Silvestermenü mit Hobbykoch Klaus Staudinger: Essen ist Heimat

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Für all jene, die nach einem tollen Gericht für den Silvesterabend suchen, oder sich für gute Tipps aus der Hobbyküche interessieren, hat der Stadtlohner Klaus Staudinger etwas vorbereitet.

Stadtlohn

, 30.12.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 4 min

„Achtung. Ich bin ein chaotischer Koch“, macht Hobbykoch Klaus Staudinger noch klar und beginnt auch schon vom Herd zur Gewürzschublade, zum Besteck und zurück zum Ofen durch seine Küche zu wirbeln. Chaotisch ja, aber konzentriert und meisterhaft, denn was am Ende dieses gemeinsamen Kochens auf dem Tisch steht, ist der leckerste Burger, den ich je gegessen habe.

Was essen an Silvester? Das ist keine leichte Entscheidung. Nach den schlemmer-intensiven Weihnachtsfeiertagen soll es nicht zu traditionell, aber frisch, lecker und gut vorzubereiten sein, findet Klaus Staudinger. Deshalb zeigt uns der Hobbykoch seine Interpretation eines Klassikers. Zu Silvester gibt es für ihn und seine Gäste Burger mit Radieschensalat, selbst gemachte Sesammayo und Süßkartoffelpommes.

"Essen bedeutet Heimat", findet Hobbykoch Klaus Staudinger. Dieses Gefühl ist, seit er vor fünf Jahren anfing selbst zu kochen, noch stärker geworden.

"Essen bedeutet Heimat", findet Hobbykoch Klaus Staudinger. Dieses Gefühl ist, seit er vor fünf Jahren anfing selbst zu kochen, noch stärker geworden. © Christin Lesker

Wem das zu kompliziert klingt, der sollte sich trotzdem trauen und es einfach mal probieren, findet Klaus Staudinger. Denn auch bei ihm gab es bis vor fünf Jahren hauptsächlich Fertigprodukte.

Während der Stadtlohner die Süßkartoffeln mit Schale in dicke Streifen schneidet und den Saft einer halben Zitrone mit Olivenöl mischt, erzählt er: „Als ich Tim Mälzer vor fünf Jahren einen Hähnchenburger hab machen sehen, wollte ich das unbedingt ausprobieren. Das hat so gut geschmeckt, dass ich mehr herumprobiert habe. Und seit dem koche ich viel selber und fühle mich auch viel besser".

Kochen mit Michael Bublé

Beim Kochen läuft in der Küche gemütlich Musik von Michael Bublé, während Klaus Staudinger das Olivenöl-Zitronengemisch mit etwas Salz über die Süßkartoffeln gibt und die Pommes für 45 Minuten in den Ofen schiebt. In der Zwischenzeit widmet er sich der selbst gemachten Mayonnaise. Er gibt Eigelb, einen Schuss Zitronensaft, Senf, Salz, Pfeffer und Rapsöl in einen Becher. Mit dem Zauberstab mixt er das Gemisch erst ein paar mal kurz, dann länger. Nach nur 30 Sekunden ist die würzig-gelbe und cremige Mayonnaise fertig und schmeckt herrlich frisch.

Mit seinen Gerichten möchte Klaus Staudinger vor allem anderen ein Strahlen ins Gesicht zaubern. Die Geselligkeit beim Essen sei dabei das Wichtigste. „Man kocht ja nie nur für sich“, findet der Stadtlohner. „Ich habe schon den Ehrgeiz, etwas hundertprozentig zu machen, damit meine Frau Birgit beim Essen strahlt“.

Das hat allerdings nicht von Anfang an geklappt.

Malheur mit Knoblauchknollen

Seine Frau Birgit Könning erinnert sich beim späteren gemeinsamen Essen an ein ganz besonderes Perlhuhn, das ihr Mann vor einigen Jahren gezaubert hat. „Das war das zweite Mal, dass er für mich gekocht hat. Er kannte damals nicht den Unterschied zwischen Knoblauchknolle und Knoblauchzehe. Dann musste ich Perlhuhn mit zwölf Knollen Knoblauch essen", erzählt sie und fängt beim Gedanken daran an zu lachen.

