Schlagschatten stört Tennisspieler – Stadt lehnt Baumfällung ab

mlzBaumschutz

Der Tennisverein Blau-Weiß hat Probleme mit dem Schattenspiel der Bäume am Rande des Center Courts am Losberg. Die Stadt lehnt aber eine Fällung der bereits beschnittenen Bäume ab.

Stadtlohn

, 14.02.2019, 18:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Tennisverein Blau-Weiß Stadtlohn hat ein Licht-Problem: Buchen und andere Laubbäume beschatten an sonnigen Sommertagen einen Teil des Center Courts, also des Hauptplatzes der Tennisanlage am Losberg. Darum hat der Verein im Januar die Fällung oder erneute Kappung der Bäume beantragt. Der Umwelt-, Planungs- und Bauausschuss aber hat in seiner jüngsten Sitzung Nein gesagt. Die Bäume sollen stehen bleiben.

Tennisbälle verschwinden kurzzeitig aus dem Blick

Licht und Schatten gibt es in jeder Sportart. Auf dem Tennisplatz aber habe ein schlagartiger Lichtwechsel fatale Folgen, sagt Frank Brockordt, der Vorsitzende des Tennisvereins Blau-Weiß Stadtlohn: „Tennisbälle, die bei Sonnenschein eine beschattete Fläche durchfliegen, verschwinden aufgrund des Kontrastes kurzzeitig für das menschliche Auge.“

Das, so Brockordt, sei ein großer sportlicher Wettbewerbsnachteil. Schließlich fliegen die Bälle auf dem Center Court mit hohem Tempo, wo doch die Damen- und Herrenmannschaften hochklassig in der Westfalen- und in der Verbandsliga spielen. Zu den Meisterschaftsspielen reisen Tennissportler aus einem Umkreis von 200 Kilometern nach Stadtlohn.

Stadt hält Fällung der Bäume für überzogen

Aus Sicht der Verwaltung aber ist die Licht-und-Schatten-Lage nicht so dramatisch. In der Sitzungsvorlage heißt es: „Eine komplette Entfernung aller Bäume im Grenzbereich ist aus Sicht der Fachabteilung überzogen.“ Betroffen sei zwar der Center Court, aber eben nur einer von sieben Plätzen. Zudem stünden die Bäume an der Westseite der Anlage, „der Schatten kann also nur in den Abendstunden an einem sonnigen Tag stören“. Ohne Diskussion schlossen sich die Mitglieder des Umwelt-, Planungs- und Bauausschusses in ihrer jüngsten Sitzung der Argumentation der Verwaltung an.

Schlagschatten stört Tennisspieler – Stadt lehnt Baumfällung ab

Frank Brockordt, Vorsitzender des Tennisvereins Blau-Weiß © privat (Tennisverein Blau-Weiß)

Frank Brockordt zeigte sich enttäuscht, als er am Mittwoch durch eine Anfrage unserer Redaktion von der Entscheidung der Stadt erfuhr. „Da haben es sich die Stadtväter aber zu leicht gemacht. Sie hätten sich doch mal lieber vor Ort ein Bild machen sollen. Den Schatten gibt es doch schon ab mittags.“ Aus Sicht des Tennisvereins sprechen nicht nur sportliche Gründe für eine Kappung der Bäume.

Mehraufwand für den Platzwart

Die Schattenbildung erschwere die gleichmäßige Bewässerung des Platzes und mache auch sonst mehr Arbeit. Frank Brockordt: „Der Center Court muss stetig von unserem Platzwart von Blättern, kleinen Ästen und Fruchthülsen gesäubert werden, um eine Verletzungsgefahr der Spieler durch Ausrutschen zu verhindern.“

Diesen Einwand aber will die Verwaltung nicht gelten lassen. Beeinträchtigungen durch das Laub seien für einen Tennisplatz vertretbar. „In vielen Straßen stehen ebenfalls Bäume und auch hier wird den Anwohnern aus Gründen des Natur- und Umweltschutzes abverlangt, das Herbstlaub aus den Gärten zu entfernen.“

Nur morsche Bäume werden entfernt

Aus Sicht von Verwaltung und Politik sollen in den nächsten Jahren allenfalls Bäume entfernt werden, wenn sie morsch und gefährdend sind. Das könnte einige Bäume betreffen, denn ein Teil der Bäume ist erkrankt oder abgestorben, nachdem sie vor einigen Jahren gekappt worden sind, um den Schattenwurf auf den Center Court zu verhindern.

Stadt unterstützt den Sport in Stadtlohn

Verstehen kann Frank Brockordt die Entscheidung nicht. „Wir müssen das aber so hinnehmen. Für dieses Jahr ist das Thema wohl gelaufen, weil die Bäume bald wieder Blätter bekommen und dann erst recht nicht mehr gefällt werden dürfen.“ Der Vorstand werde jetzt beraten, ob es im nächsten Jahr einen neuen Anlauf geben soll. Der Tennisvereinsvorsitzende betont auch, dass sich der Verein, abgesehen von der Baumfrage, durchaus einer guten Unterstützung durch die Stadtlohner Sportförderung erfreue: Die Stadt lässt uns eigentlich nicht im Regen stehen.“

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