Die Ausfahrt des Netto-Marktes am Pfeifenofen soll mit einem Stoppschild und einer weißen Haltelinie versehen werden. 2020 ereigneten sich hier drei Unfälle mit Fahrradfahrern. © Stefan Grothues
Verkehrsunfälle

Stadt will unfallträchtige Supermarkt-Einfahrt am Pfeifenofen entschärfen

Die gelbe Linie signalisiert erhöhte Gefahr. Sie zieht sich mit der L572 quer durch Stadtlohn. Auf diesem Streckenabschnitt passieren laut Unfallatlas mehr Unfälle als anderswo.

Der neue digitale Unfallatlas weist die Ortsdurchfahrt Stadtlohn als besonders unfallträchtige Strecke aus. Für den Nordkreis markiert die interaktive amtliche Statistik des Landes NRW nur zwei Strecken in gelber Farbe: die Enscheder Straße in Gronau und eben die Ortsdurchfahrt Stadtlohn von der Mühlenstraße über die Eschstraße bis zur Grabenstraße.

13 Unfälle auf der L572 in Stadtlohn im Jahr 2020

Die gelbe Farbe signalisiert: Hier verunglückten besonders viele Menschen. Wenn die Zahl der Unfälle im Jahr über 13 liegt, dann wechselt im Unfallatlas die Farbe einer Strecke von Blau auf Warngelb.

Weit mehr als 10.000 Autos täglich passieren die Ortsdurchfahrt Stadtlohn (hier die Grabenstraße). 13 Unfälle wurden 2020 im Verlauf der L572 (u.a. Mühlenstraße, Grabenstraße, Eschstraße) gezählt.
Weit mehr als 10.000 Autos täglich passieren die Ortsdurchfahrt Stadtlohn (hier die Grabenstraße). 13 Unfälle wurden 2020 im Verlauf der L572 (u.a. Mühlenstraße, Grabenstraße, Eschstraße) gezählt. © Stefan Grothues © Stefan Grothues

Zoomt man die Karte heran, dann zeigt sich, dass sich zehn der Unfälle innerhalb der geschlossenen Ortschaft ereigneten. Neun Mal kamen Menschen zu Schaden. Zumeist waren Fahrradfahrer oder Fußgänger an den Unfällen beteiligt. Hat die Stadt die Unfälle im Blick?

„Wir erhalten nicht zu jedem einzelnen Unfall eine Nachricht“, sagt Thomas Gausling, der Leiter des Stadtlohner Ordnungsamtes. Aber es gebe eine enge Abstimmung mit dem Verkehrsamt des Kreises Borken. Gausling: „Der Kreis informiert uns über besondere Unfallhäufungspunkte.“

Die allerdings gibt es an der Stadtlohner Ortsdurchfahrt nicht. Die roten Unfallpunkte im Unfallatlas stehen meistens für sich allein: an den Einmündungen Hengeler Straße, Steinkamp, Pfeifenofen und Hohe Straße zum Beispiel. Thomas Gausling sieht kaum konkrete Ansatzpunkte, die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

Unfallhäufungspunkt am Pfeifenofen soll entschärft werden

Einen Unfallhäufungspunkt hat der Kreis Borken aber jüngst wenige Meter abseits der Hauptdurchfahrt ausgemacht: Von fünf Unfällen mit Fahrradbeteiligung auf der Straße Pfeifenofen im Jahr 2020 ereigneten sich drei an der Einfahrt zum Netto-Markt. Kreis und Stadt haben im Juni die Verkehrssituation vor Ort begutachtet. Und einen Entschluss gefasst, der in den nächsten Wochen umgesetzt wird. „Die Ausfahrt erhält ein Stoppschild und eine weiße Haltelinie“, so Thomas Gausling.

Die roten Punkte markieren Verkehrsunfälle mit Personenschäden im Jahr 2020 in Stadtlohn. © Unfallatlas © Unfallatlas

Im Vergleich der Jahre 2020 und 2019 weist der Unfallatlas für Stadtlohn unterm Strich eine erfreuliche Tendenz aus: Die Zahl der Unfälle sank von 111 auf 70. Damit wechselte die Stadt Stadtlohn in der Tabelle der unfallträchtigsten Städte im Land mit einem großen Sprung von Platz 39 auf den besseren Platz 226.

Die Tabelle stuft die 396 Kommunen des Landes nach Unfällen pro 1000 Einwohner ein. Für Stadtlohn betrug der Wert im vergangenen Jahr 3,4. Im Jahr zuvor waren es noch 5,5. Bezogen auf die Bevölkerung ereigneten sich im NRW-Vergleich die meisten Unfälle mit 9,3 Unfällen je 1000 Einwohner in Heimbach (Kreis Düren). Die niedrigste Unfallhäufigkeit mit jeweils 1,7 Unfällen je 1000 Einwohner gab es in Nieheim (Kreis Höxter).

64 Verletzte und ein Verkehrstoter im Jahr 2020

53 Menschen erlitten 2020 bei Unfällen in Stadtlohn eine leichte Verletzung, 11 verletzten sich schwer. Ein junger Mann starb im Dezember 2020 bei einem Unfall auf der Russenstraße. 2019 verloren 2 Menschen bei Verkehrsunfällen in Stadtlohn ihr Leben, 101 wurden leicht und 10 schwer verletzt.

Noch nicht in die Unfallstatistik eingegangen ist der schwere Unfall an der Kreuzung Breul/Ginsterweg/Alter Dyk, der sich vor wenigen Wochen ereignete. Dabei verlor ein Fahrradfahrer sein Leben. An der Kreuzung war auch schon 2020 ein Fahrradfahrer verletzt worden. 2019 ereigneten sich dort nicht direkt auf der Kreuzung, aber in unmittelbarer Nähe drei weitere Fahrradunfälle.

„Die Kreuzung selbst ist noch kein echter Häufungspunkt“, sagt Thomas Gausling. Dennoch überlegt die Stadt, wie sich hier die Verkehrssicherheit erhöhen lässt. „Wir wollen unsere Überlegungen am Dienstag, 31. August, im Umwelt- und Bauausschuss vorstellen und mit der Politik diskutieren“, so der Ordnungsamtsleiter.

Der Unfallatlas kann sowohl auf Desktop-PCs als auch auf mobilen Geräten wie Smartphones oder Tablets genutzt werden. Die Anwendung „Unfallatlas“ steht unter der Adresse unfallatlas.statistikportal.de kostenlos zur Verfügung.

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Stefan Grothues

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