Von der Zitronenmayonnaise stellt der Hobbykoch drei Esslöffel für die Pommes zur Seite. Unter den Rest mischt er Sesamöl, rosenscharfes Paprikapulver und etwas Cayennepfeffer. All das kramt er aus einer Schublade voller Gewürze, und es beginnt in seiner Küche himmlisch zu duften. „Ich kenne meine Schritte und mache mittlerweile vieles beim Kochen nach Gefühl“, erklärt Klaus Staudinger. „Manchmal ist ein Rezept aber auch vollkommen und es lohnt sich, sich daran zu halten“, findet er.

Start mit Tomatensoße

Wer noch kein gutes Gefühl fürs Kochen hat, dem rät der Hobbykoch mit einfachen, aber besonderen Rezepten anzufangen, die einen ansprechen, oder einfach mal eine Tomatensoße für Nudeln selbst zu machen. „Man schmeckt einen riesigen Unterschied“, macht er deutlich. Und um ein Gefühl für Gewürze zu bekommen helfe es, sich an Mengenangaben mit Löffeln oder amerikanischen Cups zu halten.

Für den Salat, der später in die Burger kommt, raspelt der 50-Jährige die Radieschen und mischt sie mit Kresse und Teriyaki-Soße. Er schneidet die Frühlingszwiebeln in Ringe, kocht sie mit Zitronensaft und braunem Zucker auf, gießt die Flüssigkeit ab und gibt auch die Frühlingszwiebeln zum Radieschensalat.

Die Radieschen werden für den Salat fein geraspelt und mit Kresse, Teriyaki Soße und Frühlingszwiebeln gemischt.

Die Radieschen werden für den Salat fein geraspelt und mit Kresse, Teriyaki Soße und Frühlingszwiebeln gemischt. © Christin Lesker

Seit fünf Jahren kocht der Stadtlohner nun selber. „Das Tolle ist, wenn man reingefunden hat, geht Selberkochen genauso schnell wie etwas Fertiges zu machen", weiß er heute. „Birgit war damals so begeistert, dass sie mir das Kochen ganz überlassen hat. Seitdem sieht man sie nur noch selten in der Küche“, erklärt er und schmunzelt.

15 Minuten bevor die Süßkartoffelpommes fertig sind, bestreut Klaus Staudinger sie mit Oregano, Thymian, Pfeffer, Paprika edelsüß und Curry und mischt alles auf dem Blech einmal durch.

Die Süßkartoffelspalten aus dem Backofen bekommen durch eine Mischung aus Oregano, Thymian, Paprika edelsüß, Pfeffer und Madras Curry eine passende Würze.

Die Süßkartoffelspalten aus dem Backofen bekommen durch eine Mischung aus Oregano, Thymian, Paprika edelsüß, Pfeffer und Madras Curry eine passende Würze. © Christin Lesker

Das Hackfleisch mischt er mit Salz und Pfeffer und knetet es gut durch. „Das ist wichtig, dann verbindet sich die Masse besser“, erklärt er. Aus dem Hack formt er sechs längliche Würste und legt sie auf ein weiteres Backblech. „Hackfleisch wird im Ofen viel saftiger, weil es im eigenen Sud garen kann“, weiß der Hobbykoch heute.

Die leckeren Burger lassen sich auch mit klassischen Burger Pattys machen, aber die Form eines Hot Dogs ist eine willkommene Abwechslung.

