Nette Toilette stößt bei Gastwirten und Einzelhändlern auf wenig Resonanz

mlz„Nette Toilette“

Stadtlohn verzichtet auf die offizielle Einführung der „Netten Toilette“ in Gastronomie und Einzelhandel. Nette Toilettenbesitzer für dringliche Anlässe gibt es dennoch.

Stadtlohn

, 09.06.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Stadtlohner Gastronomen und Einzelhändler haben offenbar mehrheitlich kein Interesse an einer offiziellen Einführung der Aktion „Nette Toilette“ in Stadtlohn. Darum hat sich die Stadt von dieser Idee verabschiedet. Das teilte Bürgermeister Helmut Könning in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses mit.

Nachfragen sind auch ohne offizielles Schild möglich

Auf Anfrage des SMS-Stadtmarketing bei mehreren Gastwirten und Einzelhändlern sei von dort überwiegend die Aussage gekommen, dass jeder Bürger, der freundlich nachfragt, ob er die Toilette nutzen darf, nicht abgewiesen wird. Dafür brauche es in Stadtlohn nicht des Systems der „Netten Toilette“. Das erklärte jetzt der Erste Beigeordnete der Stadt Stadtlohn, Günter Wewers, auf Anfrage unserer Redaktion.

Wewers: „Aus den Antworten der Gastwirte und Einzelhändler war daraus mehr Ablehnung der ‚Netten Toilette‘ als Zuspruch zu erfahren. Insofern wurde das Konzept nicht weiter verfolgt.“

Die Idee hatte die FDP vor gut einem halben Jahr auf die Tagesordnung gebracht. Die Grundidee: Damit Passanten wissen, wo im Fall der Fälle ein Toilettengang möglich ist, sollten „Nette-Toilette“-Aufkleber auf kostenlose Toiletten hinweisen.

270 Kommunen haben die „Nette Toilette“

Bundesweit beteiligen sich bereits über 270 Städte und Gemeinden an der Aktion. In Vreden wurde die „Nette Toilette“ bereits vor drei Jahren eingeführt, Ahaus plant zurzeit die Einführung.

Kostenfrei ist die Einführung für die Städte allerdings nicht. Auf 1230 Euro beläuft sich die einmalige Gebühr für die Nutzungsrechte. Hinzu käme ein monatlicher Zuschuss für die teilnehmenden gastronomischen Betriebe als Aufwandsentschädigung.

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In Ahaus beispielsweise beträgt die Summe monatlich 40 Euro pro Betrieb. An einer solchen Subventionierung hatte es schon im November im Haupt- und Finanzausschuss Kritik gegeben.

Verbesserte öffentliche Toiletten

Unterdessen setzt die Stadt Stadtlohn ihre Anstrengungen fort, die öffentliche Toiletten-Infrastruktur zu verbessern.

  • Die öffentliche Toilettenanlage am Busbahnhof wurde Anfang des Jahres erweitert und der ehemalige Kiosk zu einem barrierefreien WC umgebaut.
  • Die Toilettenanlage am Haus Hakenfort ist voll im Umbau und soll bis Ende Juli fertiggestellt sein.
  • Der Umbau der Toiletten im Rathausdurchgang soll im August gestartet werden.
  • Im Losbergpark gibt es derzeit noch ein funktionierendes Provisorium. Daher habe die Erneuerung der Toiletten dort nicht die erste Dringlichkeit, so Günter Wewers.
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