Offensichtlich psychisch Kranker verletzt fünf Polizisten

Stadtlohner in Borken gewalttätig

Am Ende schafften es die Polizisten zu dritt, einen 22-jährigen Stadtlohner unter Kontrolle zu bringen. Warum der junge Mann am Donnerstag in Borken derartig ausgerastet ist, stellte sich schließlich heraus: Er litt offenbar an einer Psychose.

STADTLOHN/KREIS

30.03.2012, 15:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der 22-Jährige hatte seine Oberbekleidung bei der Auseinandersetzung verloren. Mit bloßem Oberkörper flüchtete er nun über die Bahngleise. Der zweite Beamte verfolgte ihn, kam aber an den Bahngleisen ins Straucheln und stürzte. Dabei verletzte er sich so erheblich, dass er die Verfolgung abbrechen musste. Er kam ins Krankenhaus und wurde dort ambulant behandelt. Der Stadtlohner floh weiter. Auf einem Privatgrundstück entwendete er aus einem Gartenhaus eine Astschere – das hatte der Sohn der dort lebenden Familie gesehen und lief ihm nach. Als er ihn eingeholt hatte und die Astschere zurückforderte, bedrohte der 22-Jährige ihn mit einem Messer, worauf er den Mann lieber laufen ließ, seine Beobachtungen aber bald darauf einem Polizisten berichtete. Zwischenzeitlich versteckte sich der Flüchtige in einem Haus. Die Bewohner hatten ihn zwar kurz im Garten gesehen, aber nicht bemerkt, dass er ins Haus eingedrungen war.

Dort hielt es ihn jedoch nicht lange: Polizeibeamte entdeckten ihn, kurz nachdem er sein zwischenzeitliches Versteck verlassen hatte. Die Astschere hatte er in einen Garten geworfen. Der Stadtlohner schlug einen der Beamten ins Gesicht – als umgekehrt ein Polizist ihn traf, zeigte das keine Wirkung – obwohl er eine Platzwunde davontrug. Diese Reaktion war offensichtlich seiner Erkrankung geschuldet: Der ohnehin sehr kräftige Mann habe ungewöhnliche Kraft entfaltet und wies kaum Schmerzempfinden auf. Schließlich schafften es um 15.10 Uhr drei Beamte, den bislang nicht als gewalttätig bekannten Stadtlohner trotz heftiger Gegenwehr zu überwältigen. Alle drei wurde dabei verletzt. Strafverfahren eingeleitet Die Polizei zog angesichts des Zustands des Stadtlohners eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes, eine Amtsärztin und eine Richterin hinzu. Er wurde in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen. Die Polizei hat ein Strafverfahren eingeleitet. Juristisch müsse darin die Frage der Schuldfähigkeit abschließend geklärt werden, so Frank Rentmeister, Sprecher der Kreispolizeibehörde in Borken.

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