Mehr Bäume für das Stadtgebiet gefordert

Bebauungsplan für Feuerwache verabschiedet

Das Wäldchen am Steinkamp, das im Februar dem geplanten Neubau der Feuer- und Rettungswache zum Opfer fiel, soll in Wenningfeld ersatzweise neu aufgeforstet werden. Aber nicht nur dort: Reinhold Dapper (SPD) fordert, verstärkt Neuanpflanzungen im Stadtgebiet vorzunehmen.

STADTLOHN

, 27.03.2017, 18:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mehr Bäume für das Stadtgebiet gefordert

Mitte des dritten Quartals dieses Jahres soll die alte Feuerwache abgerissen werden.

Fachbereichsleiter Mathias Pennekamp stellte in der jüngsten Ratssitzung das Areal für die Ersatzaufforstung vor. Es handelt sich um eine knapp 2600 Quadratmeter große städtische Fläche nördlich des Flugplatzes. Sie wird zurzeit landwirtschaftlich genutzt und liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Wald. Die Fläche der Ersatzaufforstung ist exakt so groß wie die des vormaligen Wäldchens am Steinkamp.

Reinhold Dapper beklagte im Rat, dass die neuen Bäume in Wenningfeld nicht dem Stadtklima zugute kämen. Dapper: "Es kommen einem ja die Tränen, wenn man sieht, wie nach dem Fall der Baumschutzsatzung die Kettensägen in den letzten Jahren durch die Stadt gerollt und die Bäume gefallen sind." Er forderte im Namen der SPD-Fraktion: "Wir möchten, dass in Zukunft Bäume, die Stadtgebiet gefällt werden, ersatzweise auch im Stadtgebiet wieder aufgeforstet werden."

Neuanpflanzungen

Mit diesem Anliegen fand er auch die Unterstützung der anderen Fraktionen. Bürgermeister Helmut Könning versprach, unabhängig von der geplanten Aufforstung in Wenningfeld auch im Stadtgebiet nach geeigneten Stellen für Neuanpflanzungen zu suchen. Mögliche Flächen sollen im nächsten Bauausschuss vorgestellt werden.

Einstimmig verabschiedete der Rat dann den neuen Bebauungsplan, um den planungsrechtlichen Weg für den Neubau der Feuer- und Rettungswache freizumachen. Vor dem Beschluss kamen noch folgende Themen zur Sprache:

Kampfmittel: Der Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Arnsberg hat jetzt Luftbilder des Areals am Steinkamp aus dem Jahr 1945 ausgewertet. Verdächtige "Flecken" gab es nicht. Die Experten schließen aber nicht aus, dass Kampfmittelbelastungen auf dem Fotos nicht erkennbar sind.

"In den am Steinkamp gefällten Bäumen wurden Metallsplitter gefunden", so der Erste Beigeordnete Günter Wewers - ein möglicher Hinweis auf Kampfmittelbelastungen. Bei den Erdarbeiten sei daher besonders auf etwaige Verfärbungen oder verdächtige Gegenstände zu achten. Fachbereichsleiter Mathias Pennekamp: "Damit wird sich der Architekt auseinandersetzen."

Entwässerung: Anwohner, die den Neubau der Feuerwache im Grundsatz begrüßen, hatten schriftlich Einwände gegen das Entwässerungskonzept erhoben. "Vor dem Hintergrund der leider zu erlebenden Hochwasserlagen der letzten Jahre treibt uns die Sorge um, dass das Entwässerungskonzept nicht ausreichend erscheint", so heißt es in einem Schreiben der Anwohner.

Diese Sorgen, dass durch zusätzliche Versiegelung und den Wegfall des Waldes die Überflutungsgefahr für den Steinkamp steigt, "haben wir im direkten Gespräch mit den Einwendern ausräumen können", berichtete Fachbereichsleiter Mathias Pennekamp im Rat. Auf dem Gelände der Feuerwehr werden zusätzliche Kanalschleifen verlegt, die bei Starkregen wie ein Puffer wirken. Pennekamp: "Das Kanalnetz am Steinkamp hat daher in Zukunft sogar weniger Zuflüsse zu verkraften, als es heute der Fall ist."

Lärmschutz: Zum Schutz der Nachbarschaft vor Lärm sind Übungen und Schulungen so zu organisieren, dass die Nachbarschaft nachts von 22 bis 6 Uhr nicht durch an- und abfahrende PKW und Einsatzfahrzeuge belästigt werden. Dies gibt ein eigens erstelltes Lärmgutachten vor.

Im Notfallbetrieb - spricht Einsatzfall - sind Überschreitungen zur Abwehr von Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung natürlich rund um die Uhr zulässig.

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