Stadt und Flurbereinigungsbehörde setzen Meilenstein im Hochwasserschutz

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Das Projekt „natürlich berkel" gliedert sich in viele Teilabschnitte. Ein weiterer wichtiger Schritt wurde gemacht: Die Planung eines alternativen Retentionsraumausgleiches wurde ermöglicht.

Stadtlohn

, 04.10.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Zuge von Hochwasserschutzmaßnahmen ist das Finden von Retentionsräumen das A und O. Das wurde seitens der Verwaltung der Stadt Stadtlohn immer wieder betont. Kein einfacher Prozess. Umso gelöster war die Stimmung am Donnerstag: Bürgermeister Helmut Könning, Wirtschaftsförderer Bernd Mesken sowie Vertreter der Flurbereinigungsbehörde der Bezirksregierung Münster, Thomas Bücking und Markus Nowak, konnten eine weitere Flächenbereitstellung zur Umsetzung des Hochwasserschutzkonzeptes Berkel beurkunden. Dies an der Stadtgrenze zwischen Stadtlohn und Gescher.

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Bürgermeister Helmut Könning nutzte den Pressetermin vor allem dazu, den Mitarbeitern der Flurbereinigungsbehörde in Münster einmal einen „großen Dank“ auszusprechen: „In Eigenarbeit hätten wir das nicht bewältigen können“, so Könning. Gerd Große Frericks, Gesamtprojektverantwortlicher „natürlich berkel“, sprach von einer „positiven Zusammenarbeit über Jahre“.

Hochwasserschutz passiert auf ländlichem Grundstücksmarkt

Landwirtschaftliche Flächen sind in den vergangenen Jahren im Preis gestiegen. „Hochwasserschutz passiert nun mal auf dem ländlichen Grundstücksmarkt. Landwirte wollen heute überwiegend tauschen“, erklärte Thomas Bücking. Die Flurbereinigungsbehörde ist eben rechtlich in der Lage, Grundstücke zu tauschen.

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Zwischen Stadtlohn und Gescher geht es im Oberlauf der Berkel darum, im Plangebiet nahe der Stadtgrenze ein Drosselbauwerk aufzubauen. Durch diese Einschnürungsmaßnahme soll sich die Berkel bei Hochwasser davor in die Auen verteilen. Dafür wird Retentionsfläche benötigt.

Flurbereinigung ist eine Erfolgsgeschichte

Dass die Flurbereinigung an der Berkel bereits seit 1993 Thema sei, bestätigte Thomas Bücking: „Eine Erfolgsgeschichte.“ Er könne sich noch gut an den Tag erinnern, als Helmut Könning angesichts neuer Berechnungen aus dem Jahre 2010 auf ihn zugekommen sei: „Hier muss was passieren.“ Ein „Riesenprojekt“ begann.

Markus Nowak berichtete, dass seine Behörde insgesamt rund 30 Hektar landwirtschaftliche Flächen in sogenannten Ringtauschen bewegt hat, um die von der Stadt Stadtlohn zur Umsetzung des Hochwasserschutzkonzeptes benötigten zehn Hektar zur Verfügung stellen zu können.

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Mit dem Ergebnis zeigten sich alle Beteiligten zufrieden – sie sei auch für die betroffenen Landwirte verträglich. Im Wesentlichen wurde in Zusammenarbeit mit der Flurbereinigungsbehörde und den Landwirten in Estern die Voraussetzung dafür geschaffen, dass nun Abstimmungen und Planungen zu einem allgemein verträglichen effizienten Retentionsraumausgleich zwischen den Ortslagen Stadtlohn und Gescher beginnen können.

Auch für Landwirte verträgliche Lösung gefunden

„Unsere Aufgabe ist es, den ländlichen Raum zu entwickeln“, erklärte Bücking weiter. Erfreut sei er über das Ansinnen gewesen, „die Interessen so zu verschneiden, um einen ressourcenschonenden Umgang mit den Flächen zu erreichen“: „Die Flächen bleiben – wenn auch in reduzierter Form – landwirtschaftlich genutzt.“ Nun liege der Ball bei der Stadt: „Wo unsere Arbeit aufhört, fängt die der Stadt nun mal an“, so Thomas Bücking.

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Der folgende Schritt auf dem Weg zur Realisierung beinhaltet die konkrete Abstimmung mit den zuständigen Fachbereichen des Kreises Borken als weitere Grundstückseigentümer und der Bezirksregierung Münster als Genehmigungsbehörde, teilt die Stadt mit. „Mit der Verfügbarkeit der nun durch diese Tauschverfahren beschafften Grundstücke können wir die Zusage an die Esterner Berkelanlieger einhalten, eine alternative Möglichkeit zu dem genehmigten Drosselbauwerk an der K33 bei der Bezirksregierung Münster zu beantragen“, freute sich Bürgermeister Helmut Könning.

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