Die Emotionen schlugen im letzten Jahr hoch, als die geplante Schließung des Kreißsaals in Stadtlohn bekannt wurde. Der Protest ist jetzt zu Ende. Die Initiatorinnen blicken in die Zukunft.

Stadtlohn

, 25.01.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wir wollen jetzt, dass die Neugeborenenstation in Ahaus ein Erfolg wird.“ Bei Mona Keitmeier bleibt keine Bitterkeit zurück. Zusammen mit ihren Freundinnen hatte sie im vergangenen November viele Stadtlohnerinnen und Stadtlohner gegen die Schließung des Kreißsaals in Stadtlohn mobilisiert – letztlich aber ohne den ganz großen Erfolg. Die Entscheidung des Klinikums Westmünsterland steht. Die Stadtlohner Geburtshilfeabteilung wird zum 1. April nach Ahaus verlegt.

„Der Aufschrei der Stadtlohner wurde gehört“

„Wir müssen diese Entscheidung nun akzeptieren. Unser Aufschrei gegen die Schließung des Kreißsaals in Stadtlohn hat aber die Geschäftsleitung des Klinikums Westmünsterland erreicht“, sagt Mona Keitmeier. Zusammen mit Anke Serowy und Jessica Efting hat sie jetzt 3039 Unterschriften für einen Erhalt des Kreißsaals in Stadtlohn an den Sprecher der Klinikum-Geschäftsführung, Ludger Hellmann, an Regionalleiter Holger Winter und Geschäftsführer Michael Saffé überreicht.

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Bei einem Gespräch „in sehr freundlicher und sehr guter Atmosphäre“ hätten die Vertreter des Klinikums den Stadtlohnerinnen noch einmal die Gründe für die Zusammenlegung der Stationen in Ahaus erläutert. „Wäre die Station in Stadtlohn geblieben, so hätte Ahaus die Zertifizierung für das Brustzentrum verloren“, so gibt Mona Keitmeier ein zentrales Argument der Klinikum-Geschäftsleitung wieder.

„Bauarbeiten in Ahaus machen Mut“

Was sie und ihre Mitstreiterinnen mehr noch als die gute Gesprächsatmosphäre tröstet, das sind die handfesten Bauarbeiten im Ahauser Krankenhaus. „Wir waren ganz positiv überrascht, dass dort der Kreißsaal und die Zimmer modernisiert werden. Auch im Säuglingszimmer und im Stillzimmer finden Veränderungen statt.“

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Die Stadtlohnerinnen begrüßen, dass bei allen diesen Maßnahmen die Stadtlohner Stationsleiterin Elisabeth Rewers (Schwester Lissy) und die Hebammenleitung Jasna Boras maßgeblich miteinbezogen werden. Mona Keitmeier: „Das Erfolgskonzept aus Stadtlohn mit der Zusammenarbeit der Schwestern, Hebammen und Ärzte soll für Ahaus übernommen werden. Es wird daran gearbeitet, eine familiärere Atmosphäre in Ahaus aufzubauen – und das ist ja vielleicht auch ein ganz kleines bisschen ein Erfolg unseres Protests.“

800 Geburten in Ahaus pro Jahr sind Minimum

Um zukünftig den Strukturvorlagen der geburtshilflichen Kliniken zu erfüllen und um zukunftssicher aufgestellt zu sein, benötige Ahaus nach dem Zusammenschluss 800 Geburten im Jahr. Diese Information hat sich Mona Keitmeier nach dem Gespräch notiert. Sie hofft, dass dies gelingen wird. Dafür sei eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit den gynäkologischen Belegärzten aus Stadtlohn genauso unabdingbar wie die Kooperation mit den Stadtlohner Kinderärzten. Mona Keitmeier: „Es wäre ja wirklich fatal, wenn auch die Ahauser Geburtshilfe schließen müsste.“

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