Karussellfahren, Entenangeln, Eis essen - die Stadtlohner Kirmes hatte für jeden etwas zu bieten. © Stefan Hubbeling
Meinung

Lasst die Stadtlohner Kirmes erst sterben, bevor ihr sie beerdigt

Die Stadtlohner Verwaltung hat vorgeschlagen, die schrumpfende Kirmes abzuschaffen. Kann man machen, meint unser Autor. Aber er hält es für besser, die Kirmes erst sterben zu lassen.

Ich bin in Vreden aufgewachsen. Das sollte ich fairerweise vorausschicken, wenn ich meine Meinung zur Stadtlohner Kirmes kundtue. Vredenern wird die Vorfreude auf die Kirmes ja in die Wiege gelegt. Die Worte „Abschaffung“ und „Kirmes“ in einem Satz – das ist in Vreden undenkbar.

Stell dir vor, die Kirmes fällt aus – und keiner merkt‘s

In Stadtlohn ist die Kirmes wegen Corona zwei Mal ausgefallen. Und kaum einer hat es gemerkt. Die Kirmes ist in Stadtlohn – anders als in Vreden – längst kein Volksfest mehr. Und die Stadtlohner Kirmes schrumpft weiter. Da könnte man sich auch Arbeit und Kosten sparen und die Kirmes ganz abschaffen, heißt es aus dem Stadtlohner Rathaus.

Die Überlegung ist legitim. Aber unnötig. Gut, dass die Mehrheit der Stadtlohner Politikerinnen und Politiker das erkannt hat. So lange Schausteller mit ihren Karussells und Buden nach Stadtlohn kommen, ist offenbar auch ausreichend Umsatz da. Und so lange sich Familien über Karussellfahrten, Losglück und gebrannte Mandeln freuen können, sollte die Stadt die Kirmes nicht ausbremsen.

Der Jahrmarkt ist eben auch nur ein Markt. Wenn es die Nachfrage nicht mehr gibt, dann erledigt sich das Angebot ganz schnell von alleine. Dann stirbt die Stadtlohner Kirmes. Und erst dann sollte sie beerdigt werden.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
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Stefan Grothues

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