Nikolausgesellschaft: Kein Theater im November, aber Tüten im Dezember

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Eine schlechte und eine gute Nachricht von der Nikolausgesellschaft Stadtlohn: Alle Theatervorstellungen 2020 werden wegen Corona abgesagt. An den Nikolaustüten soll aber nicht gespart werden.

Stadtlohn

, 15.08.2020, 17:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Rollen an die Schauspieler sind längst vergeben. Eigentlich sollten jetzt, Mitte August, die Proben beginnen, um im November das Stadtlohner Publikum mit dem Theaterstück „Mumienschreck im Düstereck“ zu erfreuen. 2500 Zuschauer hat die Nikolausgesellschaft zu den sechs geplanten Vorstellungen erwartet.

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Doch in diesen Monate geht mit der Coronapandemie ein ganz anderer Schreck umher. Welche Veranstaltungen im November möglich sein werden, ist noch völlig unklar. Der Vorstand der Nikolausgesellschaft hat jetzt einstimmig eine Entscheidung getroffen und für Klarheit gesorgt: Alle für den November geplanten Theatervorstellungen werden abgesagt.

Strenge Auflagen schwer umsetzbar

Das hat Benno Terliesner, Direktor der Niklausgesellschaft, im Gespräch mit unserer Redaktion mitgeteilt. „Die Auflagen wären schwer umsetzbar. Die Vorstellungen könnten mit maximal 300 Zuschauern stattfinden – und das auch nur mit einem sehr umfangreichen Hygienekonzept“, so Benno Terliesner. „Wir sind daher im Vorstand zu dem einstimmigen Ergebnis gekommen, dass wir gerade in der Winterzeit weder die Zuschauer noch unsere Mitglieder der Gefahr einer Ansteckung aussetzen möchten.“

„Die 30 Mitglieder der Theatergruppe sind schon enttäuscht, aber alle tragen die Entscheidung mit“, sagt Schriftführer und Schauspieler Klaus-Dieter Weßing. Besser es herrsche jetzt Klarheit, als dass viele Theaterproben am Ende vergeblich abgehalten würden. Ab August haben die Laiendarsteller in den vergangenen Jahren immer zwei Mal wöchentlich geprobt.

2800 Tüten werden trotzdem befüllt

Aber was bedeutet die Theaterabsage für die 2800 Nikolaustüten, die immer am 5. Dezember an alle Stadtlohner Kinder verteilt werden? Schließlich amüsierten die Theatervorstellungen nicht nur das Publikum. Sie schufen gleichzeitig auch die finanzielle Grundlage für die Nikolausbescherung.

Für die Kinder hat Benno Terliesner eine gute Nachricht: „An den Tüten werden wir nicht sparen.“ Die Nikolausgesellschaft habe in den vergangenen Jahren ein kleines Polster angelegt – für den Fall, dass sich ein Hauptdarsteller mal ein Bein breche und ausfalle. Terliesner: „An so ein Virus haben wir natürlich alle nicht gedacht." Außerdem hoffen die Nikolaushelfer auf einen erhöhten Zuschuss der Stadt Stadtlohn.

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Auf jeden Fall werden die 100 Helfer der Niklausgesellschaft im Dezember wieder fleißig Tüten mit Süßigkeiten befüllen. Wie die Tüten ausgegeben werden, das steht noch in den Sternen. Klaus-Dieter Weßing: „Wir hoffen ja noch, dass der Nikolausumzug unter freiem Himmel stattfinden kann. Wie wir dann die Tüten in der Stadthalle und in den Schulen verteilen, das wird sich noch zeigen.“

Ob und in welcher Form in diesem Jahr ein Nikloausempfang - wie hier auf dem Archivfoto - stattfindet, ist noch nicht entschieden.

Ob und in welcher Form in diesem Jahr ein Nikloausempfang - wie hier auf dem Archivfoto - stattfindet, ist noch nicht entschieden. © Markus Gehring

Und falls der schlimmste Fall eintritt, und der Umzug doch nicht stattfinden kann, dann sehen Benno Terliesner und Klaus-Dieter Weßing noch eine Notlösung: Dann geht der Heilige Mann ins Homeoffice und spricht per Videobotschaft zu den Kindern.

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