Fabian Busche (22) hat mit Mut und Umsicht eine ältere Frau aus einer brennenden Küche gerettet. Anschließend musste er wegen einer Rauchgasvergiftung stationär im Krankenhaus behandelt werden. © privat
Lebensretter

Schon wieder rettet ein junger Stadtlohner ältere Frau aus den Flammen

Fabian Busche (22) hat eine hilflose Seniorin aus einer brennenden Küche gerettet. Er erlitt dabei eine Rauchvergiftung. Jetzt hat er seine Großtat öffentlich gemacht – aber nicht, um zu prahlen.

Schon wieder hat ein junger Stadtlohner eine hilflose ältere Frau aus einem brennenden Haus gerettet. Am Sonntag (4. Juli) gegen 13.30 Uhr zögerte der 22-jährige Fabian Busche nicht einen Moment: Er stürzte in ein Haus an der Hegebrockstraße, aus dem dichter schwarzer Rauch und die Hilferufe einer Frau drangen. In der Küche schlugen die Flammen bis zur Decke. Dort entdeckte Fabian Busche die hilflose Frau.

Zweiter Lebensretter innerhalb weniger Wochen

Erst wenigen Wochen zuvor hatte der Stadtlohner Senad Bajraj (23) bei einem Wohnhausbrand am Richters Kamp eine ähnliche Heldentat vollbracht. Er rettete eine 89-jährige Seniorin aus den Flammen und wurde dafür von der Stadt Stadtlohn offiziell geehrt.

Fabian Busche erlitt am Sonntag bei der Rettungsaktion eine Rauchgasvergiftung. Er musste zwei Tage lang stationär im Krankenhaus behandelt werden. Inzwischen ist er wieder wohlauf und berichtet, wie er das dramatische Geschehen vor knapp einer Woche erlebt hat.

„Am Sonntagmittag war ich noch etwas geschafft, weil ich am Samstag mit Freunden auf einem Festival war. Da kam mein Vater zu mir ins Zimmer und sagte, dass bei den Nachbarn ein Rauchmelder piept und schwarzer Rauch aus den Fenstern kommt“, berichtet Fabian Busche im Gespräch mit der Redaktion.

Familie Busche ist hilfeerprobt

Die Busches müssen nicht lange nachdenken. Sie sind eine hilfeerprobte Familie. Wie Fabian engagieren sich auch sein Vater Markus und sein Bruder Luca schon seit vielen Jahren als ehrenamtliche Helfer im DRK Stadtlohn. Ihr weiteres Vorgehen ist daher lehrbuchmäßig.

„Ich habe nicht lange überlegt und mich direkt angezogen, um rüberzurennen. Zeitgleich rief mein Vater die Feuerwehr und mein Bruder stellte sich an die Straße um sie einzuweisen, da das Haus an der Hegebrockstraße in einem Hinterhof liegt“, erzählt Fabian Busche.

Schwarzer Rauch, knisternde Flammen und Hilferufe

„Aus der Hintertür quoll dichter Rauch. Man hörte das Feuer schon knistern. Eine Frau rief um Hilfe“, so schildert der 22-Jährige den dramatischen Moment. „Ich ging ohne ohne zu zögern hinein. Über einem Gasherd schlugen die Flammen bis zur Decke. Die ältere Frau stand direkt am Brandherd. Sie war stark verwirrt und sichtlich mit der Situation überfordert.“ Fabian Busche stützt die Frau, führt sie schnell ins Freie. Hinter sich schließt er die Küchentür, um ein weiteres Ausbreiten des Rauches und des Feuers einzudämmen.

Als die Frau in Sicherheit ist, spurtet der junge Mann die 300 Meter zum Elternhaus an der Blumenstraße zurück, um einen Feuerlöscher zu holen. Noch einmal wagt er sich in das brennende Haus. „Gut dass ich einen Schaumlöscher hatte. Damit konnte ich das Feuer trotz einer schon hohen Intensität schneller löschen, als ich dachte.“

Wichtigste Regel: Nicht wegschauen und die 112 wählen

Dann kommt ein weiterer Nachbar zur Hilfe, ein Feuerwehrmann. Während sich Fabian Busche um die ältere Frau kümmert, lüftet er das Haus und stellte die Rauchmelder ab.

„Als wir eintrafen, war die meiste Arbeit schon getan“, sagt Markus Vennemann der stellvertretende Leiter der Stadtlohner Feuerwehr. Er lobt das umsichtige Verhalten und den Mut der Ersthelfer. Vennemann: „Am allerwichtigsten ist es in solchen Momenten nicht wegzuschauen und sofort die Rettungskräfte unter 112 zu alarmieren.“

Eigensicherung ist unerlässlich

Ein furchtloser Held müsse niemand sein. „Wenn man vor lauter Rauch die Hand nicht vor den Augen sieht oder ein Haus lichterloh in Flammen steht, sollte die Eigensicherung im Vordergrund stehen“, sagt Markus Vennemann. Dann sei die Chance zu gering, einen Menschen aus den Flammen zu retten.

„Wenn der Rauch sehr dicht ist, gehen auch die Feuerwehrleute nur mit Atemschutzgeräten in ein Haus hinein. Und das niemals allein. Sie halten sich gegenseitig fest, um sich abzusichern“, so Vennemann weiter.

Helfer litt unter Druck auf der Brust und Hustenreiz

Der ebenfalls alarmierte Rettungsdienst versorgte die ältere Frau und Fabian Busche. Nach seiner beherzten Tat spürte Fabian Busche plötzlich Druck auf der Brust. „Mir fiel das Atmen schwer, im Krankenhaus bekam ich Hustenreiz. Im Nachhinein war es vielleicht nicht die klügste Idee, nochmal in das Haus hineinzugehen, um das Feuer zu löschen, aber es war meiner Meinung nach auf jeden Fall die richtige Entscheidung“, sagt Fabian Busche.

Im Krankenhaus bekam er Inhalationen und Medikamente verordnet, die er auch noch weiterhin einnehmen muss. „Mir geht‘s aber wieder gut. Nur manchmal bin ich noch ein bisschen kurzatmig. Aber ich kann schon wieder arbeiten“, sagt der 22-Jährige.

„Es ist eine große Freude, helfen zu können“

Der gelernte Anlagenmechaniker und Rettungshelfer absolviert zurzeit eine Ausbildung zum Rettungssanitäter an der DRK-Rettungswache in Gescher. „Ich wollte immer schon in diese Richtung. Der Beruf macht mir einfach Spaß. Es ist ein große Freude, helfen zu können.“

Aus diesem Grund ist er mit seinem mutigen Einsatz auch an die Öffentlichkeit getreten. „Ich will damit nicht angeben. Ich will anderen zeigen, wie wichtig es ist, hinzusehen und Menschen in Not zu helfen.“ Und Fabian Busche will noch auf einen anderen Lebensretter aufmerksam machen: „Der Vorfall zeigt, wie wichtig Rauchmelder sind. Ohne diese wäre alles viel schlimmer ausgegangen.“

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Stefan Grothues

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