Raus aus der Opferrolle!

Kommentar

Zur Winterversammlung der Landwirte in Stadtlohn lesen Sie auch unseren Kommentar.

Stadtlohn

, 05.03.2019, 17:36 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ludger Schulze Beiring konnte sich des Beifalls im Saal sicher sein. Wenn der Vorsitzende des Landwirtschaftslichen Kreisverbands von überzogenen Vorschriften oder übertriebenen Verbraucher-Wünschen spricht, das kommt an. Richtig ist, dass es für moderne Landwirtschaft immer mehr Regeln, immer mehr Bürokratie gibt. Das aber trifft alle Unternehmer. Eine Entbürokratisierung wäre für alle wünschswert.

Genauso richtig ist aber auch, dass an Landwirte höhere Anforderungen gestellt werden (müssen). Weil sie unsere Lebensmittelproduzenten sind, sie für Pflanzen und Tiere eine besondere Verantwortung übernommen haben.

Ob es da so klug ist, für die schwierige wirtschaftliche Lage vieler Landwirte Politik und Verbrauchern den Schwarzen Peter zuzuschieben, ist fraglich. Das macht Landwirte fälschlicherweise zu Opfern. Dabei klingt der Befund von Ludger Schulze Beiering, dass das „Olympische Prinzip“, das kontinuierliche Wachstum landwirtschaftlicher Betriebe, an Grenzen stößt, überzeugend. Er ist aber auch der einzige in Richtung Landwirte. Und geradezu fahrlässig ist der Vergleich mit dem „ungefährlichen“ Feinstaub.

Lösungen konnte man angesichts so vieler aktueller Herausforderungen in der Tat vom Verbandsvertreter nicht erwarten. Wohl aber, dass man gemeinsam einsteigt in die nüchterne Analyse des eigenen Handelns, dass man Handlungsempfehlungen mit auf den Weg gibt. Und nicht nur die, einen „kühlen Kopf“ zu bewahren.

Die gute Nachricht unter so vielen schlechten wäre nämlich die gewesen, dass die Landwirte trotz alledem nicht zur Passivität verdammt sind. Dass sie selbst viel tun können. Nicht nur mit PR-Kampagnen, sondern mit Transparenz und guten Beispielen.

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