Die leckeren Burger lassen sich auch mit klassischen Burger Pattys machen, aber die Form eines Hot Dogs ist eine willkommene Abwechslung. © Christin Lesker

Während Klaus Staudinger die Sesamsamen zum Rösten ganz locker in einer beschichteten Pfanne schwenkt, erzählt er, dass er seine Inspiration für neue Gerichte in Kochsendungen und auf Reisen findet. Am liebsten schaut er Tim Mälzer und Juan Amador beim Kochen zu. Sein Lieblingsrezept sind übrigens italienische Spaghetti Carbonara. "Mein Herz schlägt für die mediterrane Küche", macht er klar. „Nicht nur Italien. Auch Kroatien oder Griechenland haben unglaubliche Gerichte, von denen wir noch nichts wissen.“

Nachdem auch die Brötchen kurz im Ofen aufgewärmt wurden, bestreicht Klaus Staudinger die Hälften großzügig mit der Sesamayonnaise, legt je eine Hackfleischwurst darauf, bedeckt das Ganze mit dem Radieschen-Salat und streut gerösteten Sesam darauf. Dazu serviert er die Süßkartoffelpommes mit einem Klecks Zitronenmayonnaise.

Schon jetzt freuen sich Klaus Staudingers Gäste an Silvester von dem Hobby Koch bekocht zu werden und die leckeren Burger und Süßkartoffelpommes in guter Gesellschaft zu genießen.

Schon jetzt freuen sich Klaus Staudingers Gäste an Silvester von dem Hobby Koch bekocht zu werden und die leckeren Burger und Süßkartoffelpommes in guter Gesellschaft zu genießen. © Christin Lesker

Beim Anblick dieses Silvestermenüs läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Und es schmeckt mindestens so fantastisch, wie es aussieht. Anders als ein klassischer Burger, aber besser. Die selbst gemachte Mayonaise zergeht cremig auf der Zunge, man schmeckt Sesam und die Zitrone gibt dem Ganzen eine passende Frische.

Wenn Klaus Staudinger gerade nicht in der Küche steht, liefert er Bio-Gemüsekisten aus und unterstützt seine Frau im eigenen Friseursalon.

Für ihn hat Essen, seit er selber kocht, einen hohen Stellenwert bekommen. „Essen ist Heimat“, findet er.

Für Klaus Staudinger ist Kochen und Essen mit der Zeit zu einer Leidenschaft geworden. Es ist auch ein Weg in fremde Kulturen einzutauschen und sie zu verstehen.

Für Klaus Staudinger ist Kochen und Essen mit der Zeit zu einer Leidenschaft geworden. Es ist auch ein Weg in fremde Kulturen einzutauschen und sie zu verstehen. © Christin Lesker

Der Spaß am Kochen, kommt auch durch die Auseinandersetzung mit dem Essen. „Heute gibt es viele Rezepte mit Erklärungen zu Land und Leuten. Man versteht dann besser, warum etwas wie gewürzt und gemacht wird. Das Schmecken ist dann hinterher ganz anders“, findet der Hobbykoch.

Aber eines stellt Klaus Staudinger auch klar: „Am Silvesterabend geht es neben dem guten Essen vor allem um eines: um einen schönen Abend mit Freunden.“

Zutaten

  • 3-4 mittelgroße Süßkartoffeln
  • 3 El Olivenöl
  • Saft einer halben Zitrone
  • 1 EL Oregano
  • 1 TL Thymian
  • 1 TL gemahlener Pfeffer
  • 2 TL Paprika Edelsüß
  • 1 TL Currypulver
  • 2 Eigelb
  • 1 TL mittelscharfer Senf
  • je 1/2 TL Salz und Pfeffer
  • 250ml Rapsöl
  • 2 EL Sesamöl
  • 1-2 TL Paprika Scharf
  • Cayenne Pfeffer
  • 6 Hot Dog Brötchen
  • 1 Bund Radieschen
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln
  • 1 Zitrone
  • 1 El brauner Zucker
  • 1-2 EL Teriyaki Soße
  • ein Töpfchen Kresse
  • 500g Hackfleisch
  • 1 TL Salz
  • ein bisschen Pfeffer
  • 3 EL Sesamsamen
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