Zehn Abstreicher standen am Montagabend in der Stadthalle bereit. 450 Testungen hätten abgenommen werden können. Es kamen aber nur 142 Testwillige. © Stefan Grothues
Coronavirus

Schnelltests in Stadtlohn dank Herzblut und Software reibungslos angelaufen

142 Menschen haben sich am Montagabend im DRK-Schnelltestzentrum in der Stadtlohner Stadthalle auf Corona testen lassen. Die Premiere verlief reibungslos – dank Software und Herzblut.

Jochen Elsner hat sich am Montagnachmittag spontan zum Schnelltest entschlossen. „Ich habe leichte Erkältungssymptome. Da will ich auf Nummer sicher gehen und meine Kollegen und meine Oma und meinen Opa nicht in Gefahr bringen“, sagt der Stadtlohner.

Unkomplizierte und schnelle Anmeldung

Für ihn kam am Montag die Eröffnung des neuen Schnelltestzentrums des DRK-Ortsvereins in der Stadtlohner Stadthalle gerade recht. An 14 Standorten im Kreis Borken bietet der DRK-Kreisverband seit dieser Woche unkomplizierte und schnelle Tests an.

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Eröffnung des DRK-Schnelltestzentrums

Die Buchung für den kostenlosen Covid-19 Schnelltest (POC Antigen Test) war einfach, sagt Jochen Elsner. Per Smartphone konnte er sich über eine vom Ahauser Software-Unternehmen Tobit kostenlos bereitgestellte Onlineplattform einen Termin schon für Montagabend buchen.

Kapazität reicht täglich für 450 Tests

142 Menschen nahmen bereits am ersten Schnelltesttag das Angebot in der Stadtlohner Stadthalle wahr. Dank der ausgefeilten Terminvergabe gab es aber kein Gedränge. Und die Testkapazitäten waren noch keineswegs ausgeschöpft. „Wir haben heute zehn Abstreicher im Einsatz und haben so Kapazitäten für 450 Testungen an einem Abend“, sagt Jürgen Rave, Vorstandsmitglied des DRK-Ortsverbandes Stadtlohn.

Jochen Elsner lobt die gute Organisation und freut sich über ein negatives Testergebnis.
Jochen Elsner lobt die gute Organisation und freut sich über ein negatives Testergebnis. © Stefan Grothues © Stefan Grothues

Innerhalb weniger Tage haben die ehrenamtlichen DRK-Helfer das Schnelltestzentrum auf die Beine gestellt. Und trotzdem herrscht am Premierenabend routinierte Ruhe in der Stadthalle. Kein Wunder. Die Stadtlohner Rotkreuzler sind mehr als andere in Coronazeiten krisenerprobt.

DRK wächst in der Krise enger zusammen

Seit fast einem Jahr betreibt der Stadtlohner DRK-Ortsverein nur mit ehrenamtlichen Kräften die Covid-19-Teststation an der Gutenbergstraße in Stadtlohn. Dort werden auch weiterhin im Auftrag des Kreisgesundheitsamtes die verlässlicheren PCR-Tests durchgeführt.

Noch bevor das Schnelltestzentrum in der Stadthalle eröffnete, hatten die Helferinnen und Helfer am Montag schon über 500 Abstriche in der Covid-19-Teststation an der Gutenbergstraße sowie in Kindergärten durchgeführt. Wie schaffen die Ehrenamtlichen das? Wie motivieren sie sich für diesen Marathoneinsatz?

Nach Feierabend wartet das Ehrenamt

Nils Trappmann sagt: „Wir wollen die Menschen nicht alleinlassen. Die Regierung hat für jeden einen kostenlosen Test pro Woche beschlossen. Und wir setzen das um. Aus Liebe zu den Menschen.“ Manchmal ist er nach Feierabend jeden Tag für das DRK im Einsatz, manchmal nur drei Mal die Woche. Wie Juliane Rehkamp. Sie sagt: „Wenn die Hilfe benötigt wird, dann sind wir da – auch ohne langen Vorlauf.“

Juliane Rehkamp sagt aber auch: „Die Einsätze machen uns Freude, weil wir gerne helfen. Das Coronajahr hat die Gemeinschaft im DRK noch enger werden lassen. Wir sind eine starke Truppe, der Zusammenhalt ist groß.“

Juliane Rehkamp (l.) vom DRK freut sich über die neue freiwillige Helferin Gabriele Brockherde.
Juliane Rehkamp (l.) vom DRK freut sich über die neue freiwillige Helferin Gabriele Brockherde. © Stefan Grothues © Stefan Grothues

Das strahlt aus. „Wir haben in dieser Zeit neue Helferinnen und Helfer gewonnen“, sagt Juliane Rehkamp. Zum Beispiel Gabriele Brockherde. Die 63-jährige gelernte Kinderkrankenschwester ist am Montagabend zum ersten Mal für das DRK im Einsatz. „Ich habe gehört, dass Hilfe gebraucht wird. Und jetzt bin ich hier“, sagt sie.

Unterstützung erhält das DRK auch von der Coronahilfe Stadtlohn. Maik und Thomas Veldscholten und Jan Vos haben das Einchecken der Schnelltestkandidaten übernommen, damit sich die Helfer voll und ganz auf die Abstriche konzentrieren können.

Alle Testergebnisse negativ

Jürgen Rave kontrolliert die Ergebnisse der Schnelltests. QR-Codes lassen eine schnelle Zuordnung zu. „Wir sind sehr dankbar für das Tobit-Engagement. Ohne die App würden wir das Pensum nicht bewältigen können“, sagt Jürgen Rave. Ein kurzes Tippen auf den Smartphone-Bildschirm – und schon erhalten die Testkandidaten 25 Minuten nach dem Test eine Push-Meldung mit dem Ergebnis auf ihr Handy. Und das war am Montagabend durchweg erfreulich: Alle 142 Tests fielen negativ aus.

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Stefan Grothues

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