Citymanager Giampietro Salerno und Lisa Frechen haben am Mittwoch das Neubauprojekt für das freie Grundstück an der Hagenstraße vorgestellt. © Stefan Grothues
Innenstadtentwicklung

Neubaupläne für die Innenstadt: Im August ist schon Baustart

Abrissbagger machen neugierig. An der Hagenstraße im Herzen der Stadt sind alte Nachkriegsgebäude abgeräumt worden. Was kommt nun? Lisa und Jürgen Frechen haben neue Baupläne in der Tasche.

Abrissbagger haben in den vergangenen Wochen an der Hagenstraße das ehemalige Wohnhaus der Familie Frechen sowie die ehemalige Werkstatt und das Lager des Schuhhauses Robers dem Erdboden gleichgemacht. Jetzt wirft der fein glattgezogene gelbe Sand bei vielen Stadtlohnern die Frage auf: Was passiert eigentlich auf den beiden benachbarten Parzellen im Herzen der Stadt?

Etwas Wehmut beim Abriss

Die Antwort gaben am Mittwoch bei einem Ortstermin Lisa Frechen und Citymanager Giampietro Salerno: Auf dem Gelände werden neue Wohnungen entstehen. Baustart soll noch in diesem Monat sein. Geplant ist ein dreigeschossiges Wohnhaus mit sieben Mietwohnungen zwischen 80 und 140 Quadratmetern. Dazu gehören auch zwei große Penthousewohnungen mit einem Blick über die Dächer der Innenstadt auf die St.-Otger-Kirche.

So soll das neue Wohnhaus an der Hagenstraße in Stadtlohn aussehen.
So soll das neue Wohnhaus an der Hagenstraße in Stadtlohn aussehen. © Tenhündfeld Architekten GmbH © Tenhündfeld Architekten GmbH

Die Bauherren Lisa und Jürgen Frechen freuen sich auf das Projekt, wenngleich sie den Abriss des alten Wohnhauses Frechen auch mit etwas Wehmut betrachteten. Schließlich ist Jürgen Frechen hier aufgewachsen. „Wir haben auch zwölf Jahre gemeinsam hier gewohnt“, erzählt Lisa Frechen.

Modernisierung war nicht möglich

Doch die Bausubstanz des Nachkriegsbaus war nicht zu modernisieren. „Darum haben wir uns nach dem Tode meiner Schwiegermutter, die zuletzt noch hier gewohnt hat, für einen Abriss entschieden“, sagt Lisa Frechen. Der bereits vor vier Jahren erfolgte Erwerb des ehemaligen Geländes des Schuhhauses Robers ermöglicht jetzt die Planungen für das größere Mietwohnungsobjekt.

Nach dem Abbruch der Altbebauung bietet die Fläche an der Hagenstraße nun Platz für den Bau von sieben neuen Mietwohnungen im Stadtzentrum.
Nach dem Abbruch der Altbebauung bietet die Fläche an der Hagenstraße nun Platz für den Bau von sieben neuen Mietwohnungen im Stadtzentrum. © Stefan Grothues © Stefan Grothues

In die Überlegungen für das Projekt bezog das Ehepaar Frechen auch den Citymanager Giampietro Salerno ein. Schließlich liegt das jetzt freie Baugrundstück im zentralen Innenstadtbereich, nur ein paar Schritte von der Einkaufsmeile Stegerstraße entfernt.

Hagenstraße als Wohnquartier geprägt

„Eine Einzelhandelsnutzung im Erdgeschoss war aber von vorneherein nicht empfehlenswert“, so Giampietro Salerno. Die Hagenstraße 36 liege zwar im Stadtzentrum, aber eben „nicht sichtbar in der Laufzone“. Salerno: „Das Quartier ist eher als Wohnquartier geprägt.

Dies ist die Ansicht der zum Parkplatz an der Hagenstraße gerichteten Fassade.
Dies ist die Ansicht der zum Parkplatz an der Hagenstraße gerichteten Fassade. © Tenhündfeld Architekten GmbH © Tenhündfeld Architekten GmbH

Es gab aber Überlegungen, Dienstleister ins Erdgeschoss zu holen. „Dafür ist die Lage optimal, auch wegen der Nähe zum Parkplatz. Es gab auch konkrete Gespräche mit einem Versicherungsbüro und mit einem Sozialdienstleister.“ Aber aus unterschiedlichen Gründen, die zum Teil auch pandemiebedingt gewesen seien, hätten sich die Pläne zerschlagen, so Lisa Frechen.

Zehn Stellplätze im Innenhof

Nun wird also ein reines Wohnhaus gebaut. Auf eine zunächst angedachte Tiefgarage verzichten die Investoren. Im Innenhof entstehen aber zehn Stellplätze, die über eine Zufahrt von der Hagenstraße angefahren werden können. Dank eines Aufzuges werden alle Wohnungen barrierefrei erreichbar sein.

Obwohl sich die Pläne für Dienstleister zerschlagen haben, sieht der Citymananger in dem neuen Objekt einen Gewinn für die Innenstadt. „Das ist eine echte Aufwertung, ein sichtbares Zeichen, dass in Stadtlohn investiert und etwas Wertiges geschaffen wird“, so Giampietro Salerno. Zuletzt hatten in den Altbauten drei Menschen gelebt. Ende 2022, wenn die neuen Wohnungen bezogen werden können, werden es wohl 15 bis 20 Menschen sein.

Salerno: „Das bedeutet nicht nur mehr Leben in der Innenstadt, sondern auch mehr Bedarfe und mehr Kaufkraft.“ Dass die zentral gelegenen Wohnungen nachgefragt werden, davon sind Lisa Frechen und Giampietro Salerno überzeugt.

Gerade ältere Stadtlohner, denen das Einfamilienhaus in Randlage zu groß geworden sei, zählten zu den Interessenten, so Lisa Frechen. Und das, so der Citymanager, schaffe in den frei werdenden Einfamilienhäusern wieder Platz für junge Familien.

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Stefan Grothues

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