Sportvereine und andere Vereine werden nicht gleichwertig behandelt

mlzDebatte um Zuschüsse

Sollen Sportvereine mehr Zuschüsse von der Stadt bekommen als andere Vereine? Darüber wurde in der Sport- und Kulturausschusssitzung diskutiert. Die Mehrheit wollte keine Änderung.

Stadtlohn

, 11.10.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Sport- und Kulturausschuss Stadtlohn hat am Mittwochabend beschlossen, die Vereins- und Sportförderrichtlinien weiterhin zu trennen. Das bedeutet, dass Sportvereine auch weiterhin bei geplanten Baumaßnahmen Zuschüsse beantragen können – andere Vereine dagegen nicht. Der Grund dafür: Der Sportförderung kommt als kommunaler Pflichtaufgabe eine besondere Bedeutung zur Gesundheitsfürsorge zu.

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Unter den Fraktionen entstand eine Debatte, ob die Förderrichtlinien für Sport und Vereine nicht zusammengelegt werden sollten. Den Ball ins Rollen brachte Heinrich-Herrmann Hecking (FDP): „Wir sollten Kultur und Sport nicht trennen. Es gibt unserer Meinung nach keinen Grund, Sport höher zu werten als Kultur.“ Eine Teilung der beiden Förderrichtlinien sei eine Ungleichbehandlung der anderen Vereine gegenüber den Sportvereinen.

Sportvereine können mehr geltend machen

Zwischen den Vereins- und den Sportförderrichtlinien gibt es grundlegende Unterschiede. Sportvereine können beispielsweise Zuschüsse für bauliche Maßnahmen beantragen. Das bedeutet, dass die Stadt zwei Drittel der Kosten übernimmt, wenn das Bauvorhaben vornehmlich zur Betreibung des Sports bestimmt ist. Dies gilt zum Beispiel für Umkleidegebäude an den Sportanlagen. Alle anderen Vereine können solche Maßnahmen nicht geltend machen.

Des Weiteren steht es Sportvereinen auch zu, Zuschüsse zu Betriebs- und Unterhaltungskosten ihrer Anlagen oder zur Rasenpflege zu beantragen. Darüber hinaus kann die Stadt auch eine Unterstützung zur Teilnahme an überregionalen Meisterschaften gewähren. Gleich bei beiden Richtlinien: Alle Vereine erhalten einen Grundzuschuss von 150 Euro pro Jahr.

„Wilde Antragsstellungen möglich“

Wenn alle Vereine gleichgestellt werden, könnten alle Vereine Zuschüsse für Baumaßnahmen beantragen. Die Stadt rechnet dann mit einer größeren Anzahl von Anträgen – und müsste mehr Geld für die Vereine ausgeben, wie es in der Sitzungsvorlage der Verwaltung hieß. Auch Ausschussvorsitzender Reinhold Dapper (SPD) sah das so: „Wenn man die Richtlinien zusammenlegt, hätte man nicht viel erreicht, weil es dann zu wilden Antragsstellungen kommen kann.“

Der Fraktionsvorsitzende der CDU, Helmut Stowermann, fand eine Trennung ebenfalls richtig. Die UWG-Fraktion trat geschlossen dafür ein, zwischen den Sportvereinen, die die Gesundheit fördern, und anderen Vereinen zu unterscheiden. Abschließend stimmten alle Fraktionen außer die der FDP für die Verabschiedung der Vereinsförderrichtlinien und der Sportförderrichtlinien - damit bleibt es bei der Trennung.

Was die Stadt für Vereine ausgibt

  • Förderungswürdige Vereine erhalten für ihre Aktivitäten einen Grundzuschuss von 150 Euro pro Jahr.
  • Jeder Verein erhält für jugendliche Mitglieder (6 bis 18 Jahre) auf Antrag einen Zuschuss von zwölf Euro pro Jahr
  • Ein Beispiel: Für Sportvereine hat die Stadt 2018 rund 141.000 Euro ausgegeben. Die Summe setzt sich zusammen aus dem Grundbetrag, der Förderung der jugendlichen Mitglieder, Zuschüsse für Übungsleiter und Ehrungen, Bewirtschaftungskosten und Zuschüsse für den Schwimmsport.
  • Zuschüsse zahlt die Stadt zum Beispiel an Vereine, die öffentliche Konzerte veranstalten, 1000 Euro Zuschuss, für das Honorar für fremde Solisten oder Orchester nochmals bis zu 500 Euro. Höchstens zweimal im Jahr.
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