Lebensfarben: Kultur macht Schüler stark

Herta-Lebenstein-Realschule

Der Respekt schmeckt den Schülern offenbar am besten. Jedenfalls ist das Bonbonglas mit dieser Aufschrift schnell geleert. Die Solinger Künstlerin Petra Maria Wewering hat die bunten Schokolinsen mit in die Herta-Lebenstein-Realschule gebracht, um für eine kreative Reise zu werben. Der Name des Kunstprojekts: Lebensfarben.

19.01.2016, 19:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Freuen sich auf das Projekt Lebensfarben (hintere Reihe v. l.): Manuela Stahl (Kunstpädagogin), Hermann Hintemann (Heimatverein), Werner Schäper (Förderverein), Günter Wehning (Stadt Stadtlohn), Künstlerin Petra Maria Wewering und Schulleiter Stefan Wichmann mit Schülerinnen und Schülern.

Freuen sich auf das Projekt Lebensfarben (hintere Reihe v. l.): Manuela Stahl (Kunstpädagogin), Hermann Hintemann (Heimatverein), Werner Schäper (Förderverein), Günter Wehning (Stadt Stadtlohn), Künstlerin Petra Maria Wewering und Schulleiter Stefan Wichmann mit Schülerinnen und Schülern.

Das Projekt ist Teil eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Bildungspakets „Kultur macht stark – Bündnisse für Bildung“. Beteiligt ist auch der Paritätische Gesamtverband. Das Besondere an diesem Projekt: Schüler der neunten und zehnten Klassen können hier außerhalb des regulären Unterrichts aktiv werden, gemeinsam mit Petra Maria Wewering als Kunst-Coach und mit einem besonderen Anspruch: Die Schülerkunst soll in den öffentlichen Raum hinausstrahlen. Und: „Bündnispartner“ aus der Stadt sollen in die Schule hineinwirken. Dazu haben gestern Hermann Hintemann vom Heimatverein, Werner Schäper vom Förderverein der Schule und Günter Wehning, Leiter des Fachbereichs Schule der Stadt Stadtlohn, eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.

Geschichte der Familie Lebenstein

Petra Maria Wewering umriss gestern ein großes Themenfeld, das sie mit den Schülern kreativ erschließen will: die Geschichte der in der NS-Zeit ermordeten Familie Lebenstein. Wewering: „Dabei soll es aber nicht nur um die Opferrolle gehen. Die Familie Lebenstein ist ein Vorbild. Sie hat mit ihren Talenten, Interessen, ihrem sozialen Engagement und mutigen Taten Zeichen für ein soziales Miteinander gesetzt.“ Damit, so die Künstlerin, könne auch ein Bogen zu heute geschlagen werden, zum Beispiel zum Thema Flüchtlinge. „Es können auch die Kinder der Flüchtlinge in das Projekt miteinbezogen werden“, so Manuela Stahl, die an der Realschule im Fach Kunst unterrichtet.

"Geschichte ist nicht einfach vorbei"

Hermann Hintemann vom Heimatverein, der die Geschichte der Stadtlohner Familie Lebenstein erforscht hat, ist von der Idee sehr angetan: „Geschichte ist nicht einfach vorbei. Sie wirkt auch heute. Wir müssen uns fragen, wie wir mit Minderheiten umgehen.“

Wie die Schülerkunst am Ende aussehen wird, darauf ist Schulleiter Stefan Wichmann gespannt. Und die Künstlerin auch: „Nähen, kleben, basteln, töpfern – die Schüler haben alle Freiheiten. Crossover ist immer gut.“ Sicher aber ist schon: Die Kunst soll nicht in der Schule bleiben. „Wir planen, die Kunst in einem Schaufenster auszustellen, sie in die Stadt hineinwirken zu lassen“, sagt Petra Maria Wewering.

Ich bin H.I.E.R.

Heute können sich die Schüler für das Projekt entscheiden. Bis zu 15 Jugendliche können sich im nächsten halben Jahr an der Aktion beteiligen. Eine Verlängerung des Projekts ist nicht ausgeschlossen. Auf den andern Bonbongläsern steht übrigens „Herkunft“, „Identität“ und „Entwicklung“. Zusammen mit dem „Respekt“ stehen sie sinnbildlich für den Projekttitel: „Ich bin H.I.E.R.“

Kunst, so Petra Maria Wewering, sei eben nicht nur schön anzuschauen. „Sie kann Mut machen, Perspektiven zu wechseln und neue Horizonte zu entdecken.“


 

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