Organisatoren ziehen bei Skulpturenschau Zwischenbilanz: „Das Interesse ist riesengroß.“

Kunststation Stadtlohn

Serienstart zur Halbzeit der Skulpturenschau in der Innenstadt: Die Künstlerinnen und Künstler der „Kunststation 2019“ und ihre Werke.

Stadtlohn

, 04.08.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Organisatoren ziehen bei Skulpturenschau Zwischenbilanz: „Das Interesse ist riesengroß.“

Walter Wittek mit seiner Hommage à Josef Albers auf dem Alten Friedhof am Owwering. © Markus Gehring

Halbzeit für die Kunst: Seit zwölf Wochen lockt die große Skulpturenschau „Kunststation 2019“ Kunstfreunde nach Stadtlohn. Noch bis Ende Oktober sind Werke von 15 Künstlern in der Innenstadt zu sehen.

Ludger Gevers, Vorsitzender der Immobilien- und Standortgemeinschaft Innenstadt (ISG) ist schon jetzt mehr als zufrieden.

Er und seine Frau Irmgard Gevers waren nicht nur die Initiatoren, sondern auch die Motoren des Projekts. „Wir waren ja von Beginn an sehr positiv gestimmt. Aber dass es so gut läuft, damit hätten wir nicht gerechnet.“ Wie misst Ludger Gevers den Erfolg? Anders als in Museen sind die Besucher der Kunst unter freiem Himmel ja nicht zu zählen. „Es gibt jede Menge Führungen“, sagt Ludger Gevers. Gerade gestern hatten wir noch einen Club mit 70 Leuten. Das Interesse ist riesengroß.“

„Vielfalt kommt gut an“

Aber nicht allein die Zahl der Besucher sei entscheidend, sagt Ludger Gevers, sondern auch die Reaktionen der Besucher und der Stadtlohner. „Die Vielfalt der Arbeiten kommt einfach gut an. Die Werke sind ja auch trotz ihrer hohen Qualität nicht abgehoben. Da können viele etwas mit anfangen.“

Als Anwohner des Marktes beobachtet Gevers, dass die Kunst dort ein beliebtes Fotomotiv ist, vor allem die beiden Pferde des Künstlers Johannes Brus, die auch Kindern als Spielgerät dienen. „Ich bin sicher, dass sich viele Stadtlohner freuen würden, wenn wir einen Weg finden, die Pferde dauerhaft in Stadtlohn zu behalten. Die sind ja wie für den Markt gemacht“, sagt Ludger Gevers.

Von viel positiver Resonanz spricht auch Walter Wittek, der als einziger der beteiligten Künstler die Kunststation ganz aus der Nähe verfolgen kann. Walter Wittek ist der erste der Künstler, die wir in einer heute startenden Serie mit ihren Kunstwerken vorstellen. Der 1943 in Schoppinitz geborene Künstler lebt und arbeitet seit vielen Jahrzehnten in Vreden. Seine Schöpfungen aus Stahl sind monumental und minimalistisch, solitär und geheimnisvoll. In seinem bildhauerischen Œuvre werden Stahlspitze und Stahlblock immer wieder zueinander in Beziehung gesetzt.

Auf die Spitze getrieben

Auch in Stadtlohn treibt Walter Wittek die Reduktion auf die Spitze und knüpft gleichzeitig feine Bezüge zur Geschichte der Stadt. In der Ehrenhalle am Rathaus ragt Witteks „Friedensspitze“ aus poliertem Edelstahl hoch auf und wirft im Spannungsverhältnis zur bronzenen Ehrentafel viele Fragen auf. Was der Betrachter nicht sieht: Witteks Spitze hat bereits im Jahr 2000 in Stadtlohn Station gemacht, als sie auf dem Weg von Vreden zum Kirchentag nach Ahaus getragen wurde.

„Im Lohner Bruch wurde damals mit der Spitze ein Feldgottesdienst im Gedenken an die Schlacht im Dreißigjährigen Krieg gehalten“, erzählt Wittek. Für ihn ist es wichtig, dass Kunst im öffentlichen Raum im Dialog steht mit der Umgebung. Wittek: „Im Umfeld des Ehrenmals entfaltet sich eine ganz neue Sicht auf die Friedensspitze. Und die Spitze eröffnet einen neuen Blickwinkel auf das Ehrenmal.“

Erinnerung an Josef Albers

Auch Walter Witteks zweites Kunststation-Kunstwerk auf dem Alten Friedhof am Owwering hat einen unmittelbaren inhaltlichen Bezug zu Stadtlohn. Das rostrote stählerne Quadrat mit Spitze trägt den Titel „Großer Zugang II (Hommage à Josef Albers)“ und erinnert an den großen Künstler, der vor dem Ersten Weltkrieg zeitweise als Lehrer in Stadtlohn arbeitete.

„Das Quadrat steht ja im Mittelpunkt des Schaffens von Josef Albers“, sagt Walter Wittek. Er hoffe, dass es noch stärker ins Bewusstsein eindringe, dass einer der größten Künstler des 20. Jahrhunderts zeitweise in Stadtlohn gelebt und gearbeitet habe. Nach seiner Emigration in die USA habe Albers dort eine ganze Künstlergeneration mitgeprägt. Walter Wittek: „Auch ich stehe dem Quadrat von Josef Albers sehr nahe.“

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