Freuen sich über die pünktliche Fertigstellung des neuen Wertstoffhofes an der Schützenstraße (von links): Michael Gesing (Stadt Stadtlohn), EGW-Geschäftsführer Peter Kleyboldt und Bürgermeister Berthold Dittmann. © Stefan Grothues
Wertstoffhoff

Neuer Wertstoffhof am Schützenweg in Stadtlohn hat am Freitag Premiere

Wohin mit den Kartons vom Weihnachtsfest? Wohin mit dem Rückschnitt des Apfelbaums? Wohin mit dem ausgedienten Toaster? Der Stadtlohner Wertstoffhof hat eine neue Adresse. Freitag ist Premiere.

Das Hinweisschild am Schützenweg ist an diesem Dienstag noch mit einem blauen Plastiksack verhüllt. Die Boxen aus Betonblocksteinen, die aussehen wie riesige Legosteine, sind noch blitzblank und leer. Aber die Sortierschilder zeigen schon, was hier bald fein säuberlich getrennt abgelagert wird: Gartenabfälle, Baumischabfall, Sperrmüll, Altholz, Elektroschrott …

Das Leuchtstoffröhren-Depot ist von der Heinestraße mit an den Schützenweg umgezogen.
Das Leuchtstoffröhren-Depot ist von der Heinestraße mit an den Schützenweg umgezogen. © Stefan Grothues © Stefan Grothues

Ab Freitag gibt es für die Stadtlohner eine neue Adresse für die Entsorgung ihrer häuslichen Abfälle, die nicht in die Abfalltonnen passen oder aus Umweltschutzgründen einfach nicht dorthinein gehören. Der Wertstoffhof ist über den Jahreswechsel vom alten Standort an der Heinestraße zum Schützenweg 41 umgezogen. Am kommenden Wochenende, 8. und 9. Januar, erlebt der neue Standort seine erste Bewährungsprobe. Ab dann ist der Wertstoffhof vierzehntägig von 13 bis 18 Uhr und am Samstag von 8 bis 13 Uhr geöffnet.

„Optimale Bedingungen am neuen Standort“

Vor der Bewährungsprobe ist EGW-Geschäftsführer Peter Kleyboldt nicht bange. Die Entsorgungsgesellschaft Westmünsterland (EGW) betreibt den Wertstoffhof im Auftrag der Stadt Stadtlohn. „Wir haben hier am neuen Standort optimale Bedingungen. Und wir sind von Anfang an von der Stadt Stadtlohn in die Planungen einbezogen worden“, sagt Peter Kleyboldt am Dienstag bei der offiziellen Vorstellung des neuen Wertstoffhofes.

Viel Platz für die anliefernden Pkw bietet der Wertstoffhof am Schützenweg (v.l.): Bürgermeister Berthold Dittmann, EGW-Betriebsleiter Herbert Wienen, EGW-Geschäftsführer Peter Kleyboldt und Michael Gesing (Stadt Ahaus).
Viel Platz für die anliefernden Pkw bietet der Wertstoffhof am Schützenweg (v.l.): Bürgermeister Berthold Dittmann, EGW-Betriebsleiter Herbert Wienen, EGW-Geschäftsführer Peter Kleyboldt und Michael Gesing (Stadt Stadtlohn). © Stefan Grothues © Stefan Grothues

Eine lange Einfahrt soll Rückstaus auf der Straße verhindern. Die hatte es am alten Standort an manchen Samstagen gegeben. Breite Wege, ausreichend Aufstellflächen, eine durchdachte Anordnung der Boxen – „hier sind unsere ganzen Erfahrungen aus dem Betrieb von zehn Wertstoffhöfen im Kreis Borken eingeflossen“, sagt Peter Kleyboldt.

Jährlich 25.000 Anlieferungen am Wertstoffhof

Rund 25.000 Nutzer pro Jahr zählt der Stadtlohner Wertstoffhof. „Rein rechnerisch nutzt jeder Stadtlohn Haushalt vier Mal im Jahr diese Entsorgungsmöglichkeit“, so Peter Kleyboldt. Die meisten bringen Gartenabfälle. Sie machten im Jahr 2019 mit rund jährlich rund 1200 Tonnen fast 50 Prozent der abgegebenen Abfälle aus. Es folgten der Sperrmüll (320 Tonnen) und Elektroschrott (120 Tonnen).

Noch nicht alle Schilder sind bereits an ihrem Platz.
Noch nicht alle Schilder sind bereits an ihrem Platz. © Stefan Grothues © Stefan Grothues

Papier und Pappe machten 2019 noch rund 20 Tonnen aus. Da könnte sich jetzt coronabedingt ein Zuwachs ein stellen. „Am 29. Dezember, dem letzten Öffnungstag am alten Standort, haben auffällig viele Stadtlohner Kartonagen abgeliefert. Das hängt offenbar mit einer verstärkten Nutzung des Versandhandels wegen des Shutdowns vor Weihnachten zusammen“, vermutet Peter Kleyboldt.

Pachtvertrag an der Heinestraße lief aus

Aber warum wurde der alte Standort an der Heinestraße eigentlich aufgegeben? „Unser Pachtvertrag ist ausgelaufen“, erklärt Michael Gesing vom Fachbereich Planen, Bauen und Umwelt der Stadt Stadtlohn. Bürgermeister Berthold Dittmann und EGW-Geschäftsführer Peter Kleyboldt freuen darüber, dass so schnell Ersatz geschaffen werden konnte.

Komposterde gibt es am Wertstoffhof kostenlos zum Mitnehmen. In Säcken kostet er zwei Euro je 20 Liter.
Komposterde gibt es am Wertstoffhof kostenlos zum Mitnehmen. In Säcken kostet er zwei Euro je 20 Liter. © Stefan Grothues © Stefan Grothues

„Wir haben in Absprache mit dem Kreis das Genehmigungsverfahren und die Ausschreibung parallel durchgeführt“, erklärt Michael Gesing das Erfolgsgeheimnis. 350.000 Euro hat der Bau des neuen Wertstoffhofes inklusive Kanal- und Asphaltierungsarbeiten gekostet.

Die kostenlose Komposterde eigne sich hervorragend als Rasendünger, sagt EGW-Geschäftsführer Peter Kleyboldt.
Die kostenlose Komposterde eigne sich hervorragend als Rasendünger, sagt EGW-Geschäftsführer Peter Kleyboldt. © Stefan Grothues © Stefan Grothues

Der alte Wertstoffhof hatte nur 2000 Quadratmeter Nutzfläche, der neue hat fast 3000 zuzüglich einer größeren benachbarten Reservefläche. Ziel der Wertstoffhöfe im Kreis sei es, den Menschen in den Kommunen möglichst kostengünstige und teils sogar kostenfreie Entsorgungsmöglichkeiten zu bieten. „Gleichzeitig sollen nach Maßgabe des Kreislaufwirtschaftsgesetzes die Abfälle möglich so getrennt werden, dass sie wieder- oder weiterverwertet werden können“, so Peter Kleyboldt.

Drei praktische Tipps hat der EGW-Geschäftsführer noch für die Stadtlohner: „Kommen Sie ab besten nicht samstags zwischen zehn und zwölf, das ist der Andrang am größten.“ Peter Kleyboldt empfiehlt auch: „Zahlen Sie mit der EC-Karte. Das geht schneller und kontaktlos.“ Und: „Nehmen sie etwas Komposterde mit nach Hause. Die ist zertifiziert und kostenlos. Und sie ist hervorragend als Dünger für den Rasen geeignet.“

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