Mütter-Protest gegen Kreißsaal-Schließung findet im Internet viel Zuspruch

mlzGeburtshilfe in Stadtlohn

Ein Mütterstammtisch will sich gegen die Schließung des Kreißsaals in Stadtlohn wehren. Die Riesenresonanz auf ihren Aufruf im sozialen Netzwerk Facebook hat sie selbst überrascht.

Stadtlohn

, 14.11.2018 / Lesedauer: 3 min

Die kleine Heidi ist die jüngste in der Runde. Erst vor zwei Wochen hat sie im Stadtlohner Krankenhaus Maria-Hilf das Licht der Welt erblickt. Dort sind auch all die anderen Kinder geboren, die jetzt um den Esszimmertisch herumwuseln. Das sitzen am Mittwochnachmittag Anne Feldmann, Mona Keitmeier, Anke Serowy und Jessica Efting und überlegen, was sie gegen die geplante Schließung des Kreißsaals Stadtlohn unternehmen können. Wie berichtet, soll die Geburtsabteilung am Ahauser Krankenhaus zusammengelegt werden.

„Keiner schreit auf“

„Jeder bedauert die Schließung der Geburtsstation, aber keiner schreit auf,“ sagt Mona Keitmeier. Schon seit der Schulzeit trifft sie sich regelmäßig mit ihren Freundinnen. Die Bindungen sind im Laufe der Zeit durch die Kinder noch tiefer worden. Und alle hat die Nachricht vom baldigen Aus der Geburtsstation in Stadtlohn tief getroffen. Die jungen Mütter loben das „tolle“ Ärzteteam, das Engagement der Hebammen und aller Mitarbeiterinnen, die neuen und modernen Räumlichkeiten. „Das Zusammenspiel ist einfach perfekt“, sagt Anne Feldmann, die dort vor zwei Wochen die kleine Heidi zur Welt brachte. Anke Serowy, die dort schon zwei Kinder bekommen hat, nickt zustimmend und sagt: „Das ist wie eine Familie.“

Versammlung vor dem Rathaus

Die Freundinnen, alle im Alter von 30 bis 34 Jahren, wollen etwas tun. Mona Keitmeier sagt: „Diese Schließung darf nicht einfach leise hingenommen werden.“ Darum wollen die Freundinnen in etwa zwei Wochen zum Protest vor dem Rathaus aufrufen. Der genaue Termin steht noch nicht fest. „Wir müssen noch mit der Stadtverwaltung sprechen und die Versammlung anmelden“, so Mona Keitmeier. Es könnte aber voll werden auf dem Marktplatz. Nach nur zwei Tagen zählt ihre Facebook-Gruppe „Wir gegen die Schließung der Gynäkologie in Stadtlohn“ bereits weit über 2500 Mitglieder. „Mit so einer großen Resonanz haben wir nicht gerechnet“, sagt Anne Feldmann.

Hoffen die Frauen auf eine Zurücknahme der Entscheidung? Jessica Efting zuckt mit den Achseln: „Wir sind realistisch. Wir Mütter werden wohl nicht viel bewegen können. Wir wollen aber, dass die Leute sehen, was hier passiert. Und diejenigen, die die Entscheidung getroffen haben, sollen merken, dass sie einen Fehler machen.“

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