150 Veranstaltungstechniker, Gastronomen und Logistiker bereiten am Flugplatz in Wenningfeld das Areal für das nach Veranstalterangaben „größte Dodgeball-Event der Welt" vor. © Stefan Grothues
Dodgeball-Beach-Cup

Mit Video: Das weltgrößte Dodgeball-Festival baut auf 1200 Tonnen Sand

Die dunklen Wolken ziehen langsam ab. 150 Männer und Frauen legen sich ins Zeug, um das Festivalgelände für den Dodgeball-Beach-Cup herzurichten. Für die PCR-Testfrage gibt es eine neue Lösung.

Ihre Walky Talkys rauschen und piepsen ohne Unterlass. Martin Bienhüls und Hendrik Kemper sind an diesem Montag die gefragtesten Leute auf dem Dodgeball-Beach-Cup-Areal. 150 Veranstaltungstechniker, Logistiker, Gastronomen, Handwerker, Zeltaufbauer wollen dirigiert sein: Wohin mit dem Zaunelement? Fürs Dodge Ville sind zu wenig Schlafzelte geliefert worden – was nun? Und im Morast hat sich ein Lkw festgefahren.

Martin Bienhüls und Hendrik Kemper, die am ersten Septemberwochenende das nach eigenen Angaben größte Dodgeball-Event der Welt zusammen mit Martin und Bernd Ellerkamp veranstalten, wirken an diesem Montag aber nicht gestresst. „Es läuft“, sagt Hendrik Kemper. Die Stimmung auf dem Festivalgelände am Flugplatz in Wenningfeld ist gut. „Alle freuen sich, dass mit dem Dodgeball-Beach-Cup nach allzu langer Coronapause wieder ein Großevent stattfinden kann. Darauf haben alle in der Veranstaltungsbranche gewartet.“

Veranstalter trägt Kosten für zweiten PCR-Test der Dogde-Ville-Bewohner

Noch vor drei Wochen standen Martin Bienhüls und Hendrik Kemper deutlich mehr unter Druck. Damals war angesichts steigender Inzidenzen noch fraglich, wie die Coronaregeln Anfang September aussehen würden. Jetzt ist alles klar. Es gilt die die 3G-Regel: geimpft, genesen oder PCR-gestestet.

50 Sattelzüge lieferten den Sand, auf dem die 2000 angemeldeten Dodgeballer ab Freitag antreten werden.
50 Sattelzüge lieferten den Sand, auf dem die 2000 angemeldeten Dodgeballer ab Freitag antreten werden. © Stefan Grothues © Stefan Grothues

„Für die Bewohner von Dodge Ville, die schon am Donnerstagnachmittag anreisen werden und daher zwei PCR-Tests brauchen, haben wir jetzt auch eine Lösung gefunden“, sagt Hendrik Kemper. „Wir bieten am Freitag einen Shuttle zu einer Teststelle an. Auch die Testkosten für die Dodge-Ville-Bewohner nehmen wir auf unsere Kappe. Wir wollen auf Nummer sicher gehen, dass alles seine Ordnung hat.“

Ohnehin, so Martin Bienhüls, sei die überwiegende Mehrheit der 340 Bewohner der Zeltstadt „Dodge Ville“ geimpft. Das gilt seiner Einschätzung nach auch für die fast 2000 aktiven Spieler sowie für Tausende weitere Partygäste, die am Freitag und Samstag erwartet werden. So oder so, ob geimpft, genesen oder getestet – noch bevor die Tickets kontrolliert werden, würden alle Nachweise lückenlos kontrolliert, betont Martin Bienhüls.

Lorenz Schall und Niels Kölker bauen die Schlafzelte im Dodge Ville auf. Die beiden Studenten sorgen während der Festivaltage als „Hotelmangager
Lorenz Schall und Niels Kölker bauen die Schlafzelte im Dodge Ville auf. Die beiden Studenten sorgen während der Festivaltage als „Hotelmangager“ für die Bewohner. © Stefan Grothues © Stefan Grothues

Das gilt auch für die 150 Männer und Frauen, die zurzeit das Festivalgelände herrichten sowie für die 200 Festivalbeschäftigten, die ab Donnerstag als Schiedsrichter, Sicherheitsleute oder Servicekräfte aktiv sind. „Wir haben eine Impfquote von 100 Prozent. Alle unsere Mitarbeiter sind geimpft, ausnahmslos“, sagt Hendrik Kemper.

