Der CO2-Preis sorgt dafür, dass der Gaspreis deutlich steigen wird. © picture alliance / ZB
Gaspreise

Neuer CO2-Preis: Heizen mit Gas wird ab 2021 deutlich teurer

Der neue CO2-Preis wird ab Jahreswechsel immer dann fällig, wenn Kohlenstoffdioxid ausgestoßen wird. Das hat Folgen für den Gaspreis. Kunden bei der SVS haben im ersten Jahr aber noch Glück.

Zum Jahreswechsel tritt der neue CO2-Preis in Kraft. Das hat Auswirkungen auf den Gaspreis. Hier kommen die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was ist der CO2-Preis?

Der Bund hat 2019 die Einführung eines einheitlichen CO2-Preises beschlossen. Er wird für den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid fällig. Bisher mussten nur Unternehmen bestimmter Sektoren wie etwa Fluggesellschaften diese Abgabe zahlen. Doch ab Januar 2021 fällt die Steuer auch bei Benzin, Diesel, Heizöl und Gas an.

Wie hoch ist diese Steuer?

Am Anfang wird sie bei 25 Euro pro Tonne CO2 liegen. Bis 2025 soll sie auf 55 Euro pro Tonne steigen. Die Bundesregierung sieht vor, dass betroffene Unternehmen Zertifikate erwerben, die ihnen quasi den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid erlaubt. Die Unternehmen können die Abgabe aber auf die Kunden umlegen.

Was bedeutet das konkret für den Gaspreis?

Er wird steigen. Das bestätigt Clemens Lösing, Leiter der Abteilung Vertrieb bei den SVS-Versorgungsbetrieben. Die Kunden in Stadtlohn, Vreden und Südlohn zahlen seinen Angaben nach momentan 4,022 Cent pro Kilowattstunde. Durch den CO2-Preis wird der Gaspreis im ersten Jahr um 0,5 Cent angehoben. Bis 2025 ist eine Erhöhung um insgesamt einen Cent geplant.

Mit wie viel Mehrkosten muss eine Familie rechnen?

Clemens Lösing rechnet vor: Pro Haushalt werden normalerweise zwischen 10.000 und 30.000 kW/h im Jahr verbraucht. „Das hängt natürlich auch von den Gewohnheiten der Menschen und der Dämmung des Hauses ab“, sagt er. Die Mehrkosten pro Haushalt durch den CO2-Preis liegen nach diesen Zahlen je nach Verbrauch zwischen 50 und 150 Euro pro Jahr.

Gibt die SVS die neue Abgabe komplett an die Kunden weiter?

Nein, sagt Clemens Lösing. Zumindest im ersten Jahr nicht. Denn die SVS erhöht den Gaspreis erst zum 1. Juli 2021 um die genannten 0,5 Cent pro kW/h, obwohl das Unternehmen diese Abgabe bereits ab dem 1. Januar zahlen muss. „Unser Einkaufspreis für Gas ist für 2021 besser geworden. Dadurch können wir das Ganze ein bisschen kompensieren“, erklärt Clemens Lösing.

Hat die Preiserhöhung irgendwas mit der Corona-Pandemie zu tun?

Nein. Die SVS ist zwar auch für den Betrieb der Schwimmbäder in Stadtlohn und Vreden zuständig, die wegen des Lockdowns in diesem Jahr deutlich weniger Einnahmen haben. „Aber das ist unternehmerisch voneinander getrennt“, sagt Clemes Lösing. Die SVS Bäder ist eine eigenständige GmbH.

Eine Sache macht die Pandemie bei den Versorgungsbetrieben aber doch etwas komplizierter. Zum ersten Mal seit 15 Jahren schickt das Unternehmen keine Ableser in die Haushalte. Kunden können ihre Zählerstände online, per Mail, über ein extra eingerichtetes Kundenportal oder Ablesekarten durchgeben.

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Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
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Victoria Garwer

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