Bester Laune hat die vierjährige Lotta Wilmer die Strecke bis kurz vor Münster mit dem Rad bewältigt. Die Vierjährige freut sich nun auf die bemerkenswerte Spendensumme, die die Familie der „Aktion Teddybär" übergeben kann. © privat
Spendentour

Mit Video: Lotta Wilmer erradelt über 10.000 Euro für viele Trostteddys

Kurz vor Münster stieg Lotta Wilmer vom Rad in den Croozer, die Vierjährige hatte tolle 57,7 Kilometer auf ihrer Spendentour geschafft. Zur Belohnung gab es Pizza, doch diese verschlief sie.

Ein großer Teddybär wartete im Ziel auf Lotta Wilmer – Mitglieder der „Aktion Teddybär“ hatten am Aasee in Münster ein großes Dankeschön für die Vierjährige bereitgehalten. Den Teddy nahm die Stadtlohnerin im Fahrradanhänger in Empfang, in diesen war sie in Roxel vor den Toren Münsters eingestiegen. Tolle 57,7 Kilometer standen dort auf dem Tachometer, eine „Wahnsinnsleistung“, wie Mutter Dette Wilmer im Gespräch feststellt.

Teilweise bis zu 20 Stundenkilometer legte die junge Stadtlohnerin auf dem Rad vor. An ihrer Seite war stets ein kleiner Teddybär.
Teilweise bis zu 20 Stundenkilometer legte die junge Stadtlohnerin auf dem Rad vor. An ihrer Seite war stets ein kleiner Teddybär. © privat © privat

Rund acht Kilometer vor dem Ziel war Lotta leicht gestürzt. „Wir konnten schwer einschätzen, ob es eine Unachtsamkeit oder ein erstes Zeichen von Erschöpfung war. Wir haben sie dann vorsorglich in den Croozer gebeten“, erklärt die Mutter. In diesem hatte es sich vom Start weg am frühen Morgen in Stadtlohn bereits Bruder Lasse gemütlich gemacht – „bei Musik und mit Büchern, der beste Platz“, erzählt Dette Wilmer und lacht.

Ein Frühstück in Coesfeld und ein Eis in Havixbeck

Vom Wohnhaus aus ging es für das Gespann Richtung Coesfeld, wo die erste Pause eingelegt wurde. „Nach dem Frühstück und mit viel Zuspruch fuhren wir weiter bis Havixbeck, dort gab es ein Eis“, berichtet die Mutter.

Bis Roxel legte die Familie die 57,7 Kilometer in gut viereinhalb Stunden zurück.
Bis Roxel legte die Familie die 57,7 Kilometer in gut viereinhalb Stunden zurück. © privat © privat

Auch ein wenig Regen konnte die Familie nicht aufhalten, Vater Norbert gab nach kurzer Pause das Kommando, es auch bei bescheideneren Bedingungen weiter zu versuchen. Lotta war dies eh egal. „Immer durch die Pfützen“, war diese doppelt motiviert.

Geplant war es dann eigentlich, dass Lotta auf ihrer Tour die letzten Meter ins Ziel noch einmal aufs Rad steigt. „Das wollte sie dann aber nicht mehr“, so Dette Wilmer. Pünktlich gegen 16.30 Uhr wurde das Ziel erreicht. Zur Belohnung gab es eine leckere Pizza für die Familie.

Es roch lecker

„Lotta hat diese aber verschlafen, sie wurde nur kurz wach und stellte fest, wie lecker es rieche“, schmunzelt Dette Wilmer. Der bemerkenswerte Kraftakt wurde nun auch bei der Vierjährigen spürbar. Die Entscheidung, in Roxel in den Croozer zu wechseln, sei absolut die richtige gewesen, so Dette Wilmer.

Das Pizzaessen wurde dann am nächsten Tag nachgeholt. Nicht die einzige Überraschung für die beiden Geschwister. Gemeinsam mit Dette Wilmers Schwester ging es in den Münsteraner Zoo, bevor die Rückkehr nach Stadtlohn auf dem Plan stand. „Ich bin mit meinem Mann auf dem Rad zurückgefahren, wir sind quasi gleichzeitig zuhause angekommen“, so Dette Wilmer. Es schloss sich als weitere Belohnung noch ein Lotta-Wunschtag an.

Spendenmarke von 10.000 Euro ist schon übertroffen

„Wir sind unheimlich stolz auf Lotta.“ Rückblickend haben sich Norbert und Dette Wilmer in der Einschätzung bestärkt gesehen, dass Lotta zu dieser Tour in der Lage war. „Teilweise hat sie mehr als 20 Stundenkilometer vorgelegt“, blickt Dette Wilmer zurück.

Gemeinsam mit Bruder Lasse hatte Lotta bei den Pausen auch Zeit, die Gegend zu erkunden und spannende Bekanntschaften zu machen.
Gemeinsam mit Bruder Lasse hatte Lotta bei den Pausen auch Zeit, die Gegend zu erkunden und spannende Bekanntschaften zu machen. © privat © privat

Ihre Tochter könne selbst kaum einschätzen, was sie geleistet habe – wohlgemerkt für eine Vierjährige. Nun stünden erst einmal ein paar Tage Erholung an. Wobei Lotta bereits wieder jeden Tag auf dem Rad sitze.

Mit großer Freude nimmt die Familie das Feedback auf, dass ihnen zugespielt wird. Und die enorme Spendensumme: Am Dienstagmittag lag diese bereits bei deutlich über 10.000 Euro. Bald wird man die Spendendosen einsammeln und „einen Cut machen“. „Wir sind absolut überwältigt und freuen uns jetzt schon darauf, zu sehen, was wir der ‚Aktion Teddybär‘ übergeben können“, blickt Dette Wilmer voraus.

Unterwegs wurden die Energiereserven immer wieder aufgetankt.
Unterwegs wurden die Energiereserven immer wieder aufgetankt. © privat © privat

Wer die „Aktion Teddybär“ unterstützen möchte, kann das noch unter dem Stichwort Lotta Wilmer bei der Sparkasse Westmünsterland tun.

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