Bernd Busert möchte mit seiner Firma Zelte Stockhorst wieder einen Bahnbiergarten im Losbergpark betreiben, und zwar von Ende April bis Mitte August. © Bernd Schlusemann
Biergarten

Neuauflage des Biergartens im Stadtlohner Losbergpark stößt auf Bedenken

Noch ist der Losbergpark tief verschneit. Wirte und Politiker richten den Blick aber schon auf laue Sommerabende. Dann soll wieder ein Bahnbiergarten geöffnet werden. Das freut nicht jeden.

Der Bahnbiergarten ist vielen Stadtlohnern in guter Erinnerung. Im ersten Pandemiesommer ohne Schützenfeste ermöglichte er unter coronagerechten Bedingungen wenigstens ein wenig Geselligkeit beim gemütlichen Bier.

Jetzt hat Bernd Busert, Inhaber der Stadtlohner Firma Zelte Stockhorst, einen neuen Antrag gestellt. „Wir haben in der Coronazeit gemerkt, wie sehr die Stadtlohner Bevölkerung sowas in der ersten Jahreshälfte vermisst hat“, schreibt Bernd Busert in seinem Antrag. Und weiter: „Wir ernteten nur positives Feedback. Darum würden wir den Biergarten 2021 gerne in eine zweiter Runde schicken.“

Im Bahnbiergarten trafen sich im vergangenen Sommer viele Gäste zu gemütlichen Runden unter Coronaauflagen.
Im Bahnbiergarten trafen sich im vergangenen Sommer viele Gäste zu gemütlichen Runden unter Coronaauflagen. © Stefan Grothues © Stefan Grothues

Bernd Busert möchte den Biergarten vom 30. April bis zum 8. August öffnen, also mehr als drei Monate lang. Der Biergarten im vergangenen Sommer war zunächst nur für vier Wochen genehmigt worden. Dann wurde er aber zwei Mal verlängert, insgesamt um drei Wochen.

Grüne: „Drei Monate sind eindeutig zu lang“

„Drei Monate Biergartenbetrieb im Losbergpark, das ist eindeutig zu lang“, erklärte Richard Henrichs von den Grünen in der jüngsten Haupt- und Finanzausschusssitzung, in der über Buserts Antrag beraten wurde. Henrichs: „Nach drei Wochen waren die Anwohner schon genervt, weil jedes Wochenende Hully-Gully war.“

Skeptisch äußerte sich auch Reinhold Dapper von der SPD. Neben der Lärmbelästigung für Anwohner des Losbergparks nannte er noch einen zweiten Aspekt: „Ich sehe das sehr kritisch. Wir sollten mit den Stadtlohner Wirten Rücksprache nehmen, ob die Außengastronomie in der Innenstadt nicht darunter leidet.“

FDP schlägt Begrenzungen vor

Angelika Kessels von der FDP erklärte in der Sitzung, sie habe den Antrag bislang „durchweg positiv gesehen. Dass die Nachbarn darunter leiden könnten, habe ich bislang nicht bedacht. Vielleicht können wir das ja an einigen Wochenenden begrenzen, damit es nicht immer bis in die Puppen geht.“

CDU und UWG rückten die Vorteile des Biergartens in den Mittelpunkt. Dr. Markus Könning (CDU) erklärte: „Wir unterstützen den Antrag. Das war eine gute Veranstaltung. Wenn weitere Gastronomen eingebunden werden könnten, dann würden wir das begrüßen.“

Impulse auch für die Gastronomie in der Innenstadt

Thomas Oing (UWG) sagte: „Wir sehen das Ganze sehr positiv. Andere Wirte hätten ja auch einen Antrag stellen können. Sie haben es aber nicht getan.“

Der Erste Beigeordnete Günter Wewers hatte auch eine Vermutung, warum das so ist: „Der Bahnbiergarten hat sich gut mit der Gastronomie in der Innenstadt ergänzt. Weil im Losbergpark schon früher Schluss war, seien viele Gäste noch in die Innenstadt gegangen und hätten dort die Gastronomie belebt.“

Am Ende vertagte der Haupt- und Finanzausschuss die Entscheidung über den Bahnbiergarten 2021, nachdem Andrea Wiggering-Cirkel (FDP) vorgeschlagen hatte, noch offene Fragen im Gespräch mit den Nachbarn und den Gastronomen zu klären.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Vor Ort und nah dran für den Leser, hört gerne auch die andere Seite
Zur Autorenseite
Stefan Grothues

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.