Neues Schulbus-Modell zu teuer

Schülerbeförderung bereits effizient

Der Schulausschuss erfährt: Kinder könnten durch die Neuorganisation der Schülerbeförderung Zeit sparen, die Stadt aber kein Geld.

STADTLOHN

, 01.10.2017, 18:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kinder steigen in einen Schulbus

Kinder steigen in einen Schulbus

Die Vorstellung ist verführerisch: Mithilfe von moderner Technik fahren die Busse im Schülerverkehr optimale Routen, mäandern nicht mehr durch die Stadt und Außenbereiche. Schüler sparen Zeit, die Busse Sprit. Doch das Modell der Stadt Olfen lässt sich nicht auf Stadtlohn übertragen. So berichtete es Michael Klüppel, Mitarbeiter der Regionalverkehr Münsterland (RVM), dem Schul- und Bildungsausschuss. Die Grünen hatten bei den Etatberatungen zu Beginn des Jahres Zustimmung zu ihrem Antrag gefunden, den Schülerverkehr bedarfsorientiert umzugestalten. Das „Olfener Modell“, das Klüppel jetzt vorstellte, sieht vor, dass alle Schüler eine personalisierte Chipkarte bekommen. Damit können die günstigsten Fahrrouten berechnet werden. Das Ergebnis in Olfen: Schüler fuhren vorher im Schnitt 44,3 Kilometer und das 91 Minuten lang. Danach wurde vor allem mittags so manche Schleife durch eine Bauerschaft nicht gedreht, rund 24 Kilometer und 41 Minuten standen am Ende zu Buche. In Olfen konnte einer von drei Bussen eingespart werden.

Erhöhte Kosten

Auch in Stadtlohn ließen sich auf diese Weise Fahrzeiten für die Schüler reduzieren. Und vordergründig auch Kosten. Etwa 5000 Euro im Jahr bei eingesparten 9700 Kilometern hat die RVM ermittelt. Dagegen stehen aber zu hohe Investitionen. Rund 33 000 Euro müsste für die Einrichtungen bei neun Fahrzeugen ausgegeben werden, weitere 7200 Euro kämen jährlich für laufende Kosten dazu. „Außerdem gibt es Personalaufwand in der Verwaltung“, ergänzte Michael Klüppel. Es sei bezeichnend, dass das Olfener Modell nur wenige Nachahmer, so in Ascheberg, gefunden habe. Einige Anmerkungen kamen aus den Reihen der Fraktionen. Warum es immer noch Fahrten von der Johannesschule gebe? Hier steigen Schüler um, so Klüppel. Warum Busse mittags manchmal leer seien und ob man kleinere Busse einsetzen könne? Hauptkostenpunkt sei das Personal. Ob Fahrer einen großen oder kleinen Bussen lenken, sei nicht relevant.

Flexible Lösungen

„Die heutige Schülerbeförderung wird sehr effizient durchgeführt“, war Michael Klöppels Fazit. Eine Möglichkeit sei es, bei den Fahrten nach Schulschluss einige Haltestellen nur noch zum Ausstieg anzufahren. Das läge dann in den Händen des Fahrpersonals, das in der Regel genau wisse, welche Kinder wo aussteigen. Dem stimmte der Ausschuss zu.

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