Stadtarchivar Ulrich Söbbing hat sich um die Route und deren Ziele gekümmert: Zu spirituellen Orten in Stadtlohn führt eine 20 Kilometer lange Strecke, zu der es jetzt einen kostenlosen Flyer gibt. Den präsentieren hier neben Ulrich Söbbing (r.) auch Bürgermeister Berhold Dittmann (l.) und Martin Auras (Stadtmarketing). © Anne Winter-Weckenbrock

„Spirituelle Orte längs der Berkel“ beim Wandern oder Radeln erfahren

Zu spirituellen Orten in Stadtlohn führt eine neue Route für Radler und Wanderer. Sie führt zur Hilgenbergkapelle oder zum alten jüdischen Friedhof. Der Flyer dazu ist ab sofort erhältlich

Eine neue Route hat Stadtlohn jetzt für Wanderer und Radfahrer im Angebot: „Spirituelle Orte längs der Berkel“ steht auf dem frisch gedruckten Flyer. Darauf ist der Weg eingezeichnet und die Zielpunkte werden erklärt.

Stadtarchivar Ulrich Söbbing, der das Projekt für die Stadt umgesetzt hat, Bürgermeister Berthold Dittmann und Martin Auras vom Stadtlohner Stadtmarketing stellten den Flyer jetzt gemeinsam vor.

Die spirituellen Orte in Stadtlohn kennt Ulrich Söbbing als Archivar und ausgewiesener Heimatfreund wie wenige andere. Seine Aufgabe war, eine Route von 20 Kilometern zu entwerfen und eine Auswahl von Zielpunkten zu treffen, die den Kriterien entsprechen: „Orte der Begegnung und Sinngebung“, wie es in dem Flyer erklärend heißt.

Kostenloser Flyer mit deutschen und niederländischen Texten

Die neue Route ist ein Teil des „Interreg-Projekts Berkeln 2018-2020“. Der für die Nutzer kostenlose Flyer soll für möglichst alle Berkel-Kommunen aufgelegt werden – auf Deutsch und Niederländisch. Für Gescher, Eibergen und Stadtlohn gibt es sie schon. Ulrich Söbbing nutzte die Zeit der Corona-Pandemie, in der es zwangsläufig weniger Publikumsverkehr im Archiv gab, für diese schöne Aufgabe, wie er beim Pressegespräch am Mittwoch sagte.

Es geht um Orte, an denen Menschen Heiligtümer gebaut haben, sich dort versammelt und ihre religiösen Bräuche und Kulte vollzogen haben. „Oftmals sind diese Stätten auf Anhöhen an der Berkel oder an den Furten zu finden“, heißt es im Flyer. Ulrich Söbbing bestätigt das. Beispiel Hilgenbergkapelle: „Die Kapelle liegt im 90-Grad-Winkel der Berkelschleife, auf einem kleinen Hügel.“

Die Hilgenbergkapelle in Stadtlohn. Die kleine Kapelle war der zweitbedeutendste Wallfahrtsort im Münsterland - bis die Madonna gestohlen wurde. Die Tat ist bis heute ein Mysterium. Aber die Kapelle wird von vielen Besuchern für besinnliche Momente gern genutzt.
Die Hilgenbergkapelle in Stadtlohn. Die kleine Kapelle war der zweitbedeutendste Wallfahrtsort im Münsterland und wird noch heute von vielen Besuchern für besinnliche Momente gern genutzt. Deswegen passt sie sehr gut als Routenziel für „Spirituelle Orte längs der Berkel“. © Stefan Grothues © Stefan Grothues

Die Hilgenbergkapelle ist ein Zielpunkt, aber auch die Kirchen St. Otger und St. Karl Borromäus, die Laurentiuskapelle, der alte und der neue jüdische Friedhof und der alte katholische Friedhof an der Klosterstraße. Auf dem Flyer sind alle Orte mit Fotos abgebildet und textlich wird Wissenswertes aufgeführt.

Stadtlohner Rundweg ist 19,3 Kilometer lang

Der Rundweg ist 19,3 Kilometer lang geworden – auch zu Fuß als Tagestour zu schaffen. Stadtmarketing-Geschäftsführer Martin Auras freut sich über das neue Angebot: „Gerade im Moment haben wir auch zum Beispiel aus dem Ruhrgebiet Anfragen wegen kontaktloser Aktivitäten.“ Diese Route sei da ein „schönes Angebot“. Die Flyer sind beim Stadtmarketing online (stadtmarketing-stadtlohn.de) oder nach telefonischer Bestellung erhältlich, Tel. (02563) 8 78 66.

Flyer beim Stadtmarketing erhältlich

Ob sie nach Terminvereinbarung „durchs Fenster“ gereicht werden oder zugeschickt, müsse man im Einzelfall besprechen, so Auras. Die Corona-Pandemie fordert Kompromisse. Auf lange Sicht, nach den Corona-Kontaktbeschränkungen, soll der Flyer auch im Bürgerbüro ausgelegt werden. Die Route ist nicht digital erhältlich, sondern nur als Plan aus Papier.

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Redaktion Ahaus
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Anne Winter-Weckenbrock