Neue Medien und mehr Tempo in Schulen

Stadt will aufrüsten

Die städtischen Schulen sollen aufrüsten, die Stadt will 1,4 Millionen Euro in eine moderne Ausstattung mit Medien stecken. Wo ist der größte Bedarf?

STADTLOHN

, 16.11.2017, 18:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sarah Hornhues (l.) und Luca Marie Hülscher (r.) mit ihren privaten Smartphones im PC-Raum des Gymnasiums. Beim Test, wer schneller im Netz ist, gewinnen – so wird es nicht nur in Schulen sein – die Smartphones gegen die PCs.

Sarah Hornhues (l.) und Luca Marie Hülscher (r.) mit ihren privaten Smartphones im PC-Raum des Gymnasiums. Beim Test, wer schneller im Netz ist, gewinnen – so wird es nicht nur in Schulen sein – die Smartphones gegen die PCs. © Markus Gehring

Medienentwicklungsplanung – hinter diesem monströsen Wort verbirgt sich eine stattliche Ausgabe, die die Stadt Stadtlohn stemmen will. Zwar soll der Schulausschuss als Fachgremium sich noch einmal vertiefend mit dem Thema beschäftigen, aber der Rat hat am Mittwochabend große Zustimmung dafür signalisiert, dass die Stadt in den nächsten fünf Jahren insgesamt gut 1,4 Millionen Euro in neue Geräte und neue Infrastruktur investiert. Es geht um Endgeräte, um Präsentationstechnik, um W-Lan, das Tempo der Verbindungen, Lernsoftware, technische Unterstützung und mehr.

Es gibt noch viel Bedarf, es gibt aber auch schon einiges an neuen Medien an den Stadtlohner Schulen. Das Geschwister-Scholl-Gymnasium (GSG) zum Beispiel war vor einigen Jahren ganz vorn dabei, als es darum ging, die Tafel mit einem Whiteboard zu tauschen. Das wurde am Donnerstag genutzt, als unsere Zeitung zu Besuch war, und das Referat „Silicon Valley – ein Hightech-Standort mit Zukunft?“ angemessen digital präsentiert wurde.

Das Gymnasium hat ein fächerübergreifendes Medienkonzept und ist eine Medienscout-Schule, was bedeutet, dass medienerfahrene Schüler andere Schüler im Umgang mit Hard- und Software coachen. Nicht nur technisch, auch inhaltlich, wie Jochen Wilsmann, stellvertretender Schulleiter, sagte. Wie die anderen Schulen auch, wünsche sich das GSG vor allem schnellere PCs und einen Glasfaseranschluss. Tablets oder nicht – auch das wird in den politischen Gremien noch diskutiert werden – da gebe es vieles zu bedenken. Tablets hätten schon einen hohen Wartungsaufwand, warf Jochen Wilsmann ein.

Hochfahren dauert lange

Im PC-Raum saßen Oberstufenschüler an den Computern. Die Frage in den Raum nach ihren Wünschen war schnell beantwortet: Schnellere PCs und schnelleres Internet. „Das Hochfahren dauert so lange“, stellten Luca Marie Hülscher und Sarah Hornhues fest. Surfen mit den privaten Smartphones und Tablets sei schneller. Überhaupt haben die Geräte mehr Tempo. Eine Medienklasse, in der alle Schüler mit Tablets ausgestattet sind, können sich die GSG-ler gut vorstellen. Das habe auch den Vorteil, dass es papierlos zugehe.

Das, was die Gymnasiasten auf die Schnelle unserer Zeitung sagten, haben die Mitarbeiter der Firma IFB Consult aus Bremen bei ihrer Bestandsanalyse auch so erfahren. „Luft nach oben“ gebe es sicherlich beim W-Lan-Ausbau, hohen Bedarf zum Beispiel bei digitalen Präsentationstechniken, fasste Dr. Anja Zeising am Mittwoch vor dem Rat zusammen. Immerhin: Bemerkenswert sei, dass alle Schulen verkabelt seien, lobte die IFB-Mitarbeiterin. Auch hätten sich die Schulen sehr zufrieden gezeigt, was die Unterstützung durch die und die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung angehe.

Start mit 437.000 Euro

Anja Zeising hatte tabellarisch aufgeführt, wie viel Geld für was ausgegeben werden könnte in den Jahren 2018 bis 2022. Mit einer Summe von 437.000 Euro soll 2018 gestartet werden. Eines der langfristigen Ziele: Jede Grundschule sollte einen Computerraum haben, in dem eine 1:1-Situation für Schüler und PC gelte, und jede Grundschulklasse sollte eine Medienecke haben.

Dass Geld ausgegeben wird, daran hatten die Kommunalpolitiker nichts auszusetzen. „Das ist eine Investition in unsere Kinder“, brachte es Otger Harks (SPD) auf den Punkt. Andreas te Vrugt (CDU) sah aber wie andere Ratsmitglieder auch noch Beratungsbedarf und schlug eine begleitende Arbeitsgruppe aus dem Rat vor. Bürgermeister Helmut Könning regte an, das Thema noch einmal in den Schulausschuss zu leiten. Vom Grundsatz war er aber überzeugt: „Damit stärken wir unseren Schulstandort. Und die Schüler.“

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