zur Karnevalskostümbörse im Otgerus-Haus, Dufkampstraße 31, in Stadtlohn. Und die ist nicht irgendeine Börse. Hauptorganisatorin Marlies Dapper verfolgt damit ein ganz besonderes Ziel: 20 Prozent des Verkaufserlöses sowie die Einnahmen des Kuchenbuffets gehen in die Karibik. Genauer gesagt in die Dominikanische Republik an das Projekt „Sonnenstrahl“.

Seit mehr als 30 Jahren hilft dieses Projekt Menschen vor Ort, die durch Armut und Behinderungen beeinträchtigt sind. „Es sind Dinge, die wir uns hier in Deutschland gar nicht vorstellen können“, sagt Marlis Dapper. Denn: Außerhalb der Hotelburgen herrscht große Armut. Jeder siebte Dominikaner lebt sogar in großer Armut – von weniger als zwei Euro am Tag. Und Menschen mit einer Behinderung finden unter solchen Bedingungen kaum eine Möglichkeit, diese doppelte Belastung zu überwinden. Sie geraten ohne Hilfe in einen Teufelskreis, der sich oft über Generationen hinzieht.

Und Marlies Dapper muss es wissen, schließlich war sie schon einige Male selbst vor Ort und hat das „große Elend“ mit eigenen Augen gesehen. Doch vor ihr war ihre Schwester, Christel Lammers, bereits aktiv. „Meine Schwester hatte seinerzeit eine Tante, die Nonne ist, dort besucht und dann den Entschluss gefasst, den Menschen helfen zu wollen“, sagt Marlies Dapper. Darum sei ihre Schwester auch in die Entwicklungshilfe gegangen, habe viele Kontakte geknüpft und sei so auch auf das Projekt „Sonnenstrahl“ aufmerksam geworden, das seinen Anfang 1987 nahm.

„Licht“ für die Armen

In der Gemeinde La Zurza, einem Armenviertel in Santo Domingo, wurde eine Schule für behinderte Kinder gegründet. In der „Kleinen Schule Sonnenstrahl“ (Escuelita Rayo de Sol) werden seither Kinder und Jugendliche individuell pädagogisch betreut und ihren Fähigkeiten und Talenten entsprechend gefördert. Die „Kleine Schule“ sollte die Verwahrlosung und Ausgrenzung dieser Kinder beenden und einen Beitrag zur Integration behinderter Menschen in die Gesellschaft leisten.

Später kamen weitere Unterstützungsmaßnahmen wie der Werkstattbereich und das Mikrokreditprogramm hinzu. Aus der „Kleinen Schule“ wurde das Projekt „Sonnenstrahl“.

Mehr als 400 Kinder besuchen die Schulen in der Hauptstadt Santo Domingo und in Villa Altagracia, einer Stadt im Landesinneren. Sie werden dort von Pädagogen und Therapeuten betreut. In den anliegenden kleinen Werkstätten werden den jungen Leuten berufliche Fähigkeiten vermittelt. Während der zweimonatigen Schulferien wird die pädagogische und therapeutische Arbeit in Feriencamps fortgeführt.

Seit 2012 arbeitet nun auch Christel Lammers als Fachkraft vor Ort und steht Projektinitiatorin María Jacinta Torres als Referentin zur Seite. „Und da habe ich als Schwester ebenfalls den Entschluss gefasst, das Projekt unterstützen zu wollen“, so Marlies Dapper.

Elfte Auflage

Und dann feierte die Karnevalskostümbörse ihre Premiere. In diesem Jahr geht es bereits in die elfte Runde.

„Jeder ist willkommen, bei uns Karnevalskostüme zu verkaufen, einzukaufen, ein Stück Kuchen zu genießen, oder auch einfach nur so etwas zu spenden“, sagt Marlies Dapper. Darum würden auch extra Spendenboxen und Überweisungsträger aufgestellt und ausgelegt. „Leider machen wir nicht den Umsatz von Kleiderbörsen, aber jeder Euro, den wir spenden können, hilft unheimlich viel. Darum freuen wir uns auch über jede noch so kleine Spende“, so die Organisatorin der Karnevalsbörse.

Letztlich könnte das Motto der Kostümbörse „geteilte Freude ist doppelte Freude“ nicht treffender sein.

Unterstützt wird das Projekt seit vielen Jahren von der Pfarrgemeinde St. Otger, von den Stadtlohner Kindergärten und von ganz vielen Freunden und Förderern von „Jacintas Kinder“.

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