Ist zufrieden mit der Ernte und startet jetzt die Nachlese: Erdbeer-Anbauer Heinrich Möllers aus Stadtlohn. © Nils Dietrich
Erdbeer-Nachlese

Mit Video: Viele Landwirte stöhnen über Erdbeer-Ernte, dieser Stadtlohner nicht

Schlechtes Wetter, sinkende Erträge: Die Erdbeer-Saison war nicht nach den Vorstellungen vieler Anbauer. Heinrich Möllers aus Stadtlohn sieht das entspannter – bei ihm kann noch gepflückt werden

Eigentlich ist die Saison für Heinrich Möllers schon vorbei. Auf die Felder des Erdbeerhofs in Stadtlohn-Hundewick kommen nur noch vereinzelt Kunden, um die letzten Erdbeeren des Jahres zu pflücken. „Wir ernten derzeit die Malwina, eine späte Sorte“, sagt der Senior-Chef. „Vom Geschmack her ist das schon ein Unterschied zu den frühen Sorten.“

Aber die sei nicht so einfach zu pflücken. Die Nachlese erfordert etwas mehr Ausdauer, denn stellenweise müssen die auf den Feldern verbliebenen Früchte regelrecht gesucht werden. Und nicht alle Exemplare sind noch genießbar, bei Feuchtigkeit setzen manche bereits Schimmel an. Aber, betont Heirnrich Möllers, es lohne sich.

Erdbeer-Saison machte nicht alle glücklich

Der Rückblick auf die nun in den allerletzten Zügen befindliche Erdbeer-Saison fällt im Gegensatz zu vielen anderen Branchenvertretern bei ihm positiv aus. „Mit der Saison sind wir zufrieden“, erklärt er. Besser gehe es natürlich immer: „Aber das Wetter kann man eben nicht beeinflussen.“

Genau das hat der Erdbeer-Branche insgesamt zu schaffen gemacht: So sank die Erntemenge im Freiland in Nordrhein-Westfalen gegenüber dem Vorjahr um 34,2 Prozent, teilte das Statistikamt des Landes am Mittwoch mit. Maßgeblich für den Rückgang sei der durch das kalte, nasse und sonnenarme Frühjahr verzögerte Erntebeginn.

Auch Heinrich Möllers hätte gerne eine oder zwei Wochen früher mit der Erdbeer-Ernte begonnen. Der eigentliche Start der Saison ist im Normalfall Ende Mai. Zuvor gab es noch Nachtfröste in der Blüte, aber die Ausfälle konnte der Betrieb auffangen.

Immerhin, so der Landwirt, habe es im Gegensatz zu den Vorjahren keine Probleme mit der Trockenheit gegeben. Aber als Landwirt müsse man mit solchen Risiken leben: „Ich sag mir immer, dass Stöhnen doch nix bringt.“

Den Betrieb hat er längst an Tochter Angelika und Schwiegersohn Daniel übergeben. Aber ganz aufs Altenteil hat er sich noch nicht zurückgezogen, ein wenig packt der 67-Jährige noch mit an, der den Hof vor über 45 Jahren von seinem Vater übernommen hat.

Letzte Chance auf frische Erdbeeren

Das waren noch andere Zeiten: „Früher haben die Leute ganze Wannen mit Erdbeeren von den Feldern getragen, um die Früchte zu Hause zu verarbeiten.“ Heute sei das doch stark rückläufig.

Ist zufrieden mit der Ernte und startet jetzt die Nachlese: Erdbeer-Anbauer Heinrich Möllers aus Stadtlohn.
Bei der Nachlese ist Eile geboten, denn die ersten Früchte fangen an zu faulen. © Nils Dietrich © Nils Dietrich

Übrigens: Wer Heinrich Möllers vom Gegenteil überzeugen und sich noch etwas von der Nachlese sichern möchte, hat noch ungefähr eine Woche die Chance auf die letzten Erdbeeren des Jahres.

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