Reittherapiezentrum Stadtlohn: „Opa Caesar“ durch „Wunder“ wieder genesen

mlzJohannes-Reithalle

Ein Pferd des Reittherapiezentrums Stadtlohn erkrankte schwer an einer Kolik. Bange Stunden und Tage für die Mitarbeiter, die immer wieder schwierige Entscheidungen treffen mussten.

Stadtlokonrhn

, 25.12.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Ende hatte sich der Einsatz, die Geduld und das Hoffen und Bangen gelohnt. „Opa Caesar“ konnte wieder zurück nach Hause und alle waren glücklich. Im Anschluss waren sich alle Beteiligten einig: Die Genesung von „Opa Caesar“ grenzt an ein Wunder. „Man kann es durchaus als ein Weihnachtsgeschenk sehen“, sagt Freya Mels vom Reittherapiezentrum Stadtlohn.

Bei „Opa Caesar“ handelt es sich um einen wohlverdienten und bereits etwas betagten Mitarbeiter des Therapiezentrums – und zwar auf vier Beinen. Das Haflinger Pony gehört schon sehr lange zur Einrichtung und war vor wenigen Tagen an einer Kolik erkrankt. „Bereits am Morgen spürte ich, dass es ihm nicht gut ging. Er fraß nicht und scharrte mit den Hufen am Boden liegend aus – die typischen Anzeichen einer Kolik“, erklärt Freya Mels.

Reittherapiezentrum Stadtlohn: „Opa Caesar“ durch „Wunder“ wieder genesen

Caesar ist schon lange im Reittherapiezentrum Stadtlohn zu Hause. © Johannes Förderwerk

Wenig später bestätigte der Tierarzt Thomas Heddier aus Ramsdorf die erste Diagnose. Also gab es nur eine Wahl: Das Pferd musste in die Tierklinik nach Hochmoor, einem Stadtteil von Gescher – jedoch stellt sich bei einem Vierbeiner in seinem Alter die Frage, wie die Erfolgsaussichten eines Aufenthalts sind. „Eine Operation kam aus Altersgründen nicht in Frage“, beschreibt die Mitarbeiterin.

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Dauernd schwankte der Gesundheitszustand des Pferdes – Höhen und Tiefen wechselten sich ab. Alle zwei Stunden gab es einen Austausch zwischen den Beschäftigten des Therapiezentrums und der Klinik in Hochmoor. Ständig wurden die Blut- und Vitalwerte durchgegeben und es mussten regelmäßig neue Entscheidungen gefällt werden, wie die Behandlung fortgesetzt wird.

Zudem war Freya Mels mit ihren Kollegen auch zeitweise vor Ort und führte das Pferd aus. Je länger die Untersuchungen andauerten, desto stabiler wurde der Zustand des Vierbeiners – und das ganz ohne eine Operation, die gesamte Zeit wurde der Vierbeiner mit konservativen Methoden behandelt. Zwei Tage später war „Opa Caesar“ dann über den Berg – noch mal zwei Tage danach durfte das Pony dann nach Hause. Eine große Erleichterung für alle Beteiligten.

„Große Verantwortung gegenüber unseren Pferden“

Die Mitarbeiterin des Reittherapiezentrums betont, dass alle Entscheidungen stets im Sinne des Tieres getroffen wurden. „Wir haben eine große Verantwortung gegenüber unseren Pferden. Deswegen haben wir stets im Blick gehabt, was für Caesar das Beste ist. Als er dann wieder der Alte war, haben viele von einem ‚Wunder‘ gesprochen, dass er das alles überstanden hat.“

Reittherapiezentrum Stadtlohn: „Opa Caesar“ durch „Wunder“ wieder genesen

Cornelia Bogott, Franz Marpert und Freya Mels (v.l.) streicheln das genesene Pony Caesar. © Maximilian Konrad

Koliken sind bei Pferden nichts Seltenes und können ab und zu auftreten. Als Ursache können verschiedene Dinge auftreten: Das Tier frisst etwas Falsches, oder nimmt zu viel Heu zu sich – ebenso können Magen- oder Darmerkrankungen der Grund für eine Kolik sein. Gerade im Winter kommt das Krankheitsbild häufiger vor.

Erst mal erholen

Momentan befindet sich Opa Caesar noch in Schonzeit und wird noch nicht wieder in der Reittherapie eingesetzt. „Wie ein Mensch nach einem Krankenhaus-Aufenthalt muss sich Caesar erst mal erholen“, beschreibt Freya Mels. Beim Besuch vor Ort machte er schon wieder einen passablen Eindruck und genoss die Streicheleinheiten seiner Betreuer.

In Stadtlohn ist das Pony vielerorts bekannt. Gerade Kinder fragen häufig nach Opa Caesar, der seinen Namen bereits seit einiger Zeit hat, da er schon lange der dienstälteste Mitarbeiter auf vier Beinen ist. Mittlerweile gebe es schon Eltern, die ihren Kindern von ihren Therapiestunden mit dem Pferd erzählen würden, berichtet die Pferde-Liebhaberin.

Freya Mels meint abschließend: „Unser Opa Caesar hat gekämpft. Er hat uns gezeigt, dass er noch nicht bereit ist zu gehen und wir an ‚Wunder‘ glauben dürfen. Er bereichert das Reittherapiezentrum schon seit vielen Jahren und wir sind ihm überaus dankbar für seine Arbeit.“

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