Senad Bajraj mit der Geretten 89-Jährigen Elfriede Borgehynck und ihrer Tochter Hiltrud Südfels (v.l.). © Laura Schulz-Gahmen
Heldentat-Ehrung

Senioren bei Brand gerettet: Ehrung für Stadtlohner Senad Bajraj

Ohne zu zögern, rannte ein Stadtlohner in ein brennendes Haus und rettete eine 89-jährige Frau aus den Flammen. Er erhielt jetzt eine besondere Ehrung für seine Heldentat.

Eigentlich war Senad Bajraj (23) in Eile. Er hatte verschlafen und war auf dem Weg zu seinem Elternhaus, um Bewerbungsunterlagen zu holen und diese dann schnell abzugeben, als er Rauch sah und Hilferufe hörte. Eine glückliche Fügung für eine 89-jährige Stadtlohnerin.

In dem Moment hat der 23-Jährige aus Stadtlohn nicht lange nachgedacht. Er sprang über eine hohe Mauer und rannte in das total verrauchte Haus. „Ich dachte nur, was ist, wenn da noch ein Kind drin ist?“, sagt Senad Bajraj am Montag, 28. Juni, im Rathaus der Stadt Stadtlohn.

Das Goldene Buch in Stadtlohn ist blau

Dort wurde er Montagvormittag mit einem Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Stadtlohn geehrt. „Wobei das Goldene Buch gar nicht goldfarben ist, sondern blau“, sagte Bürgermeister Berthold Dittmann schmunzelnd.

Trotzdem soll ein Eintrag in das Goldene Buch etwas Besonderes sein „und die selbstlose Tat des jungen Stadtlohners soll als Anerkennung eben auch rein“, so Dittmann. Er spricht Senad Bajraj seinen großen Respekt und seine Anerkennung aus.

Antrag auf besondere Ehrung vom Land NRW

Anwesend bei der Ehrung des Stadlohners war aber nicht nur der Bürgermeister, sondern auch die gerettete 89-jährige Elfriede Borgehynck sowie ihre Tochter Hiltrud Südfels. Außerdem war der stellvertretende Wehrleiter der Feuerwehr Stadtlohn, Markus Vennemann Gast, als Senad Bajraj sich in Begleitung seiner Familie in das Goldene Buch eingetragen hat.

Der 23-Jährige bekam außer der Ehrung noch eine Flasche des Bürgermeistersektes, „den jetzt aber bitte nicht knallen lassen“, sagte Bürgermeister Berthold Dittmann, und einen Stadtlohn-Gutschein.

Doch damit nicht genug: „Wir haben außerdem beim Land NRW beantragt, dass Senad Bajraj eine Rettungsmedaille verliehen werden soll“, so Dittmann weiter.

Bei Vorstellungsgesprächen auf Heldentat angesprochen

Mittlerweile hat sich Senad Bajraj bei mehreren Unternehmen beworben, „unter anderem als Verfahrensmechaniker in Ahaus“, sagt er. Er habe aber auch Interesse an einer Banklehre: „Ich habe Wirtschaftsrecht gelernt und habe auch ziemlich gut abgeschnitten“, sagt er im Gespräch mit der Redaktion.

Er habe zwar Interesse an Technik, aber bei einer Banklehre könne man sich ja auch immer noch weiter hocharbeiten, darauf habe der Lebensretter schon große Lust. Bislang hatte Senad Bajraj einige Vorstellungsgespräche. Und: Auch dabei wurde der 23-Jährige häufig auf seine Heldentat angesprochen.

Bürgermeister als Leumund

Dass Senad Bajraj aber eine Stelle finden wird, da ist sich Bürgermeister Berthold Dittmann sicher: „Ich sehe da keine Probleme, wenn der junge Mann sich jetzt bewirbt. Er hat ja schon bewiesen, dass er verantwortungsvoll ist.“ Er würde sich auch als Leumundszeuge für ihn aussprechen.

Über seine Heldentat sagt Senad Bajraj: „Ich bin froh, ein Statement gesetzt zu haben, und vielleicht sieht mich ja jemand als Vorbild“, hofft der 23-Jährige. er wünscht sich, dass viel mehr Menschen einfach menschlich handeln.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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Laura Schulz-Gahmen

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