Stefan Heetpaß (Kiepenkerl-Apotheke), Johanne Elias (Berkel-Apotheke), Dr. Markus Jansen (Tilly-Apotheke) und Jürgen Beimesche (Sonnen-Apotheke) wollen ab Dienstag die kostenlosen FFP2-Masken in Stadtlohn verteilen. Das soll zentral an der Stadthalle geschehen, um Abstände einzuhalten und die vier Apotheken nicht zu überlasten. © Stephan Rape
Kostenlose Masken

Rund 7000 Stadtlohner werden an der Stadthalle mit FFP2-Masken versorgt

Rund 7000 Stadtlohner haben ab Dienstag (15. Dezember) Anspruch auf kostenlose FFP2-Masken gegen das Coronavirus. Um den Ansturm zu ordnen, gehen die vier Stadtlohner Apotheken einen besonderen Weg.

Ab Dienstag (15. Dezember) sollen bundesweit kostenlose FFP2-Masken gegen die Ausbreitung des Coronavirus an Ältere und Risikogruppen verteilt werden. Rein rechnerisch haben allein in Stadtlohn rund 7000 Personen eine Berechtigung für die jeweils drei kostenlosen Masken. Eine Zahl, die in den vier Apotheken in der Stadt auf keinen Fall versorgt werden könne, ohne die geltenden Schutzbestimmungen zu verletzen.

Gemeinsame Lösung statt Ansturm auf vier Apotheken

Die Stadtlohner Apothekerinnen und Apotheker haben sich deswegen über das vergangene Wochenende zusammengesetzt und eine Lösung erarbeitet: Die Masken werden an der Stadthalle ausgegeben. Gemeinsam öffnen Johanne Elias (Berkelapotheke), Stefan Heetpaß (Kiepenkerl-Apotheke), Jürgen Beimesche (Sonnen-Apotheke) und Dr. Markus Jansen (Tillyapotheke) dort die Ausgabe.

Der zentrale Ausgabeort hat aber noch einen anderen Effekt: „Die normale Versorgung mit Medikamenten in den einzelnen Apotheken bleibt so gesichert“, sagt Dr. Markus Jansen. Auch das sei ja schließlich eine enorm wichtige Aufgabe.

Alle vier Apotheker hoffen aber, dass es ab Dienstagmorgen trotzdem nicht zum großen Ansturm auf die Masken kommen wird. „Es ist genug für alle da“, beteuert Johanne Elias. Deswegen sollen sich die Berechtigten nach Möglichkeit auf alle Ausgabetage verteilen.

Ausgabe muss schnell und unkompliziert ablaufen

Letzte Details sind am Montagmittag noch nicht geklärt. Wie genau beispielsweise die Warteschlangen vor der Stadthalle aufgestellt werden sollen. Klar ist nur, dass die Ausgabe so schnell und unkompliziert wie möglich ablaufen soll und muss. Die Stadthalle selbst werden die Empfänger der Masken nicht betreten. Sie werden an den Türen der Stadthalle durch Personal aus den Apotheken abgefertigt.

Geöffnet ist die Ausgabe von Dienstag (15. Dezember) bis Freitag (18. Dezember) und von Montag (21. Dezember) bis Mittwoch (23. Dezember), jeweils von 9 bis 17 Uhr. „Danach sollten eigentlich alle, die einen Anspruch haben, versorgt sein“, erklärt Stefan Heetpaß. Sollte es auch nach Weihnachten noch Bedarf aus der ersten Charge in Stadtlohn geben, setzen sich die Apotheker noch einmal zusammen.

Klare Regeln für die Masken-Ausgabe

Einige Regeln sind aber jetzt schon klar:

  • Ältere Menschen und Risikopatienten sollen nach Möglichkeit nicht selbst ihre Masken abholen, sondern einen Verwandten oder Nachbarn schicken.
  • Berechtigte müssen sich per Personalausweis und durch Eintragungen in Listen ausweisen. So soll verhindert werden, dass sich Einzelne mehr als die drei Masken abholen.
  • Nach Möglichkeit sollen eigene Kugelschreiber mitgebracht werden.
  • Autos sollen am Busbahnhof und nicht direkt vor der Stadthalle geparkt werden.
  • Rund um die Stadthalle gilt während der Maskenausgabe strikte Masken- und Abstandspflicht, die teils auch durch das Ordnungsamt kontrolliert werden soll.

Auch zur Abrechnung und der internen Abwicklung sehen die vier Apotheker noch einige offene Fragen. Schließlich liege das entsprechende Gesetz ja auch bisher erst als Referentenentwurf vor und solle erst am Dienstag endgültig beschlossen werden. „Dann soll die Verteilung aber schon laufen“, erklärt Jürgen Beimesche.

Viele Fragen sind für die Apotheken noch unklar

Dabei wiederum handelt es sich aber nur um die ersten drei von insgesamt fünfzehn Masken, auf die die Betroffenen Anspruch haben. Die weiteren Masken sollen erst im neuen Jahr verteilt werden. Wie und wann genau, darüber gibt es noch keine Klarheit. Möglich ist zum Beispiel, dass sie über Berechtigungsscheine und per Post zugestellt werden. Dann müssten die Apotheken vor Ort auch die Berechtigung nicht mehr überprüfen.

Die Nachfrage sei auf jeden Fall jetzt schon enorm hoch: „Ständig fragen Kunden danach. Persönlich oder auch telefonisch“, berichtet Johanne Elias.

Wer bekommt kostenlose Masken?

Die Risikogruppen sind genau umrissen, die Liste aber entsprechend lang. Folgende Personengruppen können sich ab Dienstag (15. Dezember) an der Stadthalle drei kostenlose FFP2-Masken abholen:

  • Personen über 60 Jahre
  • Personen mit einer der folgenden Diagnosen:
    • Diabetes Typ 2
    • Asthma
    • COPD
    • Chronische Herzinsuffizienz
    • Chronische Niereninsuffizienz
    • zerebrovaskuläre Erkrankungen, wie z.B. Schlaganfall
    • aktive Krebserkrankung
    • bevorstehende Therapie mit Immunsuppressiva
    • Organ- oder Stammzelltransplantation
    • Risikoschwangerschaft
Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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