Gutes Einvernehmen mit den Nachbarn

Und was ist mit dem festgefahrenen Lkw? „Kein Problem“, sagt Martin Bienhüls. Ein benachbarter Landwirt hat ihn mit dem Schlepper freigezogen. „Das Verhältnis zu den Nachbarn ist gut, da sind wir wirklich froh drüber. Wir haben sie von Anfang an mit ins Boot genommen“, so Bienhüls. Zum Auftakt am Donnerstagabend sind die unmittelbaren Anlieger, die von der Festival-Geräuschkulisse besonders betroffen sind, auf ein Bier und eine Grillwurst eingeladen.

„Endlich wieder eine Großveranstaltung!
„Endlich wieder eine Großveranstaltung!“ Bernd Busert (rechts), Inhaber von Zelte Stockhorst, beim Aufbau eines von insgesamt 22 Veranstaltungszelten. © Stefan Grothues © Stefan Grothues

In Dodge Ville bauen derweil Niels Kölker und Lorenz Schall die 168 kleinen grünen Schlafzelte auf. Seit Jahren ist das für den Urbanistik-Studenten und den Jura-Studenten mehr als nur ein Semesterferienjob. „Wir genießen die Festivalatmosphäre“, sagt Niels Kölker. Der Aufbau der Zelte und die anschließende Betreuung der Gäste seien ein „interessanter Perspektivwechsel“.

Teams aus Singapur und den USA in diesem Jahr nicht am Start

Allerdings sind in diesem Jahr 100 Zelte zu wenig geliefert worden. „Das Problem ist schon gelöst“, sagt Martin Bienhüls. Er hat bereits beim Lieferanten in Hamburg angerufen. „Die Zelte sind auf dem Weg, sie sollen heute noch ankommen.“

65.000 Quadratmeter misst das ganze Festival-Areal am Flugplatz in Wenningfeld. Bis zu 4500 Besucher können gleichzeitig auf die 8000 Quadratmeter große Veranstaltungsfläche.
65.000 Quadratmeter misst das ganze Festival-Areal am Flugplatz in Wenningfeld. Bis zu 4500 Besucher können gleichzeitig auf die 8000 Quadratmeter große Veranstaltungsfläche. © Stefan Grothues © Stefan Grothues

Allerdings: Die Zeltbewohner werden in diesem Jahr anders als sonst nicht international sein. Teams aus Singapur, Kanada und den USA haben wegen der unklaren Pandemielage und Quarantänebestimmungen in ihrer Heimat abgesagt. Knapp 2000 Dodgeballer aus der Region, aber auch aus Dortmund, Hamburg, Berlin und München freuen sich nach wie vor auf das Großevent.

Über 1200 Tonnen Sand nach Wenningfeld gebracht

Das Spielfeld für sie ist schon vorbereitet. Am Montag wurden die letzten der 50 Lkw-Züge erwartet, die insgesamt über 1200 Tonnen Sand nach Wenningfeld gebracht haben. Am Rande der sechs Spielfelder baut Bernd Busert mit seinen Mitarbeitern die Veranstaltungszelte auf. Insgesamt sind es 22 in diesem Jahr – vom Spitzzelt bis hin zum großen Schützenfestzelt.

„Die Handgriffe sitzen noch nicht ganz so schnell wie in früheren Jahren“, sagt Zelte-Profi Bernd Busert, Inhaber des Unternehmens Zelte Stockhorst. „Sonst bauen wir die Zelte ja Woche für Woche auf.“ Jetzt aber gab es ja die lange Coronapause, in der nur Teststationen gefragt waren, aber keine Schützenfeste gefeiert wurden. Bernd Busert gibt zu: „Ich hab ja vor drei Wochen noch nicht daran geglaubt, dass der Dodgeball-Beach-Cup wirklich stattfinden kann.“

Insgesamt dreieinhalb Kilometer Zaunelemente haben die Veranstalter geordert, um die Veranstaltungsbereiche einzugrenzen.
Insgesamt dreieinhalb Kilometer Zaunelemente haben die Veranstalter geordert, um die Veranstaltungsbereiche einzugrenzen. © Stefan Grothues © Stefan Grothues

Martin Bienhüls und Hendrik Kemper blicken zufrieden in den noch wolkenverhangenen Himmel, der aber ab und zu einen Sonnenstrahl erahnen lässt. „Der große Regen ist vorbei“, sagt Hendrik Kemper. „Am Wochenende soll es schön werden.“ Martin Bienhüls ergänzt: „Ja, keine übergroße Hitze, kein Wind. Wir hoffen jetzt auf ideale Bedingungen.“

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Stefan Grothues

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