Die Hundewiese in Stadtlohn lässt weiter auf sich warten. Bislang fand keiner der Standortvorschläge eine politische Mehrheit. © picture alliance/dpa
Hundeauslaufplatz

Noch keine Einigung: Stadtlohner Politiker gegen Hundewiese am Prozessweg

Der Hundeauslaufplatz lässt weiter auf sich warten. Sechs Standortvorschläge sind im Juni durchgefallen, ein siebter fand jetzt keine Mehrheit. Grüne und FDP wollen endlich Nägel mit Köpfen.

Hundebesitzer in allen Fraktionen sind glühende Fürsprecher. Auch die Politiker ohne Vierbeiner verschließen sich der Idee nicht. Der von FDP und Grünen beantragte Hundeauslaufplatz aber lässt weiter auf sich warten. Auch in seiner jüngsten Sitzung am Dienstagabend hat der Stadtentwicklungsausschuss kein passendes Grundstück gefunden.

Standort nur auf Zeit

Die Grundsatzentscheidung hatte der Rat schon im Februar getroffen. Im Juni aber fielen die ersten sechs Standortvorschläge der Verwaltung durch. Am Dienstag legte Wirtschaftsförderer Bernd Mesken von der Stadtverwaltung den siebten Vorschlag vor: eine etwa 2000 Quadratmeter große Ackerfläche mit einem Wäldchen am Prozessweg. Diese Fläche hat die Stadt Stadtlohn im vergangenen Jahr erworben.

Der Vorschlag der Verwaltung, am Prozessweg einen Hundeauslaufplatz einzurichten fand im Stadtentwicklungsausschuss keine Mehrheit.
Der Vorschlag der Verwaltung, am Prozessweg einen Hundeauslaufplatz einzurichten fand im Stadtentwicklungsausschuss keine Mehrheit. © Stadt Stadtlohn © Stadt Stadtlohn

Mit dem Standort konnten sich viele im Ausschuss anfreunden. Nur: Diese Fläche ist ein Standort auf Zeit. Mittel- und langfristig wird im Bereich der angedachten Hundeauslaufwiese die verlängerte von-Ardenne-Straße vorbeiführen, wenn das Gewerbegebiet erweitert wird. Bernd Mesken: „Bis dahin können aber noch fünf bis sieben Jahre vergehen. Dann könnten wir die Hundewiese auch wieder verlegen.“

CDU: Kostenschätzung fehlt

Silke Gertz (UWG) bewertete die Fläche als „grundsätzlich gut geeignet“. Aber sie machte auf mögliche Parkprobleme aufmerksam. Sie brachte noch einmal die Fläche an der Vredener Straße gegenüber den alten Nobilis-Werken ins Gespräch, auf der ein Regenrückhaltebecken angelegt werden soll. „Wenn wir uns schon für ein Provisorium entscheiden, dann wäre uns der Standort lieber.“

Michael Boos (CDU) kritisierte, dass in der Sitzungsvorlage der Verwaltung eine Kostenaussage fehle. „Wir sollten nicht 30.000 Euro versenken, wenn in fünf Jahren die von-Ardenne-Straße verlängert wird und der Hundeauslaufplatz wieder weichen muss.“ Dr. Markus Könning (CDU) ergänzte: „Die Straße wird mit Sicherheit kommen. Ein Hundeauslaufplatz dort macht keinen Sinn.“

Grüne und FDP drängen auf Entscheidung

Die Grünen und die FDP als gemeinsame Antragsteller für die Einrichtung eines Hundeauslaufplatzes konnten dagegen mit dem Verwaltungsvorschlag gut leben. Christian Nienhuis (Grüne) erklärte: „Wir sind für den Standort am Prozessweg. Wir können ja nicht jahrelang suchen.“ Carsten Hamann (FDP): „Wir sagen Ja zum Vorschlag der Stadtverwaltung.“

Matthias Tenhumberg (SPD) sah noch Beratungsbedarf: „Der Hundeauslaufplatz fehlt uns in Stadtlohn. Aber wir haben die beste Lösung noch nicht gefunden. Es geht um 30.000 oder 40.000 Euro. Wir sollten lieber vertagen und gut beraten.“ Auch Mike Eilhardt (UWG) betonte: „Wir sind für eine Hundeauslaufwiese. Aber den vorgeschlagenen Standort sehen wir sehr kritisch.“

Dr. Albert Daniels (FDP) sprach sich gegen eine Vertagung aus. „Wir können mit der von der Verwaltung vorgeschlagenen Lösung gut leben. Eine spätere Versetzung des Zauns ist ja möglich. Eine Lösung für fünf bis acht Jahre ist doch erstmal gut. Wir sollten endlich Nägel mit Köpfen machen und nicht alles zerreden.“ CDU, UWG und SPD überstimmten am Ende die FDP und die Grünen. Die Suche geht weiter.

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Stefan Grothues

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