„Kunstjahr“ in Stadtlohn mit Skultpuren in der Stadt und Grafiken im Josef-Albers-Saal

Kunst in Stadtlohn

Das Kunstjahr: 17 Skulpturen sind bei der „Kunststation Stadtlohn 2019“ zu sehen, Stadtlohns Schüler arbeiten an ihren „Skulptürchen“ und eine Ausstellung würdigt Wolfgang Kreutter.

Stadtlohn

, 25.03.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
„Kunstjahr“ in Stadtlohn mit Skultpuren in der Stadt und Grafiken im Josef-Albers-Saal

Das bronzene Pferdepaar des Künstlers Johannes Brus wird vor der Otgerkirche stehen. Werke des Künstlers aus Essen sind zeitgleich mit der Schau in Stadtlohn in Venedig auf der Biennale und in San Francisco im Museum of Modern Art zu sehen. © Veranstalter

Kunstfreunde kommen auf ihre Kosten in diesem Jahr in Stadtlohn. Und wem Kunst bislang gleichgültig ist, dessen Interesse könnte geweckt werden. Denn an den Werken des Projekts „Kunststation Stadtlohn 2019“ zumindest kommt der allgemeine Stadtlohner nicht vorbei: 17 Skulpturen von 13 Künstlern begegnen ihm von Anfang Mai bis Ende Oktober in der Innenstadt. Dazu kommen die Werke, die Stadtlohner Schüler im Projekt „Skulptürchen“ schaffen und die in und an den Schulen, aber auch im Atelier der Jugendkulturwerkstatt (Jukuwe) Stadtlohn an der Dufkampstraße zu sehen sein werden. Und zuletzt eine Schau im Josef-Albers-Saal, die im Herbst das Schaffen des Künstlers Wolfgang Kreutter würdigen soll.

Kunst im öffentlichen Raum

So hat die Stadt das „Kunstjahr“ ausgerufen und am Freitag zum Pressegespräch eingeladen, um noch rechtzeitig im ersten Quartal auf die Projekte, die unterschiedlich sind aber dennoch voneinander profitieren können, aufmerksam zu machen, wie Erster Beigeordneter Günter Wewers feststellte.

Die „Kunststation Stadtlohn 2019“ eröffnet den Reigen. „Kunst gehört zu unserem Leben und ist längst nicht mehr nur in den großen Metropolen zuhause“, sagte Ludger Gevers. Die Initialzündung für das von der Stadtlohner „Immobilien- und Standortgemeinschaft“ (ISG) getragene Projekt habe die Sanierung der Stadtlohner Innenstadt geliefert. Seine Frau Irmgard Gevers sei Ideengeberin und Netzwerkerin des Projekts, das auf fast zwei Jahre Vorbereitungszeit blicken könne. „Wir haben den Künstlern frei gestellt, ob sie etwas für Stadtlohn machen wollen“, erläuterte Irmgard Gevers. Das Ergebnis: Sieben Künstler hätten eigens Werke für Stadtlohn konzipiert.

„Kunstjahr“ in Stadtlohn mit Skultpuren in der Stadt und Grafiken im Josef-Albers-Saal

Freuen sich auf das "Kunst-Jahr" (v. l.) Günter Wewers und Klaus-Dieter Weßing von der Stadt Stadtlohn, Ludger und Irmgard Gevers (ISG, Projekt Kunststation Stadtlohn 2019) und Heinrich Greving, Berthold te Vrügt und Karl-Heinz Brubach (Kulturwerkstatt, Projekt "Skulptürchen". Der öffentliche Raum, wie hier der Marktplatz, soll beim Projekt "Kunststation", wird von Mai bis Oktober Ausstellungsraum. © Anne Winter-Weckenbrock

17 Skulpturen insgesamt werden ab dem 5. Mai in der Innenstadt zu sehen sein. „Die ganze Bandbreite ist vertreten“, versprach Irmgard Gevers. Für Interessierte werde eine Art „Schnitzeljagd“ vorbereitet, die durch die Werke im öffentlichen Raum führe. Wöchentliche Führungen – auf Anfrage eigene für Kinder und Jugendliche – sind geplant und drei Konzerte. Eins zur Finissage am 31. Oktober, zwei weitere an Sonntagnachmittagen. Dafür suchen die Veranstalter aber bei aller vorhandenen Unterstützung noch Sponsoren, räumte sie rundweg ein. Die Vernissage aber steht: Am 5. Mai wird Künstler Frank Bölters mit Interessierten in einer Gemeinschaftsaktion ein Schiff aus Milchkarton gestalten, das im Anschluss im hinteren Bereich der St.-Otger-Kirche aufgehängt wird.

„Kunstjahr“ in Stadtlohn mit Skultpuren in der Stadt und Grafiken im Josef-Albers-Saal

Walter Wittek aus Vreden ist mit dem Werk "Das paar" bei der "Kunststation Stadtlohn 2019" vertreten. © Veranstalter

Das Projekt „Skulptürchen“ verfolge zwei Ziele: Die Netzwerkarbeit mit den Schulen und das niedrigschwellige und problemlose Heranführen der Schüler an Kunst, fasste Prof. Heinrich Greving von der Jugendkulturwerkstatt zusammen. An allen Stadtlohner Grund- und weiterführenden Schulen sind Schüler seit Monaten mit finanzieller Unterstützung der Jukuwe kreativ mit der Umsetzung ihrer Ideen beschäftigt, am 14. Juni sollen die Ergebnisse präsentiert werden.

Schüler sind in kreativen Prozessen für Projekt „Skulptürchen“

Karl-Heinz Brubach verriet, dass die Werke sehr unterschiedlich sind. Losbergschüler schaffen aus kleinen Betonfiguren eine große, und Hilgenbergschüler kreieren eine Landmarke in Form einer Schnecke aus Natursteinen, gab er einen Einblick in die zu erwartende Vielfalt. Die Lehrer hätten im übrigen nichts vorgegeben. An den Schulen und im Atelier an der Dufkampstraße gibt es die Skulpturen am 14. Juni zu sehen. „Das sind frische Ideen in der Kulturarbeit und Bildungsarbeit“ lobte Heinrich Greving die beiden Projekte.

Schau zum 30. Todestag des Künstlers Wolfgang Kreutter

Im Stadtlohner Rathaus war man darauf gestoßen, dass der Künstler Wolfgang Kreutter – der zum Beispiel die Schafe am Owwering geschaffen hat – im Jahr 1989 verstorben ist. Zum 30. Todestag des Künstlers, der seine letzten Lebensjahre in Stadtlohn verbracht hat, soll im Josef-Albers-Saal eine Auswahl seiner Werke gezeigt werden, kündigte Günter Wewers an. Vor allem Grafiken, ergänzte Klaus-Dieter Weßing, sollen ausgestellt werden. In der nächsten Woche gebe es einen Termin mit der Tochter des Künstlers, die auch in Aussicht gestellt habe, dass einige Werke als Dauerleihgabe in Stadtlohn verbleiben könnten.

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