Riesig ist die Vorfreude bei Lotta Wilmer auf die Radtour mit ihren Eltern nach Münster. Die Resonanz ist überwältigend. © Michael Schley
Spendenaktion

Mit Video: Lotta (4) radelt nach Münster und sammelt Spenden für Trostbären

Mit den Eltern möchte die vierjährige Lotta Wilmer Spenden für die „Aktion Teddybär" erradeln. Dass die Tour nach Münster so viel Unterstützung erfahren sollte, überraschte die Familie sehr.

Eigentlich war es zunächst eine Idee im Kleinen. Lotta Wilmer fährt mit ihren Eltern mit dem Fahrrad nach Münster, „Lotta on tour“ quasi. Mit dieser Aktion möchte die Vierjährige Spenden für die „Aktion Teddybär“ sammeln. Doch welch großen Stein die Familie mit diesem Projekt ins Rollen gebracht hat, das hat sie dann doch überrascht: „Die Resonanz ist einfach überwältigend“, berichtet Mutter Dette Wilmer.

Binnen kürzester Zeit hat die Spendenaktion „Lotta radelt“ immer größere Kreise gezogen – neben viel organisatorischer Unterstützung ist die Spendensumme schon jetzt beträchtlich angewachsen. Damit sind Motivation und Vorfreude auf den großen Tag am 16. Juli stetig gestiegen.

Schon vor der eigentlichen Tour freut sich Lotta Wilmer, dass von der Spendensumme viele Trostspender-Teddybären an Kinder in Notsituationen verteilt werden können.
Schon vor der eigentlichen Tour freut sich Lotta Wilmer, dass von der Spendensumme viele Trostspender-Teddybären an Kinder in Notsituationen verteilt werden können. © Michael Schley © Michael Schley

Dass Lotta Wilmer ein Energiebündel ist, das zeigt sich im persönlichen Gespräch. Und so verwundert es nicht, dass Norbert und Dette Wilmer ihren ursprünglichen Plan umschreiben mussten. „Eigentlich wollte ich mit meinem Mann allein die Tour nach Münster zu meiner Schwester fahren, aber Lotta ließ keine Ruhe“, so Dette Wilmer.

Da habe man sich die Frage gestellt, ob man eine Vierjährige damit nicht überfordere. „Aber da haben wir Lotta grandios unterschätzt“, berichtet die Mutter. Die Leidenschaft fürs Radfahren war früh geweckt, auch Lottas jüngerer Bruder Lasse ist per Laufrad schon mobil. Spätestens mit dem Umstieg auf ein 18-Zoll-Rad war die Vierjährige nicht mehr zu bremsen.

Mit dem Rad zum Kindergarten nach Südlohn und zurück

Gemeinsam mit der Mutter ging es rasch per Rad die 8,5 Kilometer zum Kindergarten nach Südlohn. „Ich wollte sie dann mit dem Auto abholen, aber das konnte ich stehen lassen“, erklärt Dette Wilmer. Auch zurück ging es per Rad. Bald darauf konnte das Pensum bereits auf 30 Kilometer gesteigert werden. „Danach war sie noch nicht platt, es ging noch in die Sauna und aufs Trampolin“, erklärt die Mutter und lacht.

Bei einem Besuch der Almsicker Eierkiste sei dann die Idee zur Spendenfahrt für die „Aktion Teddybär“ entstanden. Diese Teddybären hätten auch der Familie schon oft Trost gespendet, jetzt könne man „etwas zurückgeben“, betont Norbert Wilmer. „Das haben wir dann einfach mal in der Familie gestreut“, ergänzt Dette Wilmer.

„Welle der Hilfsbereitschaft“ von Beginn an

Das Ergebnis ist bekannt – eine nicht zu erwartende Eigendynamik entwickelte sich. „Wir dachten, wenn 100 oder 200 Euro zusammenkommen, wäre das klasse. Doch als der erste bereits 50 Euro angekündigt hatte, waren wir schon baff“, berichtet Dette Wilmer. Und so richtete man für diese „coole Aktion“, so der Tenor, eine eigene Whats-App-Gruppe ein. Die Welle der Hilfsbereitschaft sei sofort „unglaublich“ gewesen.

