Schnelles Glasfasernetz muss Ehrenrunde drehen

Breitbandausbau

Dem schnellen Glasfasernetz gehört die Zukunft, da sind sich die Experten einig. Und das sehen auch viele Stadtlohner so – aber offenbar noch längst nicht alle. In manchen Vierteln stockt die Nachfrage.

Stadtlohn

, 21.11.2017, 18:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
An der Lessingstraße und in den anderen Straßen des „Dichterviertel“ wird noch für die Nachfragebündelung geworben. Hier ist die Quote von 50 Prozent noch lange nicht erreicht.

An der Lessingstraße und in den anderen Straßen des „Dichterviertel“ wird noch für die Nachfragebündelung geworben. Hier ist die Quote von 50 Prozent noch lange nicht erreicht. © Markus Gehring

Die Nachfragebündelung zum Ausbau des Glasfasernetzes ist jetzt in einigen Stadtlohner Wohngebieten erfolgreich abgeschlossen worden. Andere Wohngebiete aber müssen „nachsitzen“, weil weit weniger als die Hälfte der Haushalte sich für einen Glasfaseranschluss entschieden haben. Hier sind Fragen und Antworten zum Thema.

Wie ist der aktuelle Stand der Nachfragebündelung? Die Gebiete Wessendorf (58 Prozent), Claushues Hof (56 Prozent) und Almsick (76 Prozent) haben sich klar für das schnelle Netz via Glasfaser ausgesprochen und werden demnächst ausgebaut. Hingegen haben die Gebiete Bockemölenstraße (30 Prozent), Blücher/Bakenstraße (34 Prozent) und Droste-Hülshoff-Straße (32 Prozent) das 50-Prozent-Ziel deutlich verfehlt.

Wann beginnt der Ausbau nach erfolgreicher Nachfragebündelung? Es gibt noch keinen genauen Zeitplan, sagt SVS-Geschäftsführer Thomas Spieß. „Wir wollen Netzausbau wenn nötig mit Arbeiten am Wasser- und Gasnetz kombinieren, sodass wir die Straßen nicht unnötig oft aufreißen müssen. Anfang 2018 sehen wir klarer.“

Wie geht es in den Wohngebieten weiter, in denen die 50-Prozent-Marke nicht geknackt wurde? Die Nachfragebündelung geht in die Verlängerung. Anwohner in den Gebieten Bockemölenstraße, Blücher-/Bakenstraße und Droste-Hülshoff-Straße haben noch bis zum 30. November Gelegenheit, sich für ein Glasfasernetz in ihrem Wohngebiet zu entscheiden. Bürgermeister Helmut Könning will in dieser Woche in einem Brief an die Haushalte in den betroffenen Gebieten für die Nachfragebündelung werben. Sollte in der Zeit der Rücklauf an Anmeldungen nicht steigen, werden zunächst andere Gebiete mit Glasfaser versorgt.

„Eine erneute Bündelung der Gebiete kann Jahre dauern“, sagt Daniel Liemann. Er ist Bereichsleiter beim Stadtlohner Telekommunikationsabieter Telkodata. Als Provider bietet die Firma neben Epcan und anderen die Internetdienste an. Eigentümer des Netzes sind die SVS-Versorgungsbetriebe.

Warum sollten sich Privathaushalte überhaupt ans Glasfasernetz anschließen? „Das ist für unsere Stadt einfach zukunftsweisend“, sagt Bürgermeister Helmut Könning. Die neue Technologie sichere die Attraktivität der Stadt für Familien und Unternehmen. Und sie ist praktisch für jeden Haushalt: Surfen, Musikstreaming, digitales Fernsehen und Datentausch funktionieren damit rasend schnell und störungsfrei. Helmut Könning: „Ich habe seit einem Jahr einen Glasfaseranschluss und bin bestens zufrieden.“ Auch bei stetig steigenden Datenmengen werde Glasfaser die digitale Zukunft meistern, sagt Daniel Liemann.

Warum zögern viele Stadtlohner noch? Die Gründe Im Einzelnen seien die Gründe schwer auszumachen, sagt SVS-Geschäftsführer Thomas Spieß. Viele stießen mit ihrem derzeitigen Datenvolumen eben noch nicht an die Grenze. „Die Zurückhaltung ist aber keine Generationenfrage, wie oft vermutet wird“, erklärt Daniel Liemann. „Hauseigentümer wollen schließlich den Wert ihrer Immobilie sichern.“ Langfristig gehe das nur mit einem direkten Glasfaseranschluss, der Downloadgeschwindigkeiten bis zu 200 MBit/s erreicht. Technische Zwischenlösungen anderer Anbieter schafften nur 100 MBit/s in der Spitze.

Was kostet denn ein Anschluss beim Stadtlohner Anbieter Telkodata? 39 Euro monatlich plus einen Euro für die Telefonie. Einmalig wird ein Anschlussbetrag von 99 Euro fällig. Nach der Nachfragebündlung sind die Anschlusskosten deutlich höher.

Wie steht es denn insgesamt mit dem Netzausbau in Stadtlohn? „Wir sind schon sehr weit“, sagt SVS-Geschäftsführer Thomas Spieß. „Schon mein Vorgänger Alfred Kramer hat sehr frühzeitig die Weichen für den Ausbau des Glasfasernetzes gestellt.“ Seither hätten die SVS mehrere Millionen Euro in den Glasfaserausbau investiert. „In unserem Versorgungsbereich in Stadtlohn, Vreden und Südlohn sind 3900 Privathaushalte angeschlossen. Die Trassenlänge liegt bei 450 Kilometern“, so der SVS-Geschäftsführer. Daniel Liemann von der Telkodata sagt: „Bundesweit sind nur zwei bis drei Prozent der Haushalte angeschlossen, im Kreis Borken sind es schon fast 20 Prozent.“

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