Neue Kita-Zweigestelle an der Bakenstraße schließt Betreuungslücke in letzter Minute

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Das war knapp. Gerade noch rechtzeitig ist ein neues Kita-Provisorium in Betrieb gegangen. Das DRK-Familienzentrum schließt damit eine Lücke. Darüber freut sich nicht nur Zara-Lynn.

Stadtlohn

, 20.08.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Zara-Lynn strahlt, als Vater Thomas Aalders seine zweijährige Tochter am Montagmittag am Kindergarten-Tor wieder in seine Arme schließt. Die ersten Kindergartentage sind für die Kleine ein echtes Abenteuer. Und Zara-Lynn scheint es gut zu gefallen. Darum strahlt ihr Papa natürlich auch.

Neue Kita-Zweigestelle an der Bakenstraße schließt Betreuungslücke in letzter Minute

Vater Thomas Aalders und Tochter Zara-Lynn (2) sind froh, einen Platz in der neuen Kindergartengruppe bekommen zu haben. © Stefan Grothues

Die Kindergartenplatzsuche war auch ein Abenteuer – aber kein unbeschwertes trotz gutem Ausgang. „Unsere Tagesmutter konnte Zara-Lynn nicht weiter betreuen. Darum haben wir uns schon im letzten Jahr für den St.-Nikolaus-Kindergarten bei uns im Breul angemeldet“, erzählt Thomas Aalders. Doch dann kam die Absage. Ein schwierige Zeit für Familie Aalders.

2003 ist der Niederländer Thomas Aalders von Groenlo nach Stadtlohn gezogen. Damals wegen der Immobilienpreise. Längst fühlt er sich aber mit seiner Frau in Stadtlohn zuhause. „Hier lässt es sich gut leben. Wir sind bestens integriert“, sagt Thomas Aalders. Er und seine Frau arbeiten aber nach wie vor in den Niederlanden. Wer sollte sich nun um die kleine Zara-Lynn kümmern?

18 Kinder waren im Frühsommer noch unversorgt

Unerfüllten Betreuungsbedarf hatte nicht allein die Familie Aalders. Im Frühsommer waren noch 18 Stadtlohner Kinder ohne Kindergartenplatz. Und das, obwohl die Stadt Stadtlohn die Zahl der Kindergartenplätze in den acht Einrichtungen der Stadt 2018 auf 670 Plätze ausgebaut hatte. „Uns blieb keine andere Wahl, wir mussten schnell handeln“, sagt Bürgermeister Helmut Könning.

Eine erste Überlegung war, das DRK-Familienzentrum Prinz Botho am Losbergpark noch weiter auszubauen. „Da haben wir gleich Nein gesagt“, sagt Juliane Rehkamp, Leiterin des DRK-Familienzentrums. „Wir betreuen in der Einrichtung schon 140 Kinder in acht Gruppen. Größer darf die Einrichtung nicht werden. Im Kindergarten sollte schon noch jeder jeden kennen.“

Umbau im Eilverfahren

Mit der Idee einer Zweigstelle aber konnte sich das Prinz-Botho-Team anfreunden. Ein Haus war schnell gefunden. An der Bakenstraße 17 hatte die Stadt ein Haus für die Unterbringung von Flüchtlingen erworben, das nun leer stand. Im Eilverfahren wurde es umgebaut.

Neue Kita-Zweigestelle an der Bakenstraße schließt Betreuungslücke in letzter Minute

"Der Kindergarten ist toll", findet Noel, der sich schon nach wenigen Tagen ganz wie zuhause fühlt. © Stefan Grothues

Noel (4) zeigt „seinen“ Kindergarten am Montagmorgen bei einer Führung: „Ich finde hier alles toll“, sagt er und pflügt mit dem hölzernen Lkw durch den dicken Spielteppich im ehemaligen Wohnzimmer. Dann nimmt er den Besucher an die Hand und zeigt den Rollenspielraum und das Bewegungszimmer im Dachgeschoss. Nur der Ruheraum ist noch nicht fertig. „Da brauchen wir noch Zeit bis nächste Woche“, sagt Juliane Rehkamp.

Bürgermeister Könning ist froh, dass sich das Prinz-Botho-Team mit soviel Schwung in die neue Aufgabe gestürzt hat. Und Juliane Rehkamp sagt, dass das nicht ohne freiwillige Unterstützung rechtzeitig geklappt hätte. Ein Kindergarten-Vater habe zum Beispiel mit einer Gruppe Azubis der Maschinenfabrik Kemper eine ganze Woche lang bei der Gestaltung des Außengeländes Hand angelegt.

Sieben Plätze sind noch frei

Am Montagmorgen schaufeln nun neun Kinder im Riesensandkasten, kochen Matsche in der Freiluftküche, schaukeln oder liefern sich ein Bobbycar-Rennen rund um den frisch eingesäten Rahmen. Vier weitere Kinder werden in den nächsten Tagen noch dazustoßen. Drei Erzieherinnen betreuen die dann 13 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren. Weitere Anmeldungen sind noch möglich. Sieben Plätze sind noch nicht belegt.

Provisorium für nur ein Jahr

Doch die „Kita hinterm Wasserturm“, wie sie vom Prinz-Botho-Team genannt wird, ist ein Provisorium für nur ein Jahr. Was wird denn 2020 aus der Gruppe? „Die Kinder werden teils am Prinz-Botho-Stammsitz und teils in den anderen Kindergärten der Stadt einen Platz finden“, sagt Juliane Rehkamp.

Bürgermeister Helmut Könning hofft, dass sich die Kindergartensituation in Stadtlohn dann entspannt. 2020 wird der neue Fünf-Gruppen-Kindergarten der Evangelischen Jugendhilfe am Hessenweg eröffnet werden. Außerdem gibt es Überlegungen, 2020 einen zusätzlichen „Bauernhofkindergarten“ in Stadtlohn zu schaffen. Träger könnte das DRK werden.

Thomas Aalders hofft, dass 2020 für seine Tochter Zara-Lynn ein Platz im Familienzentrum Prinz Botho frei wird. Sorgen macht er sich darüber jetzt noch nicht. „Die Stadt hat sich ja auch dieses Jahr gut gekümmert. Es hat alles bestens geklappt.“

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