Stadt Stadtlohn kauft Spahn-Areal und Abrissbagger räumen Lichtgitter-Brache frei

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Auf dem alten Lichtgitter-Gelände an der Kreuzstraße macht der Abrissbagger jetzt Platz für Wohnhäuser. Und auch nebenan auf dem Spahn-Areal tut sich bald was. Die Stadt hat Flächen gekauft.

Stadtlohn

, 21.02.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Neues Leben auf zwei alten Industriebrachen: Die Stadt Stadtlohn ist auf dem besten Wege, zwei neue, zentrumsnahe Wohnquartiere auf einer Fläche von insgesamt 35.000 Quadratmetern auszuweisen.

Dieses Luftbild aus dem Jahr 2018 zeigt links das alte Lichtgitter-Areal und rechts das brachliegende Spahn-Betriebsgelände.

Dieses Luftbild aus dem Jahr 2018 zeigt links das alte Lichtgitter-Areal und rechts das brachliegende Spahn-Betriebsgelände. © Geodaten Kreis Borken

Auf dem alten Lichtgitter-Gelände an der Kreuzstraße räumte der Abrissbagger auf. In diesen Tagen fallen dort die letzten Fabrikmauern. Und auf dem benachbarten Spahn-Areal ist die Stadt jetzt Flächeneigentümerin geworden. Das bestätigte Günter Wewers, der Erste Beigeordnete der Stadt Stadtlohn, am Freitag auf Nachfrage.

Rahmenplan wird in den nächsten Monaten vorgestellt

„Noch im ersten Halbjahr 2020 soll der Entwurf eines Rahmenplans für die beiden benachbarten Flächen vorgestellt werden“, sagt Günter Wewers. Danach werde ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet. „Es ist denkbar, dass wir schon im Jahr 2021 Baugrundstücke auf dem alten Spahn-Gelände anbieten können“, so Wewers.

Die Stadt hat hier im Bereich zwischen Bahnallee, Hagenkamp und Kreuzwegstraße 25.000 Quadratmeter des früheren Spahn-Betriebsgeländes erworben – mitsamt den alten Betriebshallen. „Wir haben Bodenuntersuchungen in Auftrag gegeben, um das mögliche Altlastenrisiko abwägen zu können“, sagt Günter Wewers. Danach habe man sich mit dem Voreigentümer darauf geeinigt, dass die Stadt Stadtlohn auch den Abriss der Gebäude übernimmt.

Noch kein Termin für den Abriss der Spahn-Hallen

Wann wird hier der Abrissbagger rollen? „Das ist noch nicht ganz klar“, sagt Günter Wewers. Zum Teil werden die Hallen von Mietern noch als Lager genutzt. Die Verträge seien aber kurzfristig kündbar. Grund zur Eile gebe es ja nicht. „Das Bebauungsplanverfahren wird ja ohnehin noch einige Zeit dauern.“ Er sei aber optimistisch, dass schon im nächsten Jahr die ersten Baugrundstücke angeboten werden könnten.

Der Bagger sortierte am Freitag auf den Lichtgitter-Areal den Bauschutt.

Der Bagger sortierte am Freitag auf den Lichtgitter-Areal den Bauschutt. © Bernd Schlusemann

Nebenan auf dem 10.000 Quadratmeter großen Lichtgitter-Gelände ist der Bagger schon einen Schritt weiter. Allerdings: „Die Stadt ist nicht Eigentümer der Fläche“, betont Günter Wewers.

Noch kein Zeitplan fürs Lichtgitter-Gelände

Wann hier der Startschuss für eine Wohnbebauung fällt, ist noch unklar. „Das kann noch Jahre dauern“, sagte Lichtgitter-Geschäftsführer Hermann Stengel im Januar auf Anfrage unserer Redaktion. Stengel verwies auf den noch fehlenden Bebauungsplan. Jetzt seien erst die Stadt Stadtlohn, der Kreis und die Bezirksregierung am Zuge.

Zwei Brachen auf einen Blick: vorne das Lichtgitter-Areal mit den Abrissarbeiten, hinten das ehemalige Spahn-Betriebsgelände.

Zwei Brachen auf einen Blick: vorne das Lichtgitter-Areal mit den Abrissarbeiten, hinten das ehemalige Spahn-Betriebsgelände. © Bernd Schlusemann

Die Sitzmöbelfabrik Spahn und der Gitterrost-Hersteller Lichtgitter gehörten vor knapp 100 Jahren zu den Pionieren der Industrialisierung in Stadtlohn – mal abgesehen von der Textilindustrie.

Sitzmöbelfabrik vor 99 Jahren gegründet

1921 ging die H. & F. Spahn GmbH aus einer kleinen Schreinerei hervor. Damals war die Sitzmöbelfabrik der erste industrielle Möbelhersteller in Stadtlohn. 2015 zählte das Unternehmen 60 Mitarbeitern.

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Im Sommer 2017 meldete die Spahn GmbH Insolvenz an. Im Februar 2018 wurde das Inventar versteigert. Seither stehen die Hallen weitestgehend leer.

Lichtgitter seit 1977 an der Siemensstraße erfolgreich

Dagegen ist wirtschaftlicher Erfolg der Grund für die Lichtgitter-Brache. Lichtgitter produzierte seit 1929 Gitterroste an der Kreuzstraße. Weil es für das expandierende Unternehmen dort zu eng wurde, zog es 1977/78 zum neuen Standort an der Siemensstraße.

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Die alten Hallen wurden nur noch als Lagerstätte genutzt. Heute ist die Lichtgitter-Gruppe international tätig. Sie beschäftigt im Westmünsterland mehr als 700 Mitarbeiter und 1300 weltweit.

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