Regierungspräsidentin übergibt Stadtlohn 11,4 Millionen Euro für den Hochwasserschutz

mlzUmgestaltung der Berkel

Mit 11,4 Millionen Euro wird der Hochwasserschutz in Stadtlohn gefördert. Regierungspräsidentin Dorothee Feller überbrachte am Donnerstag die höchste Förderzusage der Stadtgeschichte.

Stadtlohn

, 12.12.2019, 18:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

11.394.000 Euro hatte Regierungspräsidentin Dorothee Feller am Donnerstag in der Tasche, als sie nach Stadtlohn kam. Genau genommen war es eine Förderzusage über diese Höhe. Das Geld wird in den Hochwasserschutz fließen.

Rund 80 Prozent der Ausgaben sollen aus Landesmitteln gefördert werden.

Regierungspräsidentin Dorothee Feller übergab am Donnerstag die Förderzusage für den Hochwasserschutz an Bürgermeister Helmut Könning, Fachbereichsleiter Mathias Pennekamp und Fachplaner Gerd Große Frericks (hinten, v.l.). Bei der Gelegenheit trug sie sich auch gleich ins Goldene Buch der Stadt ein.

Regierungspräsidentin Dorothee Feller übergab am Donnerstag die Förderzusage für den Hochwasserschutz an Bürgermeister Helmut Könning, Fachbereichsleiter Mathias Pennekamp und Fachplaner Gerd Große Frericks (hinten, v.l.). Bei der Gelegenheit trug sie sich auch gleich ins Goldene Buch der Stadt ein. © Stephan Teine

„Das ist der höchste Bewilligungsbescheid, den wir als Stadt je bekommen haben“, freute sich Bürgermeister Helmut Könning. Das Thema Hochwasserschutz ist aber auch eben eine der größten Aufgaben, die die Stadt je stemmen musste.

38 Projekte auf acht Kilometern entlang der Berkel

Auf acht Kilometern Länge plant die Stadt Stadtlohn wie berichtet 38 große und kleine Baustellen. Deutlich sichtbar werden einmal die zur Forschermühle umgebaute Berkelmühle, der Mühlenplatz mit Gastronomie und großer Treppenanlage, das erneuerte Berkelwehr und die Uferpromenade. Inklusive aller städtebaulichen Zuschüsse werden so entlang der Berkel in den kommenden Jahren rund 30 Millionen Euro verbaut.

Am Hochwasserschutz wird seit 2010 geplant

„Wir müssen uns auf größere Unwetter einstellen“, erklärte Dorothee Feller. Das sei Fakt. Als die ersten Planungen für den neuen Hochwasserschutz 2010 begannen, sei das noch gar nicht so im Bewusstsein gewesen. Doch die Hochwasser in den vergangenen Jahren hätten auch in Stadtlohn gezeigt, dass dringend etwas getan werden müsse.

Wie Stadtlohn mit dem Thema Hochwasserschutz umgehe, sei dabei modellhaft: „Das können andere Kommunen als Beispiel nehmen“, sagte die Regierungspräsidentin.

Berkel soll in Stadtlohn erlebbar werden

Mathias Pennekamp, Stadtlohns Fachbereichsleiter für Planung, Bauen und Umwelt, machte deutlich, was dahinter steckt: „Wir möchten den Hochwasserschutz ja mit vielen städtebaulichen Projekten verknüpfen, um die Berkel in der Stadt erlebbarer zu machen“, sagte Mathias Pennekamp.

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Ein Plan, der bei Dorothee Feller gut ankam: „In Coesfeld zum Beispiel hat das schon ausgezeichnet funktioniert“, sagte sie. Dort sind erste Umbauten an der Berkel schon erfolgt. „Und die Aufenthaltsqualität dort ist deutlich gestiegen.“

Viele Arbeiten werden später nicht zu sehen sein

Ein großer Teil der Arbeiten wird dabei später überhaupt nicht zu sehen sein: die Hinterlandentwässerung. Damit die Abwasserkanäle auch im Hochwasserfall das Regenwasser weiter aus der Stadt transportieren und nicht überlaufen, wird auch im weiten Umfeld der Berkel gearbeitet. Rohre müssen getauscht und erweitert werden, Flächen werden so umgestaltet, dass sie auch bei Hochwasser noch entwässert werden.

Erste Vorarbeiten haben schon begonnen oder sollen in Kürze starten. Das Baufeld an der Berkelmühle beispielsweise ist schon vorbereitet. Auch an anderen Stellen in und um die Stadt wurden erste Vorbereitungen erledigt. Rund um die Berkelmühle sollen im Mai 2020 erste Hochbauarbeiten starten.

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Für die dritte Januarwoche sind Tiefenbohrungen von einem Ponton aus auf der Berkel vorgesehen, um den Untergrund und vor allem auch das Grundwasser dort zu untersuchen.

In der Innenstadt soll 2022 alles fertig sein

Bis Herbst 2022 sollen – zumindest im Bereich der Innenstadt – alle Projekte fertig sein. „Noch einmal bis 2023 dauern dann letzte Einzelmaßnahmen“, wie Mathias Pennekamp erläuterte. Es könnte eigentlich schneller gehen, doch während der Bauarbeiten müssen Ruhephasen eingehalten werden. Mit Blick auf den Artenschutz darf im Sommer nicht gebaut werden. Parallel würden dann aber andere Arbeiten durchgeführt, um so schnell wie möglich fertig zu werden.

Ein Versprechen ließ Dorothee Feller dann aber noch in Stadtlohn zurück: „Spätestens wenn alles fertig ist, komme ich wieder vorbei“, sagte sie, nachdem sie sich in das Goldene Buch der Stadt eingetragen hatte.

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