Stadtlohns Einwohnerzahl wächst laut Prognose – die Bevölkerung altert bis 2040 aber stark

mlzBevölkerungsprognose IT NRW

Geht es nach der Prognose der Landesstatistiker, wächst Stadtlohns Einwohnerzahl bis 2040. Zwar nur marginal um 1,4 Prozent, aber immerhin. Aber die Bevölkerung wird im Durchschnitt älter.

Stadtlohn

, 22.07.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Auch der Erste Beigeordnete der Stadt Stadtlohn, Günter Wewers, wundert sich beim Blick auf die Bevölkerungsprognose, die die Statistiker von IT NRW aktuell herausgegeben haben: „IT NRW geht bis 2040 von einer insgesamt wachsenden Bevölkerung aus. Bisherige Prognosen waren dagegen anders.“ In absoluten Zahlen zählt IT NRW für 2018 20.367 Einwohner für Stadtlohn und für das Jahr 2040 prognostizieren die Experten eine Einwohnerzahl von 20.662 – ein Plus von 1,4 Prozent.

Wenn es den Südlohner Wert mit einem vorhergesagten Plus von 1,0 Prozent nicht gäbe, wäre der Zuwachs für Stadtlohn ein Alleinstellungsmerkmal, wenn man mit Vreden (-9,4 Prozent) und Ahaus (-7,2 Prozent) vergleicht. Aber Günter Wewers ordnet die Zahl eher vorsichtig ein: „Es handelt sich um Prognoseberechnungen, basierend auf Modellen. Ob die Werte sich tatsächlich so abbilden, kann infrage gestellt werden. Tendenziell wird die Entwicklung aber wohl so sein.“

Die Bevölkerung altert bis 2040 stark

Damit spielt er aber auf die Zahlen an, die die Landesstatistiker in Bezug auf das Alter der Bevölkerung errechnet haben. Keine Überraschung ist, dass die Zahl der 65- bis 80-Jährigen bis zum Jahr 2040 stetig und stark ansteigt. Gab es 2018 laut IT NRW 2460 Einwohner in der Altersgruppe, werden für das Jahr 2040 4414 vorausgesagt. Ein Zuwachs um 79,4 Prozent.

Diesen Anstieg nennt Günter Wewers „eine logische Zwangsläufigkeit.“ Denn es handele sich um die Geburtsjahrgänge vor 1975, also die Jahrgänge vor dem „Pillenknick“. Und: „Die Verschiebung der Alterspyramide zeichnet sich grundsätzlich schon mindestens seit circa 1975 ab“, betont der Beigeordnete, dass dies keine Überraschung ist.

Prozentual gesehen, steht in der Zahlentabelle für Stadtlohn unter jeder Altersgruppe unter 65 Jahren eine Zahl mit einem Minus davor. Die Zahl der Kinder bis drei Jahren lag 2018 bei 654 und wird von den Statistikern für 2040 mit 490 prognostiziert, was ein Minus von 25,1 Prozent ausmachen würde.

Stadt muss sich auf eine älter werdende Bevölkerung einstellen

Günter Wewers verweist drauf, dass nach der aktuellen Prognose auch im Jahr 2040 noch fast 70 Prozent der Stadtlohner Bevölkerung „unter“ dem Rentenalter sind. Heute sind das nach IT NRW rund 82,5 Prozent. Dennoch muss sich die Stadt auf eine älter werdende Bevölkerung einstellen. „Und das ist auch nicht schlimm“, sagt Günter Wewers.

Was ist zu tun? „Eine älter werdende Bevölkerung ist häufig nicht mehr so mobil wie jüngere Menschen. Das spricht dafür, vieles an Infrastruktur vor Ort zu erhalten oder zu binden“. Ärzte, Krankenhaus, Geschäfte, seniorengerechte Wohnmodelle, zählt Wewers auf. Es sei also wichtig, die „kurzen Wege“ zu erhalten. „Eine gute Anbindung durch den ÖPNV zu größeren Städten bei schlechter werdender Mobilität im Alter gehört aber auf jeden Fall auch dazu“, ergänzt der Beigeordnete.

Wie kann gegengesteuert werden?

Beim Blick auf die Zahlen drängt sich die Frage auf, was Stadtverwaltung und Kommunalpolitik tun könnten, um der Entwicklung gegenzusteuern. Eine Möglichkeit bestehe darin, die Stadt für junge Familien und junge Leute attraktiv zu gestalten beziehungsweise zu erhalten.

Günter Wewers zählt auf: Zum Beispiel durch Angebot von günstigem Mietwohnungsbau, familienfreundliche Kriterien bei der Vergabe von Wohngrundstücken, familienfreundliche Betreuungsangebote in Kindergärten und Schulen (wie OGS), Angebot einer möglichst umfänglichen Schul- und Bildungs-Infrastruktur (alle Schulen vor Ort, Erwachsenenbildung VHS), gute Angebote zur Freizeitgestaltung, Förderung der Jugendarbeit im Jugendwerk und in den Vereinen und Einrichtungen der Stadt, Angebot Frei- und Hallenbad, Musikschule und weiteres, Gewährung von Vergünstigungen durch den Familienpass.

„All das sind Faktoren, die Einfluss haben, sich für eine Stadt als Wohnort zu entscheiden“, betont der Erste Beigeordnete. Stadtlohn biete diese Punkte und arbeite daran, weitere Pluspunkte für junge Familien und Jugendliche zu sammeln.

Was Günter Wewers beim Blick auf die Zahlenreihen betont: „Die Prognose kann Wanderungssalden nur abschätzen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass es eine Zuwanderung junger Leute gibt“, meint er . Auch wenn dies nicht sehr wahrscheinlich sei, sei es nicht ausgeschlossen. Aus seinem persönlichen Umfeld könne er berichten, dass viele Leute, die wegen des Studiums oder aus beruflichen Gründen in die großen Städte gezogen sind, jetzt, wo sie (kleine) Kinder haben, wieder zurückziehen nach Stadtlohn oder Vreden, weil Kinder hier besser aufwachsen können. „Für Familien ist das Land lebenswerter als die Großstadt“, findet Günter Wewers.

Die Bevölkerungsprognose von IT NRW für Stadtlohn

  • Altersgruppe bis zu drei Jahren: im Jahr 2018 654, für das Jahr 2040 werden 490 prognostiziert.
  • Altersgruppe drei bis sechs Jahren: im Jahr 2018 575, für das Jahr 2040 werden 541 prognostiziert.
  • Altersgruppe sechs bis zehn Jahren: im Jahr 2018 874, für das Jahr 2040 werden 798 prognostiziert.
  • Altersgruppe 10 bis 16: im Jahr 2018 1426, für das Jahr 2040 werden 1333 prognostiziert.
  • Altersgruppe 16 bis 19: im Jahr 2018 799, für das Jahr 2040 werden 707 prognostiziert.
  • Altersgruppe 19 bis 25 im Jahr 2018 1512, für das Jahr 2040 werden 1331 prognostiziert.
  • Altersgruppe 25 bis 40: im Jahr 2018 3531, für das Jahr 2040 werden 3048 prognostiziert.
  • Altersgruppe 40 bis 65: im Jahr 2018 7437, für das Jahr 2040 werden 6200 prognostiziert.
  • Altersgruppe 65 bis 80: im Jahr 2018 2460, für das Jahr 2040 werden 4414 prognostiziert.
  • Altersgruppe über 80: im Jahr 2018 1099, für das Jahr 2040 werden 1800 prognostiziert.
Lesen Sie jetzt