Line Dance: Tanzglück in der Reihe ist zugleich Jogging fürs Gehirn

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„Tanzen macht glücklich“, sagt Veronika Höhlschen. Sie hat den Line Dance nach Stadtlohn gebracht. Das Tanzglück kam 2013 über Husum und den Schwarzwald ins Münsterland.

Stadtlohn

, 23.06.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„... fünf, sechs, sieben acht!“ Veronika Höhlschen gibt mit klarer Ansage den Takt vor. Aus den Lautsprechern erklingt „One Way Wind“ von den Cats. Sieben Frauen wiegen sich im Takt, dann schreiten sie in Linie und Reihe über den Tanzboden, tippen mit den Füßen, seitwärts, seitwärts, die Beine über Kreuz, eine gewandte Vierteldrehung ...

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Veronika Höhlschen bringt den Stadtlohnern Line Dance bei

Line Dance heiß: Konzentration. Sobald die Gedanken abschweifen, egal wohin, ist es vorbei. Eine der Tänzerinnen gerät aus dem Takt. Veronika Höhlschen ist sofort zur Stelle, zählt, korrigiert. „Ja, hier herrscht ein rauer Ton!“, lacht eine andere Tänzerin. Das ist natürlich nur Spaß. Veronika Höhlschen strahlt. Und das tun auch ihrer Tänzerinnen, die Silber-Perlen. „Tanzen macht glücklich“, sagt Veronika Höhlschen.

Per Zufall nach Stadtlohn

Und es hält jung. Das zeigt das Beispiel der Trainerin. Sie schwebt übers Parkett, hat ihre Augen überall, lacht, motiviert, zählt. 2012 ist sie mit ihrem Mann von Husum nach Stadtlohn gezogen, um näher bei ihren drei erwachsenen Kindern zu sein, die es ins Münsterland verschlagen hat. Dass sich die Höhlschens in Stadtlohn niederließen ist purer Zufall. „Ich habe in meiner Kur im Schwarzwald eine Stadtlohnerin kennengelernt, die hat uns hier ein Haus zum Kauf empfohlen.“

Diesen Schritt hat Veronika Höhlschen nie bereut. „Ich fühle mich hier richtig wohl.“ Und Stadtlohn kann sich auch freuen. Veronika Höhlschen hat den Line Dance an die Berkel gebracht. Schon vor 18 Jahren engagierte sich die gelernte Kauffrau, die zuvor zwei Dessous- und Modegeschäfte betrieben hatte, im Seniorensport. „Meine Mutter war in ein Seniorenheim gekommen. Da gab es auch eine Sitztanzgrupe. Ich habe gedacht: So eine Gruppe würde ich auch gerne leiten – nur mit mehr Herz.“

Höchste Konzentration: Beim Line Dance schulen die Choreografien auch das Gedächtnis.

Höchste Konzentration: Beim Line Dance schulen die Choreografien auch das Gedächtnis. © Stefan Grothues

Und mit mehr Fachwissen. An der Landessportschule in Malente ließ sich Veronika Höhlschen zur Seniorentrainerin ausbilden, von Walken über Aquafitness bis hin zum Sitztanz. Fortbildungen in Line Dance folgten ab 2007. In Stadtlohn startete Veronika Höhlschen 2013 mit einem VHS-Kurs und 13 Teilnehmerinnen. Später wechselte sie mit ihren Kursen zum SuS Stadtlohn.

50 Tänzerinnen und Tänzer in fünf Kursen

Heute tanzen in fünf verschiedenen Kursen im Gymnastiksaal der Marienschule. 48 Tänzerinnen und zwei Tänzer – alle 60 plus – montags, mittwochs und donnerstags. Zum Beispiel Reinhild Coles aus Vreden. „Ich habe davon in der Zeitung gelesen. Jetzt gehört der Line Dance einfach fest zum Montagmorgen dazu.“ Genau wie für Helene Teriet aus Legden, Marianne Kreulich und Anneliese Büter. „Das macht nicht nur Spaß“, sagt Anneliese Büter, „das ist auch Gehirnjogging.“

Schließlich gilt es, komplexe Schrittfolgen zu behalten und im Gleichschritt abrufen zu können. „Ja, das ist echtes Gedächtnistraining“, sagt Mechthild Seggewiß. Das haben die Tänzerinnen durch die Corona-Zwangspause erfahren müssen. Trotz Online-Videos mit Anleitungen, die die Trainerin Veronika Höhlschen verschickt hatte, war der Wiedereinstieg manchmal etwas holprig. Aber die Tänzerinnen haben jetzt nach einigen Übungsstunden rasch wieder Tritt gefasst, wie sie beim schnellen Lady Rumba unter Beweis stellen.

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Die Tänzerinnen schätzen neben den Trainingsstunden auch ihre Auftritte mit den Ohrwürmern oder in sozialen Einrichtungen sowie das gesellige Programm mit Pättkestouren und Weihnachtsfeiern.

Zu einem neuen Kurs nach den Sommerferien sind alle interessierten Anfängerinnen und Anfänger willkommen. Allerdings weiß Veronika Höhlschen aus Erfahrung, dass es wieder wohl mehr Anfängerinnen sein werden. „Die Männer trauen sich nicht so recht“, sagt sie. Eine unverbindliche Schnupperstunde am Mittwoch, 5. August, steht allen Interessierten offen. Beginn ist um 16.30 Uhr im Gymnastikraum der Marienschule, Butenstadt 12.

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