Nach Kioskbrand sucht Polizei jetzt Brandstifter

Blaulicht

Verkohlte Holzbalken – viel mehr ist vom Kiosk der Minigolfanlage im Losbergpark nicht übrig geblieben: ein Tatort mit vielen offenen Fragen.

Stadtlohn

, 02.11.2017, 18:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nach Kioskbrand sucht Polizei jetzt Brandstifter

© Markus Gehring

Lichterloh hat am frühen Mittwochmorgen der Kiosk gebrannt. Auch ein schneller Feuerwehreinsatz konnte den etwa 40 Jahre alten Pavillon nicht retten (Münsterland Zeitung berichtete). Der Rauch ist inzwischen verzogen, die Glut erloschen. Aber der Schock beim Kioskpächter Orhan Dibrani sitzt immer noch tief. So tief, dass er lieber seinen Sohn Schajip Dibrani für sich sprechen lässt. Und der fragte sich am Tag nach dem Brand: „Will jemand unsere Familie gezielt schädigen? Will jemand unsere Existenz ruinieren?“

Antworten auf diese Fragen kennt die Polizei noch nicht. Doch für die Kripo stand nach den ersten Ermittlungen am Donnerstag fest: „Es ist von einer Brandstiftung auszugehen.“ Auf 20.000 Euro schätzt die Polizei den Schaden. Den Brandort hat die Staatsanwaltschaft beschlagnahmt. Polizeisprecher Danièl Maltese: „Die Kriminalpolizei in Ahaus bittet daher Zeugen, die verdächtige Beobachtungen am Kiosk gemacht haben, sich unter der Rufnummer (025619) 9260 zu melden.

War es blinder Vandalismus oder eine gezielte Tat? Maltese: „Wir stehen noch am Anfang der Ermittlungen. Darüber können wir noch keine Aussagen machen.“

Auch Schajip Dibrani weiß nichts Genaues, aber er hat einen Verdacht: „Es war ja nicht der erste Mal, dass etwas passiert ist. Es gibt eine ganz Serie von Vorfällen auf Kioske unserer Familie.“ Er nennt Beispiele: Kioskeinbrüche in Vreden und Stadtlohn, Schmiererein, verbrannte Werbefahnen. „Es gab sogar anonyme Morddrohungen“, sagt Schajip Dibrani.

Pächterfamilie verunsichert



Das sei auch der Grund gewesen, warum die Minigolfanlage im vergangenen Sommer an manchen Tagen geschlossen gewesen sei, obwohl eigentlich ein durchgehender Spielbetrieb vorgesehen gewesen sei. „Diese ganzen Vorfälle haben meine Familie mitgenommen. Wir wissen nicht, wie wir das alles auffassen sollen. Wir vertrauen aber auf die Polizei, dass sich alles aufklärt.“

Schahips Vater Orhan Dibrani hatte den Kiosk und die Minigolfbahn im Losbergpark erst im vergangenen Frühjahr als Pächter übernommen. Gleichzeitig führt er auch die Cafeteria des Frei- und Hallenbades in Stadtlohn sowie in den Bädern in Alstätte und Gescher. Auch in Vreden betreibt die Familie – Orhan Dibrani hat acht Kinder – einen Kiosk.

Wie geht es nun im Losbergpark weiter? Kann dort im nächsten Sommer wieder Minigolf gespielt werden? Familie Dibrani will alles daran setzen. „Wir sind seit 20 Jahren im Kioskgeschäft. Da gab es auch mal Niederlagen. Wir sind aber immer wieder aufgestanden. Das wollen wir auch dieses Mal tun. Wir wollen Stärke zeigen.“

Stadt will Minigolfbahn



Das hört der Erste Beigeordnete der Stadt Stadtlohn, Günter Wewers gerne. „Wir sind daran interessiert, dass es weitergeht. Minigolf soll es auch in Zukunft im Losbergpark geben. Das Angebot macht den Park attraktiver.“ Soll ein neuer Kiosk gebaut werden? Oder ist eine andere Lösung im Verbund mit dem Freibad denkbar? Diese Fragen wolle die Stadt jetzt erörtern. Wewers: „Bis zum Start der nächsten Saison im Mai ist ja noch Zeit, die vielen offenen Fragen zu klären.“

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