Milde Strafe nach dreifachem Einbruch ins Legdener Jugendhaus Pool

mlzAmtsgericht Ahaus

Drei Einbrüche innerhalb eines Monats gab es Ende 2018 beim Jugendhaus Pool in Legden. Ein 21-jähriger Stadtlohner, der die Taten gestand, wurde nun am Amtsgericht Ahaus verurteilt.

Legden, Stadtlohn

, 01.08.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein 21-jähriger Stadtlohner, der heute in einer sozialtherapeutischen Einrichtung zur Wiedereingliederung lebt, ist im Dezember 2018 gleich dreimal in das Legdener Jugendhaus „Pool“ eingebrochen und hat verschiedene Sachen entwendet. Daher wurde er nun wegen schwerem Einbruchsdiebstahls vor dem Amtsgericht Ahaus angeklagt.

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Große Anstalten, die Taten zu leugnen, machte er nicht. „Ja, ich war es“, erklärte er auf Nachfrage des Richters. Als Begründung nannte der Stadtlohner einen finanziellen Engpass: „Ich brauchte einfach Geld. Ich lebte damals auf der Straße.“

Konsole und Controller geklaut

Der 21-jährige erläuterte knapp, dass er alleine in das Jugendhaus eingebrochen sei und dort unter anderem 70 Euro aus der Getränkekasse, eine Spielkonsole, einen Controller und mehrere Spiele entwendet habe. Gesamtwert: circa 1000 Euro. Bei den Einbrüchen waren mehrere Scheiben zu Bruch gegangen, deren Reparatur weitere 1600 Euro kostete.

Bei seiner Vernehmung belastete der Stadtlohner einen 25-jährigen Legdener: „Er stand bei zwei Fällen vor der Tür und hat Schmiere gestanden.“ Ein weiterer Bekannter habe später die Sachen bei einem An- und Verkauf in Ahaus verkauft. Ob der Gewinn geteilt worden war, blieb offen.

Der 25-jährige Legdener bestritt vor Gericht allerdings vehement, irgendwas mit der Sache zu tun zu haben: „Ich bin nirgendwo eingebrochen und habe auch nicht aufgepasst. An dem einen Tag war ich sogar bei meiner Mutter zu Hause.“ Warum ihn der Stadtlohner denn zu Unrecht beschuldigen sollte, wollte der Richter wissen.

„Ich habe ihn behandelt wie einen Assi“

„Ich habe ihn damals behandelt wie eine Assi. Ich hab ihn gehänselt und gepiesackt“, so der 25-Jährige. Das bestritt der Stadtlohner zwar nicht, allerdings behaart er trotzdem auf seiner Version: „Er stand Schmiere.“

Nach und nach erhielt diese Darstellung allerdings Risse. In seinen Ausführungen wich der 21-Jährige mehrfach von seinen Aussagen bei der Polizei ab. Später gab er an, zu Dritt unterwegs gewesen zu sein. Das hatte er zu Beginn der Verhandlung noch anders geschildert.

Für Richter, Staatsanwalt und Verteidiger war die Sache damit klar. Der 25-jährige Legdener habe mit der Sache nichts zu tun gehabt und sei freizusprechen. Mit Blick auf die sehr schwere Kindheit und Jugend des Angeklagten sowie die derzeitige Unterbringung, in der klare Fortschritte zu erkennen seien, ließ der Richter in seinem Urteil Milde walten.

Von einer Jugendstrafe, die der Staatsanwalt beantragt hatte, sah er ab. Er ordnete die weitere Unterbringung in der Unterkunft und gemeinnützige Arbeit an.

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