Die Türen der Kirche St. Otger stehen auch in Corona-Zeiten an Weihnachten offen. An dem Konzept haben unter anderem (v.l.n.r.) Thomas Roters, Martina Heumer, Uwe Weber und Jonas Hagedorn mitgearbeitet. © Bastian Becker
Weihnachtsgottesdienste

Neun zeitgleiche Open-Air-Gottesdienste als kreative Weihnachtslösung

Wochenlang haben die Kirchengemeinde St. Otger und die Evangelische Kirchengemeinde an einem Weihnachtskonzept getüftelt. Ein besonderer Punkt darin findet am Heiligabend um 16 Uhr statt.

Die Vorbereitungen für die besonderen Festtage begannen früh. „Seit Mitte September war uns klar: Es wird kein normales Weihnachten“, sagt Jonas Hagedorn, Kaplan in der Kirchengemeinde St. Otger. In enger Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirchengemeinde Oeding-Stadtlohn-Vreden hat ein Team ein Konzept erarbeitet, „das auf mehreren Füßen steht“, so der Kaplan.

Die Gottesdienste in den drei Kirchen St. Otger, St. Joseph und in Büren sind ähnlich wie in den Vorjahren getaktet. Acht Messen am Heiligabend, sechs am ersten Weihnachtstag, fünf am zweiten und fünf am 27. Dezember, der in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt.

Streaming und neun Open-Air-Gottesdienste

Schon seit Beginn des ersten Lockdowns werden regelmäßig Messen auf dem Youtube-Kanal der Gemeinde gestreamt. „Das wollen wir fortsetzen und intensivieren“, gibt Jonas Hagedorn vor. Etwa 300 Aufrufe hatten die gestreamten Messen zuletzt. Krippenfeier, Familiengottesdienst oder Christmette in St. Otger kann man auch vom heimischen Sofa aus verfolgen.

Ein ganz besonderer Bestandteil des diesjährigen Weihnachtsprogramms sind die ökumenischen Open-Air-Gottesdienste. „Es wird an neun Stellen zeitgleich am Heiligabend um 16 Uhr Krippenfeiern geben. Das ist eine kleinere Form als die normale Messe oder der Wortgottesdienst“, erklärt Uwe Weber, Pfarrer in der evangelischen Kirchengemeinde. 50 Gäste sind zu diesen Feiern jeweils zugelassen. Die Gottesdienste finden unter anderem auf dem Hof Bücker in Almsick, auf dem Schulhof der St. Anna-Realschule oder am Gemeindehaus in Hengeler statt.

Evangelische Gemeinde feiert auch in St. Otger

In St. Otger sind 148 Einzelplätze pro Messe verfügbar, in St. Joseph 85. Da Personen aus einem Haushalt näher zusammensitzen dürfen, kann sich die Zahl der tatsächlichen Gottesdienstteilnehmer noch etwas erhöhen. Der Zugang zu den Gottesdiensten ist nur mit Eintrittskarte möglich.

Wesentlich kleiner ist die evangelische Paulus-Kirche. Doch hier hilft die gute ökumenische Beziehung. „Mit 34 Einzelplätzen sind wir für einen Weihnachtsgottesdienst auf verlorenem Posten. Doch wir haben das sehr schöne Angebot von St. Otger bekommen, dass wir um 19 Uhr die Kirche nutzen dürfen“, freut sich Uwe Weber.

Die Hygieneregeln sind in Stadtlohner Gottesdiensten nichts Neues. „An Weihnachten sind jetzt nur feste Platznummern neu dazu gekommen“, erläutert Martina Heumer, die Vorsitzende des Pfarreirates. Ordnung muss gerade in diesen Zeiten sein. „Letztes Jahr hatten wir an Weihnachten ungefähr 3500 Besucher“, verdeutlicht der Ständige Diakon Thomas Roters die Dimensionen.

Schaufenster-Aktion geplant

„Wir wollen in den Kirchen keine Messen im Akkord feiern, mehr ist nicht möglich“, meint Jonas Hagedorn. Umso passender sei die Alternative mit den Open-Air-Veranstaltungen. „Viele wollen sich einfach einstimmen. Das muss keine eineinhalb Stunden dauern“, glaubt Thomas Roters. „Es verbindet die Menschen, wenn man weiß, dass zeitgleich an vielen weiteren Orten gefeiert wird“, ist sich Martina Heumer sicher.

Die Gemeinde St. Otger will gerne in Schaufenstern in der Innenstadt unter dem Motto „Advent findet statt“ Krippenfiguren mit einem Impuls aufstellen. Alle Kindergarten- und Grundschulkinder bekommen kurz vor dem Fest Post mit einem kleinen Geschenk und einem Impuls, wie man Weihnachten zu Hause feiern kann.

Ungewöhnlich entspannt vor der Weihnachtsmesse

„Die Weihnachtsstimmung wird auf jeden Fall von Corona geprägt sein. Aber das sollte uns nicht so gefangen nehmen, dass wir keinen Grund zur Hoffnung haben“, will Uwe Weber vermitteln.

Einen kleinen Vorteil hat die Corona-Weihnacht dann doch: „Diesmal hat jeder seinen Platz, keiner muss eine Stunde vorher da sein“, scherzt Thomas Roters angesichts der sonst üblichen Besuchermassen in den Nachmittagsmessen.

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Bastian Becker

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