Krankenhausschließung

Landrat zu Krankenhäusern: Nachricht ist „wie eine Bombe eingeschlagen“

Auch in der Sitzung des Kreistages Borken am Donnerstagabend waren die Schließung der Krankenhäuser in Stadtlohn und Vreden und die geplanten Umstrukturierungen Thema.
Das Krankenhaus in Vreden wird spätestens 2025 geschlossen sein. Geplant ist dort, das ambulante Rehazentrum um ein stationäres mit 120 Betten zu erweitern. © Markus Gehring

Der Kreistag Borken hat am Donnerstagabend die Nachricht über das Aus für die beiden Krankenhäuser in Vreden und Stadtlohn zunächst zur Kenntnis genommen. Landrat Dr. Kai Zwicker schlug vor, dass das Klinikum Westmünsterland als Träger der Häuser bei der nächsten Kreisausschusssitzung im Dezember seine Pläne erörtern solle.

Wenn Bund, Land und Krankenhausträger von 250 Millionen Euro die Umstrukturierung der Häuser mit 77 Millionen Euro unterstützten, sei das „bemerkenswert“, sagte Zwicker.

Kreis Borken ist nicht Träger der Häuser

Die Gesundheitskonferenz habe sich mit dem Thema befasst, dennoch sei die Nachricht „wie eine Bombe eingeschlagen“, betonte der Landrat im Kreistag. Der Kreis Borken sei nicht Träger der Häuser und stehe „somit nicht in der Verantwortung“. Gleichwohl müsse gefragt werden, wie es weitergehen solle.

Jörg von Borczyskowski, Sprecher Fraktionsgemeinschaft von UWG und Stadtpartei, stellte fest, dass es „Probleme in de Versorgung der Bürger im Außenbereich des Kreises“ gebe. Es müssten in einem gemeinschaftlichen Engagement „kreative Lösungen gefunden“ werden: Den Problemen und Aufgaben müssen wir uns stellen, auch wenn der Kreis nicht Träger der Häuser“ sei. Von Borczyskowski: „Dem Klinikum muss deutlich werden, dass wir den gesamten Kreis im Auge haben müssen. Wir müssen im Sinne der Bürger eine Lösung finden, und alle sind gefordert.“

„Nachricht müssen wir erst einmal verdauen“

Jens Steiner, Fraktionssprecher der Grünen: „Solch eine Nachricht müssen wir erst einmal verdauen. Gerüchte um Schließungen hat es mehrfach gegeben.“ Wenn Konzentrationen in den Häusern des Klinikums auch notwendig seien, müssten sie „nicht immer auf Verständnis im politischen Raum“ treffen, unterstrich Steiner: „Wir können keine Vorschriften machen, aber deutlich machen, was wir von Veränderungen halten.“

Der Telenotarzt-Standort Stadtlohn sei nicht in Gefahr, erklärte Kreisordnungsdezernentin Dr. Elisabeth Schwenzow auf Anfrage der Grünen. Ein Gutachten für den Rettungsdienst im Kreis Borken habe Stadtlohn gestärkt – mit Zustimmung der Krankenkassen als Kostenträger.

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