„Eine Freundin hat ein Logo entworfen, ein Freund schoss ein Foto für den Flyer. Eigens wurden T-Shirts gedruckt, die Nachrichten wurden auf Arbeitsstellen und in Freundeskreisen geteilt, sogar Firmen unterstützen die Aktion, ein Stadtlohner Autohaus will am Aktionstag ein Begleitfahrzeug zur Verfügung stellen.

Nicht zu vergessen ist die mediale Unterstützung, so wird der WDR die Fahrt in Teilen begleiten, Sat1 hat die Aktion angekündigt. „Aber alles im Rahmen“, beruhigt Dette Wilmer. Denn ganz wichtig: Alles soll komplett freiwillig und entspannt ablaufen, Lotta bestimmt das Tempo.

Aktion entwickelt eine unglaubliche Eigendynamik

Für entsprechende Vorkehrungen ist gesorgt: „Wer Lotta kennt, der weiß, dass sie die 60 Kilometer zum Aasee schaffen kann. Aber wir wissen auch, dass bei Kindern viele Faktoren eine Rolle spielen“, so Dette Wilmer. Dazu komme die Witterung oder auch die Tagesform. Neben dem Begleitfahrzeug bestehe immer die Möglichkeit, dass ihre Schwester dem Team aus Münster kommend entgegenfahre, um Lotta aufzunehmen.

Die Vierjährige ist ein echtes Energiebündel, das Radfahren hat sie früh für sich entdeckt.
Die Vierjährige ist ein echtes Energiebündel, das Radfahren hat sie früh für sich entdeckt. © Michael Schley © Michael Schley

Viel wichtiger sei die Idee hinter der guten Sache – und so bekomme es die Familie auch widergespiegelt von den vielen Anhängern der Aktion. Gut sei es auch, dass Lotta „von dem Wirbel“ nicht so viel mitbekomme.

Dass Lotta nicht nur ein „Wirbelwind“, sondern auch ein „Frühaufsteherkind“ ist, das spielt der Familie am 16. Juli in die Karten. Früh um 7.30 Uhr will sich das Team in Richtung Münster aufmachen. Gegen 16 Uhr hoffen sie, Münster zu erreichen. Zurück fahren dann Norbert und Dette Wilmer allein mit dem Rad.

Auf Lotta wartet in Münster derweil noch eine Überraschung der Schwester. „Wird natürlich nicht verraten“, so die Mutter. Für Lotta Wilmer zählt in diesem Moment eh nur eines: „Ich freue mich riesig auf Freitag!“ Und darüber, dass bereits so viele für Teddybären gespendet haben…

  • Die Spendentour kann selbstverständlich weiter mit Spenden unterstützt werden. So hat die Familie unter anderem bei Bio Lesker und im Kiosk am Hengeler Eck Spendendosen aufgestellt.
  • Eingerichtet wurde zudem ein Konto bei der Sparkassen Westmünsterland (Stichwort Lotta Wilmer).
  • 1993 wurde die „Aktion Teddybär“ in Ahaus gegründet, seit Herbst 2006 arbeitet sie auch mit dem Freundeskreis Lüdinghausen zusammen.
  • Durch die „Aktion Teddybär“ werden Teddybären organisiert, die Kindern in Notsituationen Trost spenden. Die Teddybären werden eigens für diese Aktion hergestellt.
  • Zwischenzeitlich ist die Aktion expandiert und betreut 35 Rettungswachen in den Kreisen Borken, Coesfeld, Kleve, Steinfurt und Wesel sowie auch überregional.
  • Mehr Infos zur „Aktion Teddybär“ online (www.aktion-teddy.de).
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