Das JFB-Domizil an der Weststraße bleibt erste Anlaufstelle für Präsenzveranstaltungen. Zusätzliche Räume wurden jetzt an der Eschstraße angemietet. Online-Angebote ergänzen das klassische Seminarprogramm. © JFB
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Neue Technik, neue Räume: Digitalisierung ist mehr als Online-Yoga

Das JFB setzt verstärkt auf Online-Angebote. 100.000 Euro fließen in die Digitalisierungsstrategie. Auch das Präsenzangebot wird gestärkt. An der Eschstraße entstehen neue Seminarräume.

Corona hat für einen Digitalisierungsschub beim Jugend- und Familienbildungswerk (JFB) in Stadtlohn gesorgt. Bereits in der dritten Woche des ersten Lockdowns hat das JFB damit begonnen, Online-Kurse anzubieten. „Dabei ging es nicht nur um Online-Yoga. Uns war vor allem wichtig, dass junge Familien mit Neugeborenen in der Krise weiterhin Angebote und Ansprechpartner haben“, sagt Christa Fischbach, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des JFB.

1100 Online-Angebote seit Beginn der Coronapandemie

Bis heute konnten mehr als 1100 Termine online stattfinden. Zwei Drittel der Kursteilnehmer, so Christa Fischbach, hätten sich auf die neuen digitalen Angebote eingelassen. „Das war ein echtes Experimentierfeld für uns. Aber die Teilnehmenden haben angesichts der Pandemie viel Verständnis gezeigt, wenn es mal auf Anhieb nicht ganz rund lief.“

Christa Fischbach, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des JFB
Christa Fischbach, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des JFB © JFB © JFB

Digitalisiert wurden auch die Angebote für pädagogische Fachkräfte und für Familien mit Fluchterfahrung sowie Kurse der Gesundheitsförderung. Während des langen zweiten Lockdowns wurden auch Sprachförderung für neu Zugewanderte und die Ausbildung in der Familienpflege digital angeboten.

Online ergänzt Präsenzangebot auch nach der Pandemie

Mittlerweile laufe das Präsenzangebot wieder fast auf dem Vor-Corona-Niveau, sagt Christa Fischbach und nennt Vergleichszahlen: 2019 führten die acht festen pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie 170 Dozentinnen und Dozenten rund 10.000 Unterrichtseinheiten durch.

„Die Teilnehmenden wünschen sich Präsenzveranstaltungen. Die Coronazeit hat aber auch die Vorteile der Onlineseminare gezeigt, die zum Beispiel auch für Teilnehmende oder Dozenten aus ganz anderen Teilen Deutschlands erreichbar sind. Wir denken verstärkt über Hybridveranstaltungen nach.“

100.000-Euro-Projekt mit Unterstützung der Stiftung Wohlfahrtspflege

Die Erkenntnisse der letzten eineinhalb Jahre sollen nun für eine umfassende Digitalisierungsstrategie genutzt werden. Unterstützt wird das JFB dabei durch die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW, die im Rahmen des Sonderprogramms „Zugänge erhalten – Digitalisierung stärken“ ein Projekt bewilligt hat, das 100.000 Euro unter anderem für neue Technik und Software vorsieht. 94.000 Euro fließen als Zuschüsse, 6000 Euro trägt das JFB aus Eigenmitteln. Projektleiterin ist die Betriebswirtin Kristin Siefker-Hüls.

Kristin Siefker-Huels ist neue Projektleiterin für Digitalisierung beim JFB.
Kristin Siefker-Huels ist neue Projektleiterin für Digitalisierung beim JFB. © JFB © JFB

Das Projekt wird vom neuen JFB-Aufsichtsrat begleitet. Aufsichtsratsvorsitzender ist der gebürtige Stadtlohner Paul Martin Kötter (Unternehmensberater bei Kienbaum Consultants). Weiterhin wurden Harald Robers, vormals stellvertretender Schulleiter an der Herta-Lebenstein-Realschule, und Richard Osterholt, ehemaliger Fachberater der landeseigenen Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung, in den Aufsichtsrat gewählt.

JFB übernimmt Trägerschaft für OGS-Angebot in Förderschule

Seit einer Satzungsänderung im Frühjahr dieses Jahres steht der Aufsichtsrat dem gleichzeitig verkleinerten Vorstand, vertreten durch die Vorstandsvorsitzende Petra Redders und ihre Stellvertreterin Christa Fischbach, zur Seite.

Petra Redders, Vorstandsvorsitzende des JFB
Petra Redders, Vorstandsvorsitzende des JFB © JFB © JFB

Für das laufende Jahr hat sich das JFB noch mehr vorgenommen: Seit August wurde dem JFB neben den bestehenden Betreuungsangeboten an Grundschulen in Stadtlohn und Ahaus die Trägerschaft der Offenen Ganztagsschule (OGS) einer Förderschule mit den Standorten Ahaus und Bocholt übertragen.

Und die Zielgruppen sollen erweitert werden. Dies gilt vor allem für Seniorinnen und Senioren – und hier schließt sich der Kreis – mit Angeboten vor allem zur Medienkompetenz und zum Umgang mit Anwendungen im Internet. Auch will das JFB „sichtbarer“ werden und sein Angebot erweitern. Schon heute reicht das Angebot an Seminarräumen in der alten „Villa van Bömmel“ an der Weststraße nicht mehr aus. Das JFB hat an der Eschstraße Räume angemietet (vormals „Hänsel und Gretel“), die jetzt als Seminarräume hergerichtet werden.

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Stefan Grothues

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