Bürgermeister Berthold Dittmann (l.) und Richard Henrichs, der Beauftragte für Senioren und Menschen mit Behinderung, sind froh über die neuen Toiletten im Rathausdurchgang. © Stefan Grothues
WC-Anlage

Lang herbeigesehnt: Neue öffentliche Toilette am Rathaus ist jetzt fertig

Seit vielen Jahren stand sie auf der To-do-Liste in Stadtlohn. Jetzt wurde sie endlich eröffnet: Die neue öffentliche Toilettenanlage im Rathausdurchgang ist ab sofort zur Nutzung freigegeben.

Was lange währt, wird endlich gut. Sehr gut sogar. Schon von außen macht die Toilettenanlage etwas her: Die anthrazitfarbenen Türen sind mit Betonrahmen in Sandsteinoptik umgeben. Ein zwei Meter hohes Fensterelement gewährt schon von außen einen Einblick in den Vorraum und signalisiert: Hier wartet eine blitzsauberes, modernes und helles Örtchen auf seine Benutzer.

Das neue WC punktet mit einer Fußbodenheizung, wasserlosen Urinale und eine kontrollierten Be- und Entlüftung.
Das neue WC punktet mit einer Fußbodenheizung, wasserlosen Urinale und eine kontrollierten Be- und Entlüftung. © Stefan Grothues © Stefan Grothues

Eine Lüftungsanlage, eine Fußbodenheizung unter den grauen Fliesen, wasserlose Urinale, ein Wickeltisch sind Extras, mit denen die neue WC-Anlage punkten kann. Mit einem Euroschlüssel lässt sich die Tür zur Behindertentoilette automatisch öffnen. Richard Henrichs, der neue Beauftragte für Senioren und für Menschen mit Behinderung, ist beeindruckt. „Das ist wirklich sehr gelungen. Die Toilette bietet auch Rollstuhlfahrern mehr als ausreichend Platz.“

Alte Anlage von 1973 war nicht mehr zeitgemäß

Bürgermeistes Berthold Dittmann zeigte sich bei der offiziellen Eröffnung am Donnerstag froh darüber, dass die alte Toilettenanlage aus dem Jahr 1973 im vorderen Bereich des Rathausdurchgangs nun endgültig ausgedient hat. „Das war einfach nicht mehr zeitgemäß. Und das haben wir von den Bürgerinnen und Bürgern auch häufiger zu hören bekommen.“

Ein türgroßes Fensterelement erlaubt von außen Einblicke in den Vorraum der Toilettenanlage.
Ein türgroßes Fensterelement erlaubt von außen Einblicke in den Vorraum der Toilettenanlage. © Stefan Grothues © Stefan Grothues

Dass die Umsetzung des entsprechenden Ratsbeschlusses einige Jahre gebraucht hat, erklärt Berthold Dittmann so: „Es gibt ja eine ganze Reihe von Baumaßnahmen, die nach Priorisierung abgearbeitet wird.“

Der Bürgermeister erinnerte daran, dass es in den vergangenen Jahren bei den öffentlichen und behindertengerechten Toilettenanlagen in Stadtlohn große Fortschritte gab: Am Busbahnhof, in der alten Marienschule und im Haus Hakenfort wurden neue WC-Anlagen gebaut.

Kirchengrund mitgenutzt

Geplant hat das neue WC der Stadtlohner Architekt Hermann-Josef Steverding. Für den Bau der Anlage waren Grundstücksverhandlungen mit der Kirche notwendig, da das städtische Grundstück nicht ausreichend Platz bot. Die alten Garagen auf dem Grundstück des Pfarrhauses wurden abgerissen und an anderer Stelle neu errichtet. Neu ist auch die Grenzmauer, an der im Parkplatzbereich auch einige neue Stellplätze entstehen.

Für Väter und Mütter mit Säuglingen bietet das WC auch eine ausklappbare Wickelauflage.
Für Väter und Mütter mit Säuglingen bietet das WC auch eine ausklappbare Wickelauflage. © Stefan Grothues © Stefan Grothues

„Wir haben die Baumaßnahmen gemeinsam mit der Kirchengemeinde ausgeschrieben. Die Kosten hat jede Seite für sich getragen“, erklärt Jörg Hölscher vom Fachbereich Planen, Bauen und Umwelt. 230.000 Euro hat die Stadt in die neue Toilettenanlage investiert und damit den Haushaltsansatz von 250.000 Euro um 20.000 Euro unterboten.

Rathausdurchgang für Autos sperren?

Der Rathausdurchgang wird auch von Autofahrern und von vielen Radfahrern genutzt. „Schilder werden vor den sich nach außen öffnenden Toilettentüren warnen“, sagt Bürgermeister Dittmann. Ein Blumenkübel im Sockelbereich soll den Verkehr auch so lenken, dass es zu keinen Konflikten können. „Wir überlegen auch, ob der der Durchgang, der jetzt für Anliegerverkehr frei ist, nicht ganz für Autos gesperrt wird“, sagt Berthold Dittmann.

Es gibt Überlegungen, den Rathausdurchgang, der jetzt noch von Anliegern mit dem Auto genutzt werden kann, komplett für den Pkw-Verkehr zu sperren.
Es gibt Überlegungen, den Rathausdurchgang, der jetzt noch von Anliegern mit dem Auto genutzt werden kann, komplett für den Pkw-Verkehr zu sperren. © Stefan Grothues © Stefan Grothues

Jetzt fehlt im Toilettenplan nur noch die geplante vollautomatische Toilette im Losbergpark. Wie steht es damit? „Wir haben Angebote eingeholt. Die Anlage würde 110.000 Euro kosten“, sagt Jörg Hölscher. Bürgermeister Dittmann: „Angesichts der Kosten werden wir mit der Politik noch einmal ein Gesamtkonzept für den Losbergpark überdenken müssen.“ Er erinnerte daran, dass im Losbergspieker eine behindertengerechte Toilettenanlage vorhanden sei. Mit einem Euroschlüssel ist diese Anlage rund um die Uhr zugänglich.

Die neuen Toiletten am Rathaus sind von 7 bis 19 Uhr geöffnet, im Sommer bis 20 Uhr. Sie werden jeden Abend gereinigt und täglich zusätzlich einmal kontrolliert. Das Behinderten-WC ist rund um die Uhr für Berechtigte mit Euroschlüssel nutzbar.

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